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Matthieu Delpierre (l.) und Julian Schieber haben mit dem VfB die Wende nicht geschafft © getty

Weder Stuttgart noch Hertha können mit dem Punkt zufrieden sein. Die Schwaben rutschen gar auf einen Relegationsplatz.

Stuttgart - Die gute Nachricht: Der VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin treffen das Tor wieder.

Die schlechte Nachricht: Zum erhofften Sieg hat es trotzdem wieder nicht gereicht.

Nach dem 1:1 (0:0) im Kellerduell waren deshalb beide Mannschaften niedergeschlagen - die Stuttgarter noch viel mehr als die Berliner.

"Wir müssen jetzt schnellstens die Kurve bekommen", betonte VfB-Trainer Markus Babbel mit Blick auf die Tabelle.

Stuttgart auf Relegationsplatz abgerutscht

Dort sind die Schwaben neuerdings auf den Relegationsplatz abgerutscht. "Das ist unerträglich", meinte Sportvorstand Horst Heldt dazu.

Babbel gehen angesichts von zehn Pflichtspielen ohne Sieg so langsam die Erklärungen aus.

Heldt musste daher erneut die unangenehme Frage beantworten, ob es in Stuttgart eine Diskussion um den Trainer gebe.

"Ich denke nicht", behauptete Heldt zögerlich und mit einer Miene, die allmählich das Gegenteil vermuten lässt.

Babbel: Erreiche die Mannschaft noch

Babbel wiederum flüchtete sich in die trotzige Feststellung, dass er "die Mannschaft noch erreiche", sowie in Ankündigungen, was nun zu tun sei:

"Wir müssen weiter am Abschluss arbeiten, das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt tun."

Nach 368 Stuttgarter Bundesliga-Minuten ohne Tor erzielte wenigstens der kurz darauf mit Gelb-Rot vom Platz gestellte Zdravko Kuzmanovic einen Treffer (82.) - doch damit rettete er dem VfB nur einen Punkt.

Ramos beendet Berliner Torflaute

Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Adrian Ramos hatte die Berliner zuvor in Führung gebracht (49.) - und damit die Torflaute seiner Mannschaft von 489 Bundesliga-Minuten beendet.

Der Kolumbianer hätte sogar zum Helden der Hertha werden können, doch nur wenige Augenblicke vor dem Ausgleich verdaddelte er fahrlässig die Großchance zum 2:0 für den nach wie vor Tabellenletzten.

Acht Minuten nur fehlten den Berlinern zum zweiten Saisonsieg nach dem 1:0 gegen Hannover 96 am ersten Spieltag.

"Das ist extrem bitter, die Enttäuschung sitzt extrem tief", sagte Maximilian Nicu, der den Treffer von Ramos mit einem Zauberpass erst möglich gemacht hatte.

Entmutigt wirkte er allerdings nicht: "Für uns zählt nichts anderes, als nach vorne zu schauen, nach hinten gehts ja eh nicht mehr."

Funkel sieht "kleinen Schritt"

Auch Trainer Friedhelm Funkel betonte: "Meine Mannschaft hat phantastisch gekämpft. Das ist ein weiterer kleiner Schritt zur Stabilisierung unserer Mannschaft."

Die ratlosen Stuttgarter ergingen sich in Ermangelung neuer Erklärungen für ihre anhaltende Krise derweil in der Beschreibung des trostlosen Ist-Zustands.

"Es ist sehr bitter, wenn man auf die Tabelle schaut", sagte Cacau und räsonierte: "Ein Punkt ist besser als gar nichts, aber ein Punkt ist viel zu wenig. Das bringt uns nicht weiter."

Tore würden sie weiterbringen. In der Tat wies die Statistik 27:7 Schüsse für den VfB aus. Heldt wollte diese Zahlen aber nicht schönreden. "Da kamen ja nur sieben Schüsse aufs Tor."

Knipser wie Gomez beim VfB weiter schmerzlich vermisst

Es fehlt ein Knipser. Wie der "verlorene Sohn" Mario Gomez.

Klar ist aber auch: Der VfB Stuttgart ist längst angekommen im Abstiegskampf, tritt dort auf der Stelle und dreht sich bei seiner Suche nach einem Ausweg auch noch im Kreis.

"Die Hoffnung ist, dass es am Dienstag klappt", sagte Cacau.

Dann spielt der VfB in der Champions League bei den Glasgow Rangers um seine letzte Chance auf den Einzug ins Achtelfinale.

Babbel sagte: "Ich habe Vertrauen in meine Jungs."

Die Frage allerdings bleibt: Wie lange haben die Verantwortlichen noch Vertrauen in ihn?

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