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Christoph Moritz erzielte am 2. Spieltag der aktuellen Saison sein erstes Bundesligator © imago

Youngster Christoph Moritz spricht im Interview über Schalkes "junge Wilde" und das außergewöhnliche Spiel gegen Hannover 96.

Aus Gelsenkirchen berichtet Bita Mohammadi

Gelsenkirchen - Er war der erste der jungen Spieler, die Felix Magath auf Schalke ins kalte Wasser springen ließ.

Nach seinem Bundesligadebüt zu Saisonbeginn in Nürnberg hat sich Christoph Moritz in der Stammelf der Schalker festgespielt.

Der bekennende Sport1.de-User absolvierte zwölf von 13 Partien der Königsblauen und durfte jüngst sein Debüt in der U-20- Nationalmannschaft feiern.

Ein rasanter Aufstieg für den ehemaligen Aachener, der eigentlich für das Regionaliga-Team von Schalke vorgesehen war.

Im Sport1.de-Interview spricht der 19-Jährige über die Generation der "jungen Wilden" unter Felix Magath, das schwere letzte Spiel gegen Hannover 96 und den Wettskandal.

Sport1.de: Wie schwer war die Rückkehr in den Bundesliga-Alltag nach Robert Enkes Tod ausgerechnet gegen Hannoevr 96?

Christoph Moritz: Wir haben vor dem Spiel mit der Familie von Robert Enke und ganz Hannover mitgefühlt. Aber nach der Gedenkminute mussten wir uns direkt wieder auf das Spiel konzentrieren.

Sport1.de: Wie hat das geklappt?

Moritz: In der ersten Halbzeit haben wir zuviel zugelassen. In der zweiten Hälfte wurde unser Spiel nach hinten und nach vorne besser.

Sport1.de: Nachdem Ihr Freund aus Aachen, Lewis Holtby, ausgewechselt worden war. Er hat bislang einen schweren Stand auf Schalke, oder?

Moritz: Ja, leider. In der ersten Halbzeit ist für uns alle das Spiel nicht so gut gelaufen und in der zweiten Hälfte hat er eine schlechte Aktion gehabt und wurde danach ausgewechselt.

Sport1.de: Dennoch machen die jungen Spieler weiter auf sich aufmerksam. Gegen Hannover war es Jan Moravek, der bei seinem Debüt direkt getroffen hat.

Moritz: Ich habe mich sehr für ihn gefreut. Er hat im Training gezeigt, dass er in die Mannschaft stoßen kann, wie die anderen Jungen auch. Er hat genauso viel Potenzial wie wir anderen.

Sport1.de: Wie erklären Sie sich die Jugendwelle auf Schalke?

Moritz: Wir versuchen die Dinge, die uns der Trainer vor dem Spiel vorgibt umzusetzen. Das gelingt uns einigermaßen, wobei der Trainer in der Halbzeit oder nach dem Spiel noch viele Sachen anspricht, die ihm nicht so gefallen. Wir haben noch viel Potenzial nach oben.

Sport1.de: Schalke 04 steht derzeit auf Platz drei in der Tabelle. Wie realistisch ist es, dort zu überwintern?

Moritz: Wir haben uns bis jetzt immer gesagt, dass wir nur von Spiel zu Spiel denken und das hat ganz gut geklappt. Aber es beflügelt natürlich schon, wenn man sich die Tabelle im Videotext anschaut.

Sport1.de: Wie sehr lassen Sie das Thema Wettskandal an sich heran?

Moritz: Ich bekomme über die Presse davon mit. Eine traurige Sache.

Sport1.de: Sie spielen selber erst seit dieser Saison im Profi-Fußball. Können Sie sich Manipulation vorstellen, wenn Sie an die unteren Ligen denken?

Moritz: Nein, überhaupt nicht.

Sport1.de: Als Bundesliga Profi bekommt man ein gutes Gehalt. Glauben Sie, dass im Amateurbereich die Versuchung auf Manipulation zu reagieren größer ist?

Moritz: In den unteren Ligen wird auch nicht so schlecht verdient. Ich glaube nicht, dass es eine Geldfrage ist, sondern eine Einstellungssache. Es ist sehr schade für den deutschen Fußball, wenn tatsächlich Spieler, Funktionäre oder wer auch immer sich für Geld haben manipulieren lassen.

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