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Franz Beckenbauer lobt den Bundestrainer für die Leistung bei der WM
Franz Beckenbauer räumt nach anderthalb Jahrzehnten den Vereins-Thron © imago

Am Freitag ist für Franz Beckenbauer beim FC Bayern offiziell Schluss. Der "Kaiser" übergibt sein Amt als Präsident an Hoeneß.

München - Kaiser, Lichtgestalt, Chefkritiker: Franz Beckenbauer hat Bayern München als Spieler, Trainer, Präsident und Aufsichtsratschef seit 1965 entscheidend geprägt.

Am Freitag ist für den 64-Jährigen beim deutschen Rekordmeister offiziell Schluss.

Beckenbauer übergibt sein Amt als Präsident bei der Jahreshauptversammlung in der Messe München an Manager Uli Hoeneß (57) und wird zum Ehrenpräsidenten gekürt.

Große Wehmut kommt bei ihm allerdings nicht auf. "Es ist ja nichts Spektakuläres. Ich hör auf, der Uli übernimmt die Stellung. Ich bin ja nicht weg, ich werde Ehrenpräsident", meinte der "Kaiser" in seiner ihm eigenen Art.

In einem Interview ließ er seine Karriere Revue passieren.

Franz Beckenbauer über...

die anstehende Jahreshauptversammlung:

"Es könnte schon ein paar unangenehme Fragen geben. Das ist normal. Aber unsere Mitglieder sind vernünftig. Solange ich Präsident war, gab es keine größeren Auseinandersetzungen."

Philipp Lahm und sein Interview:

"Einem Philipp Lahm steht es nicht zu, so in die Öffentlichkeit zu gehen. Mutig wäre gewesen, wenn er mit den Problemen zu Uli Hoeneß oder zu Karl-Heinz Rummenigge gegangen wäre."

sein Verhältnis zum Vorstand:

"Ich hatte aber immer das volle Vertrauen in den Vorstand. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner sind das Beste, was man sich vorstellen kann. Alle drei sind ein Glücksfall für den FC Bayern."

Unstimmigkeiten in der Führungsetage:

"Das einzige Mal, wo ich was gesagt habe, war eben nach der Presseerklärung, in der sich der Vorstand im Fall Ribery (Er ist Franzose, dem ist München wurscht, Anm. d. Red.) von mir distanziert hat. Da habe ich gesagt: 'Ihr wisst schon, wer der Chef ist?' Ansonsten gab es nichts zu kontrollieren."

seinen Nachfolger:

"Uli wird zwar nicht mehr ganz so aktiv sein wie bisher, aber in bestimmten Situationen wird er weitaus aktiver sein als ich. Der Uli hat im Marketing- und Sponsoring-Bereich ein Netzwerk geschaffen. Der muss das weiter betreuen."

"Er wird sich durch die Aufgabe etwas verändern. Er wird einige Dinge etwas gelassener sehen."

die Perspektiven von Nerlinger:

"Auf mich macht er einen sehr guten Eindruck, weil er einen sehr guten Blick hat, eine klare Aussage."

eigene Fehler:

"Die Entlassung Otto Rehhagels war total überflüssig. Auch die Entscheidung gegen Nationaltorwart Toni Schumacher war überzogen. Nur weil der so ein Buch geschrieben hat, verzichtet man auf den besten Torhüter. Da haben einfach alle überreagiert."

die Zukunft:

"Mir ist nicht bange, weil wir eine unglaublich gute wirtschaftliche Situation haben. Wir stehen sehr gut da. Dies kann aber auch gefährlich sein, weil es uns so gut geht. Früher hat man schon einmal mit der Faust auf den Tisch gehauen, das gibt es jetzt nicht mehr."

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