In seiner Sport1.de-Kolumne äußert sich Huub Stevens zur Ergebniskrise des FC Bayern und gibt der Klubführung eine Mitschuld.

Hallo Fußball-Freunde,

nach dem 1:1 des FC Bayern München gegen Bayer Leverkusen wird der Druck auf die Bayern nicht geringer werden.

Dieser Druck kommt vor allem von außen und ich glaube, dass die Führung mit Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer stark genug ist, um ihm standzuhalten.

Es ist nur die Frage, ob sie ihm standhalten wollen.

Meiner Meinung nach sollten sie es, denn ich bin weiterhin davon überzeugt, dass Louis van Gaal das hinbekommt. Die Bayern sollten Geduld mit ihm haben.

Denn: Was bringt es denn, jetzt einen anderen Trainer zu holen? Der müsste ja auch wieder ganz von vorne anfangen - und die Qualität der Spieler wird sich durch einen Trainerwechsel nicht ändern.

Van Gaal fängt jetzt erst an, die Spieler besser kennen zu lernen. Außerdem ist es keinesfalls so, dass er denkt, alles besser zu wissen. Er hört auch auf die Ratschläge anderer Personen.

Und eines ist auch klar: Es liegt nicht nur an van Gaal!

Alle Beteiligten stehen in der Verantwortung - auch Beckenbauer, Hoeneß und Rummenigge. Die haben doch den Kader zusammengestellt. Man kann jetzt nicht alles auf den Trainer schieben.

Für die Bayern kann es nur darum gehen, Ruhe zu bewahren. Die Spieler, ob es jetzt Philipp Lahm oder Luca Toni sind, sollten keine öffentliche Kritik üben. Nur wenn Ruhe herrscht, kann man Schritte nach vorne machen.

Denn ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass die sechs Punkte Rückstand auf die Spitze nicht so schwer wiegen, auch wenn Hoffenheim, Bremen oder Leverkusen momentan marschieren.

Es sind nur zwei Siege, das bekommen die Bayern schon hin. Entscheidend wird sein, dass sich solange Robben und Ribery ausfallen, diejenigen, die sonst hinten dran stehen, mehr zeigen.

Die haben jetzt das Vertrauen und müssen mehr bringen. Das sieht man bislang einfach zu wenig.

Das gleiche gilt auch für meinen Ex-Verein 1. FC Köln. Dass mit Novakovic und Brecko zwei Spieler nach der WM-Qualifikation mit Slowenien gefeiert haben, sollte man nicht zu hoch hängen.

Das ist vielleicht nicht professionell, aber es ist menschlich.

Vor allem Lukas Podolski muss beim FC wissen, dass er gefragt ist, seine Leistungen aus der Nationalmannschaft zu bestätigen. Ihm muss klar sein, dass er an diesen Leistungen gemessen wird.

Es ist eben einfacher nach oben zu kommen, als oben zu bleiben.

Das gilt nicht nur beim FC Bayern.

Bis nächste WocheEuer Huub Stevens

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