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Ralf Rangnick ist seit dem 22. Juni 2006 Trainer der TSG 1899 Hoffenheim © SPORT1

Im DSF-"Audi Star Talk" am Dienstag spricht Hoffenheims Trainer Rangnick über die fehlende Dominanz der Bayern und den Wettskandal.

München - Nach dem deutlichen 4:0-Erfolg in Köln ist man in Hoffenheim mit sich und der Welt rundum zufrieden.

Bis auf Platz vier sind die Kraichgauer in der Tabelle geklettert.

Grund genug für Trainer Ralf Rangnick, sich einmal Zeit zu nehmen und über den Rest der Liga zu sprechen.

Im DSF-"Audi Star Talk" begründet Rangnick, warum den Bayern die Dominanz abhanden gekommen ist und der Titel "Herbstmeister" überhaupt nichts bedeutet.

Außerdem sagt er, was beim Wettskandal schief gelaufen ist und äußert sich zum Traumziel "Meisterschaft".

Ralf Rangnick über...

den Wettskandal und das Versagen sämtlicher Warnsysteme:

"Ich hoffe und wünsche, dass man diesen Wettskandal nun wirklich rigoros aufklären kann. Und dieses Mal anders damit umgeht als noch vor fünf Jahren.

Ich bleibe dabei: Dass es jetzt wieder einen gibt, muss unweigerlich auch bedeuten, dass diese ganzen Vorwarn-, Frühwarnsysteme, Radar und was weiß ich noch alles versagt haben.

Ansonsten wäre es völlig unmöglich, dass genau die gleichen Personen das gleiche wieder machen, wo sie vorher damit aufgehört haben."

die abhanden gekommene Bayern-Dominanz:

"In der Tat, diese lange Zeit nicht mehr Tabellenführer gewesen zu sein, das ist schon ungewöhnlich. Auch das Spiel gegen Leverkusen hat gezeigt, dass diese am Ende dem Sieg näher waren. Die Bayern haben momentan gewisse Probleme, das wissen sie selbst.

Andere Vereine haben aufgeholt, haben die letzten Jahre ihre Kader sinnvoll verstärkt. Deswegen ist der Wettbewerb jetzt vorne eben ganz eng. "

eine erneute Herbstmeisterschaft:

"Herbstmeister ist gar nichts. Herbstmeister interessiert auch in diesem Jahr gar nicht. Wenn sie mich jetzt fragen, ob ich Herbstmeister werden will, sage ich ganz klar Nein.

Das ist für uns überhaupt nicht interessant. Im Gegenteil, da würden dann nur wieder die Parallelen zur letzten Saison aufgezeigt werden. Wir können mit der jetzigen Situation sehr gut leben.

Und wenn wir noch den einen oder anderen Punkt auf Rang eins oder zwei aufholen bis zur Winterpause, haben wir eine phantastische Ausgangsposition für eine hochinteressante Rückrunde."

das Traumziel Meisterschaft:

"Wir wollen dieses Jahr besser als letztes Jahr abschneiden. Wir sind letztes Jahr Siebter geworden, wollen jetzt nicht nur Sechster, sondern mindestens Fünfter werden.

Und wenn wir Fünfter werden, die Chance haben, Dritter zu werden, dann wollen wir auch Dritter werden. Und wenn wir Dritter werden, dann können wir - wenn alles optimal läuft - auch am Ende Erster werden!"

die Hoeneß-Höhenluft-Attacke vom vergangenen Dezember:

"Wir machen jetzt seit vier Jahren in Hoffenheim erfolgreiches Höhentraining. Wir hatten in jedem Jahr, beginnend in der Regionalliga, uns mit Höhentraining zwangsweise auseinandergesetzt.

Das heißt, wir sind immer eine Stufe weiter nach oben geklettert. So war das auch in unserer ersten Erstliga-Saison. So ist das jetzt wieder. Und wenn ich mir jetzt nach 13 Spieltagen aktuell die Tabelle ansehe, dann sind wir mit dem Kletteraufstieg nicht unzufrieden."

Schalke 04 als kommenden Deutschen Meister:

"Das kann man nicht ausschließen. Schalke zählt zu den Teams, die um die ersten fünf Plätze mitspielen. Und die Teams, die jetzt unter den ersten acht Mannschaften liegen, können auch um die Meisterschaft mitspielen. Also auch Schalke."

das Potenzial von Carlos Eduardo zum Topstar:

"Dass er das Zeug hat, das habe ich schon vor zweieinhalb Jahren geglaubt. Er ist auch im letzten Jahr nochmals gereift. Und wenn man sieht, wie er sich jetzt gewandelt hat, das zeugt von einem Reifeprozess.

Er ist ein sehr intelligenter Mann. Wenn er so weitermacht, dann kann er in ein oder zwei Jahren bei jedem Klub auf der Welt spielen."

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