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Thomas Schaaf ist seit zehn Jahren bei den Hanseaten am Ruder © imago

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews nimmt Thomas Schaaf Stellung zu Robert Enkes Tod und den aktuellen Wettskandal.

Von Daniel Rathjen

Sport1.de: Herr Schaaf, der Tod von Robert Enke hat Deutschland in Trauer versetzt. Jetzt richtet sich der Blick nach vorne: Wie geht Werder mit Spielern um, die das Bedürfnis haben, sich mitzuteilen?

Schaaf: Es geht mit Sicherheit nicht darum, jetzt haufenweise Psychologen zu engagieren. Wir müssen uns insgesamt sensibilisieren. Die Gesamtsituation eines Spielers ist entscheidend. Dann müssen wir sehen: Können wir etwas verändern?

Sport1.de: Wie kann das aussehen?

Schaaf: Wir können nur Hilfe anbieten. Wir wollen die Spieler früher festigen, sie auch mal rausnehmen.

Sport1.de: Ist der Druck in der Bundesliga zu hoch?

Schaaf: Die Entwicklung junger Spieler ist heute eine andere als früher. Sie war einst kontinuierlich. Früher hat man den Werdegang über Jahre erlebt. Dinge sind passiert, sie konnten verarbeitet werden. Die Zeit war da.

Sport1.de: Und aktuell?

Schaaf: Jetzt ist die Entwicklung enorm sprunghaft. All das, was früher gefiltert , was realisiert werden konnte, bleibt oft auf der Strecke.

Sport1.de: Der Wettskandal erschüttert den Fußball. Dass überhaupt manipuliert wird, muss Ihnen doch in der Seele schmerzen...

Schaaf: Ich bin Realist. Überall, wo Ergebnisse erzielt werden, überall wo Wetten möglich sind - und da bietet der Fußball ja etwas - ist auch die Gefahr da, dass da nicht nur positive Sachen veranstaltet werden. Ich bin aber überzeugt davon, dass man unseren Profis Vertrauen entgegen bringen kann, dass sie ihren Beruf, ihren Sport ehrlich ausüben.

Sport1.de: Sind Sie jemals mit einer Art von Korruption konfrontiert worden?

Schaaf: Nein, nie.

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