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Der Brasilianer Chris konnte gegen Gladbach nicht überzeugen. © getty

Bei der Eintracht droht sich nach der dritten Pleite in den letzten vier Spielen die Zwietracht zu verschärfen. Gladbach feiert.

Frankfurt/Main - Ein Eigentor aus dem Kuriositätenkabinett, Trainer und Klubchef mit unterschiedlichen Meinungen und ein erster Blick Richtung Abstiegszone:

Bei Eintracht Frankfurt droht sich nach der dritten Schlappe in den letzten vier Pflichtspielen die Zwietracht weiter zu verschärfen.

"Wir haben den Blick nach unten", sagte der konsternierte Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen nach dem 1:2 (0:0) gegen Borussia Mönchengladbach.

"Das war eine ganz bittere Niederlage, die uns schwer trifft. Die beiden Gegentore dürfen so nicht passieren."

Skibbe sieht es positiv

Bezeichnend für das seit Wochen angespannte Verhältnis zwischen Bruchhagen und Michael Skibbe ist, dass der Frankfurter Coach die Situation ganz anders bewertete und von Abstiegskampf nichts wissen wollte.

"Auf diesem Spiel können wir aufbauen. Dank unserer kämpferischen Leistung hätten wir einen Punkt verdient gehabt", urteilte Skibbe konträr zu Bruchhagen.

Kein Krisengipfel

Beide waren vor zwei Wochen aneinandergeraten, nachdem der Coach in einem verbalen Rundumschlag Neuzugänge und eine "Qualitätsverbesserung in allen Bereichen" des Klubs gefordert hatte.

Von einem auf Initiative des Aufsichtsrates angeblich anberaumten zweiten Krisengipfel wollten aber weder Bruchhagen, der auf finanzielle Drahtseilakte verzichten will, noch Skibbe etwas wissen.

"Alles was auszuräumen war, ist ausgeräumt. Aber ich bin immer gesprächsbereit", sagte der 44 Jahre alte Ex-Bundestrainer und rückte nicht von seinen Forderungen ab.

Große Personalsorgen im Sturm

Die personelle Not der Gastgeber war gegen überzeugende Gladbacher, die erstmals seit 1996 zwei Bundesliga-Auswärtssiege in Folge feierten, allerdings unübersehbar.

Nach dem Ausfall von Ioannis Amanatidis (Knie-OP) und Martin Fenin (Leisten-OP) war in Nikos Liberopoulos auch noch der dritte Angreifer wegen des Todes seines Vaters ausgefallen.

Doch nicht nur im Angriff agierten die Hessen zwei Wochen nach der peinlichen Pleite in Leverkusen (0:4) hilflos.

Kurioses Eigentor

Auch die Abwehr patzte vor 50.000 Zuschauern - und produzierte ein kurioses Eigentor.

Innenverteidiger Marco Russ schoss nach einer Hereingabe des Gladbachers Tobias Levels seinen eigenen Keeper Oka Nikolov an, von dessen Kopf prallte der Ball zum 0:1 ins Netz (54.).

"Ich wollte nach außen klären. Oka läuft mir direkt in den Schuss, und ich treffe ihn im Gesicht. Das hat bestimmt bescheuert ausgesehen", meinte Russ.

Kapitän Christoph Spycher ist dennoch zuversichtlich, dass die Frankfurter (16 Punkte) ihr Vorrundenziel von 23 Zählern in den noch ausstehenden vier Partien erreichen.

"Das Ziel ist gut überlegt, dazu stehe ich", sagte der Schweizer Nationalspieler.

Sollte das gelingen, müssten die Eintracht-Profis erst am 2. Januar zur Vorbereitung erscheinen, ansonsten bereits am 28. Dezember.

Gladbach happy

Die Gladbacher indes genießen ihre "ordentliche Phase" (Sportdirektor Max Eberl) mit zuletzt acht Punkten aus vier Spielen ohne Niederlage.

"Wir sind als Mannschaft organisiert und können auch verletzungsbedingte Ausfälle wie den von Raul Bobadilla wegstecken. Das ist schön zu wissen", sagte Eberl, der in Frankfurt nur kurz zittern musste.

Nach der 2:0-Führung durch Roel Brouwers (65.) hatte Pirmin Schwegler per Elfmeter nach Handspiel von Rob Friend noch den Anschluss geschafft (86.).

Aufgrund des Laufs hat Borussen-Trainer Michael Frontzeck, der in dieser Saison schon eine Serie mit fünf Niederlagen in Folge wegstecken musste, ganz ungewohnte Sorgen.

"Hoffentlich wird nicht geschrieben, dass wir jetzt als Favorit zu unserem nächsten Auswärtsspiel bei Bayern München fahren", meinte Frontzeck.

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