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Daniel van Buyten (l.) ließ sich vor dem 1:1 von Stefan Kießling austanzen © getty

Die Münchner kommen gegen Tabellenführer Leverkusen nicht über ein Unentschieden hinaus. Die spielerischen Probleme bleiben.

München - Gellende Pfiffe, fassungslose Gesichter - die Krise bei Bayern München wird immer schlimmer.

Die wütenden Fans des deutschen Rekordmeisters quittierten den blutleeren Auftritt ihrer Millionenstars beim 1:1 (1:1) im Bundesliga-Topspiel gegen den neuen und alten Spitzenreiter Bayer Leverkusen zu Recht mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert.

Der umstrittene Startrainer Louis van Gaal musste sich ebenfalls heftige Unmutsbekundungen anhören.

"Keiner bei uns ist zufrieden. Wir wollten unbedingt gewinnen und hätten auch gewinnen müssen", sagte Nationalstürmer Mario Gomez, der wie seine Teamkollegen mit hängenden Schultern vom Spielfeld in der ausverkauften Arena schlich.

Kurz nach dem Abpfiff marschierten Manager Uli Hoeneß, Aufsichtsratschef Karl-Heinz Rummenigge und der Finanzvorstand Karl Hopfner kopfschüttelnd und schnurstracks in die Bayern-Kabine.

Lahm schimpft wieder

Phasenweise hatte sich der große FC Bayern von den agilen Leverkusenern vorführen lassen. "Was wir im letzten Drittel des Spielfeldes tun, ist einfach nicht gut", schimpfte Philipp Lahm und forderte:

"Das müssen wir ändern. Man hat ja gesehen, dass unser Spiel krankt. Wenn man als FC Bayern Siebter ist, kann man nicht zufrieden sein. Wir wollen ganz nach oben. Aber so bekommen wir ganz große Probleme."

Van Gaal gab einige Durchhalteparolen von sich und sagte zu seiner Zukunft nur: "Das ist nicht meine Entscheidung."

Leverkusen weiter Tabellenführer

Bei Bayer dagegen herrschte Zufriedenheit. "Wir haben sehr guten Fußball gespielt", sagte Trainer Jupp Heynckes. "Wir waren immer wieder vorne, aber was derzeit fehlt, ist, dass wir besser im Abschluss sind."

Auch Rene Adler erklärte: "Wir können mit dem Punkt gut leben."

Während die Werkself weiter an der Tabellenspitze steht, stagnieren die Bayern auf dem siebten Platz.

Bayern mit Blitzstart

Vier Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen Maccabi Haifa hatte Gomez (8.) die Münchner in Führung gebracht. Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena setzte sich Miroslav Klose gegen Daniel Schwaab durch und passte auf Gomez, der mit einem wunderbaren Außenrist-Schlenzer vollstreckte.

Van Gaal, der vor der Partie schon von seiner Entlassung gesprochen hatte, wurde dabei zu seinem Glück gezwungen, war doch Klose für die Startelf gar nicht vorgesehen. Der Nationalstürmer rückte erst durch die Muskelverletzung von Hamit Altintop kurzfristig ins Team und an die Seite von Gomez, der Luca Toni ersetzte.

Kießling tanzt van Buyten aus

Nach einer Viertelstunde war es allerdings schon wieder vorbei mit dem Bayern-Elan, sie verfielen in ihren alten, ideenlosen Trott - und Bayer schlug eiskalt zu.

Nach einem langen Pass von Arturo Vidal tanzte Kießling den Münchner Abwehrchef Daniel van Buyten aus und schloss zum 1:1 ab. Jetzt bestimmte Bayer das Geschehen, blieb jedoch ineffizient. Kießling und Bayern-Leihgabe Toni Kroos vergaben weitere Chancen.

Rekordmeister ohne Spielwitz

Erst kurz vor der Pause wachten die Bayern noch einmal auf, einen Freistoß von Holger Badstuber aus 25 Metern parierte Adler aber ebenso hervorragend wie einen Versuch von Anatolij Timoschtschuk, der freistehend aus elf Metern nicht am Leverkusener Torhüter vorbeikam.

Diese kurze starke Phase der Bayern entpuppte sich nach dem Seitenwechsel als Strohfeuer.

Während sich Leverkusen weitgehend auf das Verwalten des Unentschiedens beschränkte, ließen die Bayern jetzt jeglichen Spielwitz vermissen.

Dabei wurde mal wieder deutlich, wie sehr der Rekordmeister von den verletzten Superstars Franck Ribery und Arjen Robben abhängig ist.

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