Nach dem letzten Abschiedsgruß für Robert Enke brachten Bremen und Hoffenheim am 13. Spieltag die Freude am Spiel zurück.

Eine Minute herrschte Stille. Kein Zwischenruf, kein Pfiff.

In den Stadien der Bundesliga hielten mehrere hunderttausend Menschen inne - aus Respekt vor dem verstorbenen Nationalkeeper Robert Enke.

Die Erinnerung an den Torhüter bleibt lebendig. Und auch die Nachdenklichkeit, die sein Tod mit sich gebracht hat, wird Spieler und Trainer weiter beschäftigen.

Das Prinzip "Leistung und Erfolg über alles" hat zumindest Risse bekommen.

Zugleich bleibt festzuhalten, dass der Fußball letztlich nur ein Spiegelbild der Gesellschaft ist. Der neue Wettskandal lässt grüßen.

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Und auch die Zuschauer werden in den Stadien auch in Zukunft ihre Gefühlen ausleben - mit aller überschäumenden Emotionalität, die zu diesem Sport gehört.

Vom Held zum Depp und zurück: Dieses Grundprinzip gilt auch zwei Wochen nach Enkes Tod.

An diesem Samstag hat Werder Bremen den Zuschauern ein großes Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Nicht nur mit sechs glanzvollen Toren, sondern vor allem mit eleganten Kombinationen begeisterten die Grün-Weißen in Freiburg.

Und dass die Bremer zumindest über Nacht Tabellenführer sind, spricht womöglich sogar für die Stärke der menschlichen Komponenten im Profi-Fußball.

Trainer Thomas Schaaf hat seit mehr als zehn Jahren an der Weser das Sagen, das Führungsbündnis mit Manager Klaus Allofs hielt auch den Stürmen der Vorsaison stand.

Dass ein Künstler wie Mesut Özil, auf Schalke noch schüchtern und befangen, in Bremen zum begehrten Star wurde, ist kein Zufall.

Immer wieder betont Schaaf, wie wichtig ihm attraktiver Fußball ist. Von seiner offensiven Spielidee profitiert auch das Team - und ein Extrakönnner wie Özil.

Mit ähnlich viel Spielwitz brillierte an diesem Spieltag auch Hoffenheim.

Nach dem 4:0 über Köln ist das Team von Ralf Rangnick Tabellenvierter. Zuschauen macht wie in der sensationellen Hinrunde 2008/2009 ziemlich oft Spaß.

Und trotz mancher zwischenzeitlicher Reibungen zwischen Klubführung und Rangnick ist es auch in Hoffenheim der Trainer, der sein Team wie ein kluger Stratege lenkt.

Und er ist wie Schaaf ein Trainer, bei dem der Erfolg das wichtigste, aber eben nicht das einzige Kriterium seiner Arbeit ist.

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