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Zvonimir Soldo (v.) übernahm den Trainerposten in Köln zu Beginn der Saison © imago

Vor dem Spiel in Bochum kehrt in Köln keine Ruhe ein. Manager Meier weist aber Gerüchte über eine Spielerrevolte zurück.

Köln - Zuletzt 0:4 gegen Hoffenheim verloren, nur sieben Tore in 13 Saisonspielen erzielt und ein enttäuschender 15. Tabellenplatz - beim Karnevalsverein 1. FC Köln herrscht zwei Woche nach dem "Elften im Elften" Krisenstimmung.

Am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) geht es zum richtungweisenden Kellerduell zum Tabellenvorletzten VfL Bochum, der am vergangenen Sonntag überraschend drei Zähler beim Hamburger SV einfahren konnte.

Zu allem Überfluss steht den Geißböcken in Bochum Nationalspieler Lukas Podolski aufgrund seiner Gelbsperre nicht zur Verfügung.

Podolski außer Form

Allerdings war der 24-Jährige, der zuletzt im Länderspiel gegen die Elfenbeinküste als zweifacher Torschütze noch groß auftrumpfe, zuletzt bei den Kölnern auch alles andere als ein Leistungsträger.

Seit 791 Minuten wartet er auf einen Treffer, seit fünf Stunden hat er - wie Boulevardblätter ausrechneten - nicht mehr im FC-Dress auf das gegnerische Tor geschossen.

Lattek kritisiert heftig

"Es gibt ein Problem: Die Mannschaft erwartet viel mehr von Podolski. Aber die Spieler merken: Da kommt nichts. Deshalb spielen sie ihn gar nicht mehr an", sagte Trainer-Routinier Udo Lattek und kritisierte den für 10 Millionen Euro von Bayern München zurückgeholten Publikumsliebling im DSF heftig.

FC-Präsident Wolfgang Overath hat nach dem Hoffenheim-Spiel schon zum zweiten Mal einen dringenden Appell an die Mannschaft gerichtet.

Overath-Ansprache verpufft

Sein erster Auftritt vor den Geißbock-Kickern nach dem 0:1 gegen Hannover verpuffte, denn die Leistung gegen die Niedersachsen wurde am vergangenen Samstag gegen Hoffenheim noch in negativer Hinsicht getoppt. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Der FC hätte auch sieben oder acht Gegentore kassieren können.

Podolski führte am Dienstag eine längere Aussprache mit Manager Michael Meier ("Ein normales Gespräch"), laut "Kölnischer Rundschau" ging es um dabei um, so Meier, "Substanzielles".

Katastrophale Heimbilanz

Dass der beste Nachwuchsspieler der WM 2006 in Deutschland nicht zufrieden mit sich und seinem FC ist, daran besteht kein Zweifel.

Regelmäßig enttäuschen die Rheinländer in den Heimspielen ihre Fans, haben auswärts (8 Zähler) schon doppelt soviele Punkte geholt wie zuhause.

Nur zwei der letzten 18 Heimauftritte gewann der FC.

Meier: Keine Revolte gegen Soldo

Trainer Zvonimir Soldo, der in die Fußstapfen von Christoph Daum trat, ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden.

Lange Zeit gelang es ihm, die Gräben innerhalb des Teams zumindest vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Inzwischen treten sie aber für alle sichtbar zutage.

Zuletzt war sogar von Spielerrevolte gegen den Trainerneuling die Rede. Dem widerspricht Manager Michael Meier aber heftig.

"Es gab keine Revolte gegen Zvonimir Soldo", betonte Meier. Es sei offen gesprochen worden, eine Revolte sei "aber eine abenteuerlich Fehlinterpretation."

Novakovic enttäuscht und mosert

Ausgerechnet Kapitän und Torjäger Milivoje Novakovic konnte bislang in keiner Phase seinem Führungsanspruch gerecht werden.

Statt sich in der kritischen Phase der Saison mit seinem Arbeitgeber hundertprozentig zu identifizieren, fällt er nur durch Kritik am Verein auf und fühlt sich sogar von diesem "respektlos" behandelt.

Er und sein slowenischer Nationalmannschaftskollege Miso Brecko waren nach der Sloweniens Qualifikation für die WM gegen Russland nach einem Staatsempfang im Vorfeld des Hoffenheim-Spiels mit einem Charterflug vorzeitig zurück nach Köln geholt worden.

Die beiden Profis "dankten" es dem Klub mit unterirdischen Leistungen - Soldo wechselte beide frühzeitig aus.

Bleibt "Nova" Kapitän?

Weitere Konsequenzen erscheinen möglich, sind aber noch nicht vollzogen. Es wird bereits darüber spekuliert, dass Novakovic die Kapitänsbinde entzogen werden könnte.

Fakt ist allerdings auch, dass die beiden hochgelobten Portuiesen Maniche (32) und Petit (33) als erfahrene Spieler weit hinter den Erwartungen zurückblieben.

Innenverteidigung als Stütze

Dass die Kölner nicht schon längst auf einen Abstiegsplatz abgerutscht sind, haben sie den beiden Innenverteidigern Geromel und Youssef Mohamad zu verdanken.

Trotz des Debakels gegen die Hoffenheim kassierte Köln erst 15 Gegentreffer und liegt zumindest in dieser Hinsicht auf Augenhöhe mit einigen Teams aus dem Tabellenmittelfeld.

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