vergrößernverkleinern
Wolfsburg kassiert gegen Nürnberg die Saisongegentreffer Nummer 21,22 und 23 © getty

Bei der 2:3-Niederlage gegen Nürnberg lässt der VfL Wolfsburg Cleverness vermissen. Trainer Veh sieht individuelle Schwächen.

Wolfsburg - Haarsträubende Abwehrfehler, Gegentore wie am Fließband und bereits die dritte Heimniederlage der Saison.

Nach einem neuerlichen "Tag der offenen Tür" im eigenen Stadion hat der VfL Wolfsburg vorerst den Anschluss an die Spitzengruppe der Bundesliga verloren. (DATENCENTER: 13.Spieltag)

Mit der schwachen Defensivleistung beim 2:3 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg knüpfte der Deutsche Meister nicht nur nahtlos an das 3:3 im letzten Heimspiel gegen Mainz 05 an, sondern offenbarte in seiner mangelnden Cleverness auch einem Rückfall in alte Zeiten.

"Dummer Konter"

"Wenn ein Spiel so läuft, muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Stattdessen laufen wir in letzter Sekunde in einen dummen Konter", kritisierte Trainer Armin Veh sein Team.

Er bemängelte zudem die individuellen Schwächen der Spieler:

"Schon im Mittelfeld haben wir viele Fehler gemacht und uns mit einfachen Körpertäuschungen ausspielen lassen. Da wird es natürlich umso schwerer für die Abwehr, aber auch die hat nicht sonderlich harmoniert."

Mehr Gäste-Torschüsse

In der Volkswagen-Arena, wo in der Meistersaison kein Gegner zur Entfaltung kam und selbst im schlechtesten Fall zumindest ein Punkt heraussprang, stellten die Niedersachsen zum wiederholten Mal ihre Anfälligkeit unter Beweis.

"Wir haben die ersten 25 Minuten überhaupt nicht mitgespielt und Nürnberg im gesamten Spiel viel zu viele Chancen ermöglicht", erklärte Veh.

Für das ungewöhnliche Torschussverhältnis von 23:18 zu Gunsten des Gegners hatte er nur ein Kopfschütteln übrig.

1:4-Situation in der Schlussminute

Am meisten ereiferte sich der 48-Jährige über die Schlussszene in der dritten Minute der Nachspielzeit, in der Peer Kluge das Siegtor für die Gäste markierte.

"Ich habe am Spielfeldrand wie verrückt geschrieen, dass noch jemand mit hinten bleiben soll, und dann laufen wir in eine Eins-gegen-Vier-Situation - das darf einfach nicht passieren", schimpfte sich Veh, während sich seine Spieler kommentarlos und gesenkten Hauptes in die Kabine verzogen.

Doppelpack von Bunjaku

Doch auch in den 90 Minuten zuvor hatten die VfL-Spieler ihre Gegner immer wieder zu besten Torchancen kommen lassen und hatten noch Glück, dass sie nicht schon zur Pause deutlich zurücklagen.

So fiel das überfällige 1:0 für die Gäste erst in der 56. Minute durch Albert Bunjaku, der nach dem Ausgleich durch Ashkan Dejagah (59.) auch das 2:1 für den Club markierte (64.).

Nach dem 2:2 durch einen von Grafite verwandelten Foulelfmeter (79.) sah es sogar noch nach einem Wolfburger Sieg aus, doch am Ende jubelten die Franken.

Club belohnt sich - und hat Glück

"Die Mannschaft hat bis zum Schluss daran geglaubt, dieses Spiel gewinnen zu können, und ist dafür belohnt worden", sagte FCN-Coach Michael Oenning und räumte zugleich ein, dass die Partie angesichts der Chancen auf beiden Seiten "wahrscheinlich keinen Sieger verdient" gehabt hätte:

"Umso wichtiger ist es für uns, dass wir am Ende trotzdem drei Punkte mitnehmen."

Weniger erfreut war Oenning dagegen über zwei Szenen in der hektischen Schlussphase des Spiels, die hinterher für heftige Diskussionen sorgten

Denn ein brutaler "Kung-Fu-Tritt" von Andreas Wolf gegen Edin Dzeko blieb von Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) ebenso ungeahndet wie ein Nachtreten von Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer gegen Zvjezdan Misimovic.

Auch für Oenning gab es bei beiden Szenen nichts schönzureden:

"Die Bilder, die ich hinterher gesehen habe, waren so eindeutig, dass ich dazu weiter nichts sagen muss."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel