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Van Gaal, Skibbe, Soldo und Babbel (v.l.n.r.) stehen derzeit unter Druck © getty

Nicht nur in München geht es derzeit drunter und drüber. Auch in Köln und Stuttgart wackeln die Trainer. In Frankfurt spitzt sich die Krise zu.

Von Christian Stüwe

München - Es brodelt beim Aushängeschild des deutschen Fußballs.

Nachdem der FC Bayern München auch gegen Bayer Leverkusen der lange ersehnte Befreiungsschlag nicht gelungen ist, wird die Luft für Trainer Louis van Gaal immer dünner.

Die Fußball-Nation richtet den Blick auf den Rekordmeister, wo sich die Vereinsspitze mit Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß nicht mehr klar zur dem Niederländer bekennt.

Die Krise der Münchner überdeckt derzeit ein wenig, dass es auch an anderen Bundesliga-Standorten drunter und drüber geht.

In Stuttgart und Köln wackeln die Stühle der Trainer bedenklich und auch in Frankfurt spitzt sich die Krise mehr und mehr zu.

Sport1.de gibt einen Überblick über die Krisenherde der Liga:

Brennpunkt VfB Stuttgart:

Der VfB Stuttgart spielt eine fürchterliche Hinrunde. In der vergangenen Saison qualifizierten sich die Schwaben für die Champions League, in dieser Spielzeit geht es gegen den Abstieg.

Erst elf Punkte stehen auf der Habenseite, auch gegen Hertha BSC konnten die Stuttgarter nicht gewinnen(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Hauptgrund ist die Lücke, die Mario Gomez mit seinem Abgang zu den Bayern in die Schwaben-Offensive gerissen hat. Die Neuzugänge Alexander Hleb und Pavel Pogrebnyak konnten diese bisher nicht einmal ansatzweise schließen.

Heldt reagiert gereizt

Trainer Markus Babbel ist es bisher nicht gelungen, das Ruder herumzureißen. Manager Horst Heldt reagiert gereizt auf die Trainerfrage: "Ich denke nicht, dass es die gibt."

Vieles wird vom Abschneiden in der Champions League abhängen. Dort kann der VfB mit Siegen in den ausstehenden Spielen bei den Glasgow Rangers (Di, ab 20.15 Uhr LIVE) und gegen Unirea Urziceni noch ins Achtelfinale einziehen.

Sollten die Stuttgarter auch hier patzen, dürfte Babbels Zeit wohl abgelaufen sein.

Brennpunkt 1. FC Köln:

Vor der Saison wurde der 1. FC Köln namhaft verstärkt. Vor allem die Rückkehr von Lukas Podolski ließ die Kölner träumen. Doch die Mannschaft spielt desaströs, lässt Einstellung vermissen und hat mit sieben Treffern die wenigsten aller Teams erzielt.

Vor allem die Offensive um Podolski und Milivoje Novakovic enttäuscht. Tiefpunkt war das 0:4 gegen Hoffenheim am Samstag im heimischen Stadion.

Standpauke von Overath

Am Sonntag hielt Präsident Wolfgang Overath dem Team eine 90-minütige Standpauke.

Es ging um die Einstellung, um Kampfgeist und Leidenschaft. Overath soll laut "Bild" in einer emotionaler Rede mehr Kampf- und Laufbereitschaft von der Mannschaft eingefordert haben.

Während Overath die Mannschaft in die Pflicht nimmt, erhält Trainer-Neuling Zvonimir Soldo noch Rückendeckung vom mächtigen Präsidenten.

"Der Trainer hat unser vollstes Vertrauen. Es gibt kein Ultimatum", sagte Overath.

Soldo sucht ein Rezept

"Ich muss mich für die desolate Leistung der Mannschaft entschuldigen", zeigte sich Soldo nach dem Hoffenheim-Spiel ein Stück weit hilflos.

Bisher hat Soldo noch kein Rezept gefunden, die Mannschaft auf Trab zu bringen. Und allen Treuebekenntnissen zum Trotz dürfte ihm nicht mehr allzu viel Zeit bleiben.

Am Freitagabend steht das Kellerduell gegen den Tabellenvorletzten VfL Bochum (ab 20 Uhr LIVE) an. Sollte Köln sich dort nicht besser verkaufen, wird es für Soldoganz eng.

Brennpunkt Eintracht Frankfurt:

Unter Michael Skibbe war die Eintracht stark in die neue Saison gestartet, doch mittlerweile haben die alten Probleme die Hessen längst wieder eingeholt. Eine Verletztenmisere legt wichtige Spieler lahm, vom geforderten Offensivfußball ist wenig zu sehen.

Nach den peinlichen 0:4-Niederlagen im Pokal gegen Bayern und in der Liga gegen Leverkusen verloren die Frankfurter nun auch noch zu Hause gegen Gladbach.

"Das ist eine Niederlage, die uns empfindlich trifft", bemerkte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.

Skibbe hingegen bleibt angesichts der 16 Punkte noch ruhig. "Ganz bestimmt" müsse die Eintracht sich nicht nach unten orientieren, erklärte der Trainer.

Latenter Konflikt zwischen Skibbe und Bruchhagen

Allerdings droht die Stimmung im Stadion wieder zu kippen.

In der vergangenen Saison hatte sich Bruchhagen schweren Herzens von Trainer Friedhelm Funkel getrennt, nachdem sich Fans und wohl auch Teile des Aufsichtsrats gegen den Trainer ausgesprochen hatten.

Und im Gegensatz zu Funkel, der die volle Rückendeckung von Bruchhagen besaß, schwelt zwischen Skibbe, der Verstärkungen und neue Wege fordert, und dem mächtigen Vorstandsboss ein Konflikt.

Und nun steht am Samstag auch noch das Duell mit Vorgänger Funkel in Berlin an. Sollte die Eintracht nicht gegen die Hertha gewinnen, droht in Frankfurt weiteres Ungemach.

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