vergrößernverkleinern
MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Arthur Wichniarek wechselte 2009 vom Absteiger Arminia Bielefeld nach Berlin © getty

Hertha muss gegen Frankfurt dringend siegen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Artur Wichniarek warnt bei Sport1.de.

München/Berlin - 13 Spiele, fünf Punkte, acht mickrige Tore: So liest sich die vernichtende Bilanz von Hertha BSC.

Schlechter war in den letzten 15 Jahren nur der MSV Duisburg.

Die "Zebras" hatten 1994 zum gleichen Zeitpunkt sogar nur drei Zähler auf dem Konto - und stiegen am Ende ab.

Das gilt im Übrigen für alle sechs Mannschaften, die in der Bundesliga-Geschichte schlechter starteten als die Berliner.

Sieg gegen Frankfurt Pflicht

Im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (Sa., ab 15 Uhr LIVE) ist deshalb ein Sieg Pflicht.

"Für uns ist nun jedes Spiel ein Finale", sagt Artur Wichniarek im Gespräch mit Sport1.de.(DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle)

Die Hertha, die vor gerade sechs Monaten noch um die Meisterschaft spielte, ist in dieser Saison seit zwölf Ligaspielen ohne Sieg und kassierte dabei zehn Niederlagen.

Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt bereits sechs Punkte.

Selbst das Remis am vergangenen Spieltag beim VfB Stuttgart fühlte sich aufgrund des späten Ausgleichtreffers wie eine Niederlage an.

"In Stuttgart haben wir eine riesige Chance vertan", sagte Kapitän Arne Friedrich zu Sport1.de: "Wir brauchen endlich Punkte."

Nicht genügend Qualität

Es scheint, als würde es bei der Hertha ganz einfach an der notwendigen Qualität fehlen.

Dass die Abgänge der Leistungsträger Marko Pantelic, Josip Simunic und Andrej Voronin nicht im Ansatz kompensiert wurden, ist mittlerweile allen klar.

Deshalb soll im Winter der ein oder andere Spieler verpflichtet werden.

Das Problem: Sollte die Hertha bis dahin nicht ordentlich punkten, könnte der Rückstand derart groß werden, dass er in der Rückrunde nicht mehr aufzuholen ist.

Maßnahmen schlagen bislang fehl

Hinzu kommt, dass bisher sämtliche Maßnahmen fehlgeschlagen sind.

Der Trainerwechsel von Lucien Favre zu Friedhelm Funkel brachte nicht die erhoffte Wende. Unter dem früheren Eintracht-Coach holte die Hertha nur zwei Punkte.

Zudem hat der Tabellenvierte der vergangenen Spielzeit nach Freiburg die schlechteste Abwehr der Liga, die acht erzielten Tore sind sogar der schlechteste Wert von allen Vereinen.

Was macht also Hoffnung? "Wir spielen schon besser, sind insgesamt schon etwas besser drauf als zu Beginn der Saison", sagte Wichniarek. "Wir sind auf einem guten Weg."

Auf einem guten Weg? Genau das hatte auch der damalige MSV-Coach Ewald Lienen voller Sarkasmus gesagt, als Duisburg 1994 die fünfte Niederlage in Serie hinnehmen musste.

Bei Wichniareks Aussage war allerdings von Galgenhumor keine Spur, der 32-Jährige meinte es offenbar ernst.

Schweres Restprogramm

Das Restprogramm der Hertha bis Weihnachten macht derweil wenig Hoffnung auf eine fette Punkteausbeute.

Nach der Partie gegen Frankfurt geht es gegen Schalke, Leverkusen und den FC Bayern.

Zwischendurch muss die Funkel-Elf in der Europa League, wo das Weiterkommen noch möglich ist, noch in Ventspils und gegen Sporting Lissabon ran.

Ob vielleicht gerade das schwere Programm ein Vorteil für die Hauptstädter sein könnte, weil dann die Erwartungshaltung und der Druck nicht allzu groß sind?

"Vielleicht. Aber in unserer Situation ist der Druck automatisch da", meinte Wichniarek.

Seine Marschroute für die kommenden Wochen: "Wir dürfen nicht darüber nachdenken, wie viele Punkte wir haben, sondern müssen von Spiel zu Spiel denken."

Funkels Wiedersehen mit dem Ex-Klub

Anfangen damit muss das Team zwingend beim Wiedersehen mit Funkels Ex-Klub Frankfurt.

Das sei zwar nicht die letzte Chance, meint Funkel. "Aber es ist ein unglaublich wichtiges Spiel."

Und ausgerechnet da muss er voraussichtlich auf Dampfmacher Patrick Ebert (Grippe) und Stuttgart-Torschütze Adrian Ramos verzichten (Knieverletzung).

Trotzdem glaubt der Coach weiter fest an die Wende: "Ich will mit Hertha den Abstieg verhindern. Und das schaffe ich auch."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel