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Zvonimir Soldo schoss als Aktiver in 301 Ligaspielen 15 Tore © imago

Kölns Trainer klagt vor dem Keller-Derby in Bochum über Spieler, die Interna nach außen tragen. Herrlich ist ganz entspannt.

Köln - Auf dem Platz hat 1. FC Köln seine Probleme beim Thema Vorwärtsdrang.

Aber wenigstens Trainer Zvonimir Soldo geht in die Offensive.

"Wenn ich das Gefühl hätte, dass ich Autoritätsproblem habe, würde ich selbst die Konsequenzen ziehen", sagte der kroatische Coach der Rheinländer vor dem richtungweisenden Kellerduell am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) beim VfL Bochum im "kicker".

Seit dem 0:4-Debakel gegen Hoffenheim brennt beim FC der Baum, gab es eine Denkzettelrede von Präsident Wolfgang Overath an die Mannschaft und interne Aussprachen (DATENCENTER: Ergebnisse Tabelle).

Soldo steht trotz anderslautender Berichte offenbar nicht zur Disposition, vielmehr will der Klub die Spieler in die Verantwortung nehmen.

Milivoje Novakovic vertraut er nicht mehr. Der Trainer hat ihm kurzerhand die Kapitänsbinde entzogen.

"Ich habe Milivoje die Chance gegeben, dass er sich nach den Vorkommnissen der letzten Woche bei mir und der Mannschaft entschuldigt. Diese Chance hat er jedoch nicht genutzt", sagte Soldo zur Begründung.

Zudem watschte er den Slowenen noch einmal verbal ab. "Ich brauche einen Kapitän, der mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld ist und mit dem ein gegenseitiges respektvolles Verhältnis besteht", sagte Soldo.

Petit trägt nun die Binde

Neuer Kapitän ist Novakovics bisheriger Stellvertreter Petit. Nach dem erfolgreichen Abschluss der WM-Qualifikation mit seiner Nationalmannschaft hatte Novakovic in der vergangenen Woche für einen Eklat gesorgt.

Der beste Kölner Stürmer der Vorsaison (16 Tore) musste vom Verein mit einem Charterflug für das Liga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim eingeflogen werden.

Ursprünglich wollte er noch länger feiern. Beim 0:4 gegen Hoffenheim spielte er dann absolut lustlos, wurde zur Halbzeit ausgewechselt und beschwerte sich noch über die angebliche Respektlosigkeit des Vereins. Auch bei der Krisensitzung nach der Niederlage soll er sich abfällig geäußert haben.

"Mit denen kann man keinen Krieg gewinnen"

"Ich erwarte mehr Engagement, habe niemandem verboten, zu laufen oder auf das Tor zu schießen", sagte Soldo.

"Die ganze Mannschaft steht unter Beobachtung. Sie hat aber auf dem Trainingsplatz eine Reaktion gezeigt."

Der Trainer weiß allerdings, dass es einen Maulwurf beim bislang in dieser Saison enttäuschend aufspielenden Traditionsklub gibt, der Interna immer wieder nach außen trägt.

"In jedem Fall ist ein schweres Arbeiten, wenn alles nach außen getragen wird. Das zerstört das Vertrauen", sagte der ehemalige Stuttgarter Bundesliga-Profi ungewohnt offen.

"Die Spieler trauen sich dann nicht mehr, etwas zu sagen. Mit den Personen, die diese Dinge nach außen tragen, kann man keinen Krieg gewinnen."

Herrlich ist entspannt

Während bei den "Geißböcken" große Unruhe herrscht, gehen die Bochumer nach dem 1:0-Überraschungscoup in Hamburg wesentlich entspannter in die Begegnung.

"Ich habe mitbekommen, dass es in Köln momentan etwas unruhig zugeht, aber das ist in Köln normal, wenn die Ergebnisse nicht stimmen", sagte VfL-Coach Heiko Herrlich.

"Ich lasse mich dadurch nicht beeindrucken. Wir wollen so spielen, dass die Kölner Stärken nicht zum Tragen kommen."

Ohne drei Stammspieler

Er muss indes Zlatko Dedic (Schweinegrippe), Mimoun Azaouagh (Muskelfaserriss) und Anthar Yahia (Adduktoren) ersetzen.

An den Voraussetzungen für sein Team für das Spiel gegen Köln hat sich indes trotz des Dreiers in Hamburg nichts geändert.

"Der Sieg beim HSV war wichtig für unser Selbstvertrauen, aber der Druck für uns ist gleich groß geblieben", sagte der Ex-DFB-Trainer Herrlich, dessen Sturmführer Diego Klimowicz nach Hüftproblemen noch Trainingsrückstand aufweist und wohl zunächst nur auf der Bank sitzen wird.

Dabei hat der Argentinier eine hervorragende Torquote in Spielen gegen Köln zu bieten. Er war in fünf Begegnungen sechsmal gegen den FC erfolgreich.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bochum: Heerwagen - Concha, Maltritz, Mavraj, Fuchs - Prokoph, Pfertzel, Dabrowski, Grote - Ono - Sestak.

Köln: Mondragon - Schorch, Geromel, Mohamad, Wome - Maniche, Petit, Yalcin, Ehret - Freis, Ishiaku.

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

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