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Von 2003 bis 2004 arbeitete Marcel Koller in Köln, von 2005 bis 2009 in Bochum © imago

Marcel Koller spricht über Bochums und Kölns Perspektiven, über Podolski und Soldo sowie Erwartungshaltungen und Abstiegskampf.

Von Christian Stüwe

München - Das Kellerduell zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Köln (ab 20 Uhr LIVE) ist äußerst brisant.

Während die Bochumer (11 Punkte, Platz 17) ihren beim Auswärtssieg in Hamburg begonnenen zarten Aufschwung fortsetzen wollen, braucht der Krisenklub aus Köln (12, 15) dringend Punkte, um nicht tiefer ins Chaos zu stürzen. (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Von besonderem Interesse ist das Spiel für Marcel Koller, saß der Schweizer doch bei beiden Klubs auf der Trainerbank.

Von November 2003 bis Juni 2004 arbeitete der 49-Jährige in Köln. Von Mai 2005 bis September 2009 trainierte er den VfL.

Im Sport1.de-Interview spricht Koller über die Perspektiven der beiden Klubs, über seine Entdeckung Lukas Podolski und FC-Trainer Zvonimir Soldo sowie Erwartungshaltungen und Abstiegskampf.

Sport1.de: Am Wochenende steht das Duell ihrer Ex-Klubs Bochum und Köln an. Ist das etwas Besonderes für Sie?

Marcel Koller: Es ist klar, dass man die Klubs noch verfolgt. In Bochum war ich länger als in Köln. Aber in Köln ist jetzt wieder Lukas Podolski mit dabei, da schaut man hin, was die beiden Vereine machen.

Sport1.de: Also sympathisieren Sie noch etwas mehr mit dem VfL Bochum?

Koller: Sympathisieren kann man nicht sagen. Wenn man bei einem Verein war, kennt man dort natürlich Leute. Da ist man nicht für den einen oder anderen Verein. Man schaut sich die Klubs an und verfolgt, was passiert. Es ist aber klar, dass weniger Zeit seit meinem Engagement in Bochum vergangen ist als ins Köln.

Sport1.de: Beide Klubs stecken im Tabellenkeller. Ist das für Sie auch eine gewisse Genugtuung, dass es nach Ihrer Zeit nicht wirklich gut läuft?

Koller: Ich möchte es nicht als Genugtuung abtun. In den drei Jahren, die ich Bochum in der Liga gehalten habe, haben wir immer unten mitgespielt. Und es war klar, dass Bochum nicht plötzlich um die internationalen Plätzen mitspielt, wenn ich weg bin. Soweit kenne ich die Bundesliga und auch die Möglichkeiten des VfL Bochum.

Sport1.de: Trauen Sie Bochum und Köln den Klassenerhalt zu?

Koller: Ja, klar. Sie müssen jetzt sehen, dass sie Punkte holen. Aber beide Klubs haben Mannschaften, die den Klassenerhalt schaffen können. Es hängt aber nicht nur davon ab, sondern auch von dem ganzen Umfeld. Wie gibt sich die Mannschaft? Wie bringt man das alles rüber? Aber rein von den Möglichkeiten, vom Spielerpotenzial her, können beide Vereine die Klasse halten.

Sport1.de: Welches Team schätzen Sie stärker ein?

Koller: Ich denke schon, dass Köln vom Potenzial her mehr Möglichkeiten hat als Bochum. Im Moment läuft es nicht so rund wie in der letzten Saison, als der FC gleich viele Punkte gemacht hat. Da müssen die Kölner aufpassen, dass es nicht irgendwann in die andere Richtung geht.

Sport1.de: Ein Gesicht der Kölner Krise ist derzeit Lukas Podolski. Sie haben ihn einst in Köln entdeckt. Warum kommt er nach seiner Rückkehr bisher nicht zurecht?

Koller: Das ist schwierig zu sagen. Ich habe neulich ein Spiel gesehen, da hat er mehr im Mittelfeld gespielt als im Sturm. Er ist sicher einer, der vorne in der Spitze die größte Wirkung hat. Das sieht man auch in der Nationalmannschaft. Aber ich bin zu weit weg, um das zu beurteilen.

Sport1.de: Zvonimir Soldo steht in Köln schon unter großem Druck. Sein Stuhl wackelt und es war von einer Revolte gegen den Trainer die Rede. Ist das eine typische Situation für einen Trainer beim FC?

Koller: Das ist eigentlich überall so, wenn man im Abstiegskampf steckt. In Köln bedingt das natürlich auch die Erwartungshaltung. Der Verein ist ein bisschen größer. Mehr Zuschauer, ein größeres Stadion. Da ist die Erwartungshaltung ein bisschen größer. Aber wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden, ist es überall in Bundesliga so, dass es in die andere Richtung geht.

Sport1.de: Sie waren zuletzt beim VfB Stuttgart im Gespräch. Wie sind ihre aktuellen Pläne?

Koller: Ich bin diese Woche noch im Urlaub. Ich warte ab und hoffe, dass ich nochmals in der Bundesliga Fuß fassen kann.

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