Der Macher des FC Bayern nimmt seinen Hut als Manager. Von der Bildfläche wird Uli Hoeneß aber ganz sicher nicht verschwinden.

Jetzt ist es also soweit. Der Manager geht. Für immer. Zumindest als Manager. Für immer. Aber ein Uli Hoeneß geht eigentlich nie für immer.

Vielmehr wird er, um es am "Ende des Tages" mit den Worten des Vorstandsvorsitzenden zu fassen, weiterhin "omnipräsent" bleiben. Und das wohl gemerkt - Gott sei Dank - auch für immer.

Uli ist der personifizierte FC Bayern München. Die Säbener Straße 51 ist sein Revier, der FCB sein Leben, sein Verein, eigentlich sein drittes Kind neben Tochter Sabine und Sohn Florian.

[image id="7c955b5f-65d5-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Ein Tag ohne seinen FCB ist für den Manager genau so unvorstellbar, wie der lebenslange Verzicht auf seine geliebten Rostbratwürstel, die von HoWe versteht sich, die ihm seine gute und treue Seele, Sekretärin Karin Potthoff, nahezu täglich im zweiten Stock, letzte Türe rechts, serviert.

Eigentlich wollte er sich zurückziehen. Das hat er vollmundig angekündigt. Aber es wird beim eigentlich bleiben.

Dafür kenne ich, nach 15 Jahren fast täglicher Besuche der "51", den Manager einfach zu gut.

Seine Ankündigung ist vielmehr die Versicherung, dass weiterhin (fast) alles so bleibt wie bisher. Gott sei Dank - auch für mich.

Wenn also das zweite Herz des FCB, die Südkurve, Raus-Rufe in der Arena skandiert, haben zwar alle Reporter diese gehört, nur der Manager nicht.

"Die haben wieder einmal nur Sie gehört!" Wenn man mal wieder mit einem inhaftierten Präsidenten des Nachbarvereins aus der Zweiten Liga ein Interview führt, wird man ebenfalls angeschnauzt.

"Haben Sie sich von Ihrem unsäglichen Interview schon erholt?"

Und wenn man einst als Jung-Journalist dem gelernten Maler Otto Rehhagel, auf dessen eigenen Wunsch, nur Fachfragen stellen darf ("Herr Rehhagel, welche Dispersionsfarbe würden Sie wählen?"), dann heißt es Anrücken im zweiten Stock - jedoch ohne Verkostung!

Der Manager geht. Für immer. Der Präsident kommt. Für immer.

Aber eigentlich ist es vollkommen egal, auch in der heutigen Welt der Begriffe- und Effekthascherei, mit welchem Titel er kommt. Hauptsache er kommt täglich - Uli Hoeneß pur!

Ansonsten wird es selbst dem "Vorsitzenden des Nervtöter-Vereins" (Ernennung im Jahre 2007) an der "51" eines Tages langweilig....

DSF-Chefreporter Christian Ortlepp berichtet seit 15 Jahren über den FC Bayern

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel