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Trainer Louis van Gaal wurde bei seinem letzten Klub Alkmaar im ersten Jahr nur 12. © getty

Trainer Louis van Gaal will gegen Hannover wenig im Bayern-Team ändern. Tymoshchuk muss sich auf schwere Zeiten einstellen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Louis van Gaal hat den Cappuccino vor sich noch nicht ausgetrunken.

13 Minuten dauerte bis zu diesem Zeitpunkt die Presserunde an der Säbener Straße und alle wichtigen Fragen schienen gestellt.

Doch der Bayern-Trainer hatte eben noch etwas Zeit - und die Laune war etwas besser nach dem 1:0-Sieg gegen Haifa. "Bayern hat gewonnen", begrüßte der knorrige Niederländer die Journalisten am Freitagnachmittag. 81256(DIASHOW: Uli Hoeneß - seine besten Sprüche)

Und erklärte dann, dass nun auch am Sonntag (ab 17 Uhr LIVE) in Hannover ein Sieg folgen müsse. (DATENCENTER: Der 14. Spieltag)

Selbstbewusstsein noch nicht zurück

Ob das Selbstbewusstsein denn wieder da sei? "Natürlich nicht", entgegnete der Coach trocken.

Zudem könne "Hannover immer ein Tor machen", wie er gegenüber Sport1.de betonte.

"Sie haben eine gute Ordnung, eine gute Physis und werden wohl etwas mehr verteidigen, weil sie gegen uns spielen."

Erstes Heimspiel nach Enke-Tod

Und selbstverständlich ist auch van Gaal der traurige Hintergrund des Spiels bewusst.

Nach dem Selbstmord von Robert Enke erinnerte Hannover vor zwei Wochen in einer bewegenden Feier an den Nationalkeeper. Der Sarg war dabei im Mittelkreis aufgebahrt, wurde dann von Enkes Kameraden aus dem Stadion getragen.

"Es ist jetzt das erste Heimspiel danach, ich weiß nicht, wie die Menschen, die Spieler reagieren werden", sagte van Gaal, der Robert Enke beim FC Barcelona trainierte.

Die Münchner werden ohne Arjen Robben (Kniebeschwerden) und Miroslav Klose (Sehnenreizung am Ellenbogen) in die Liga-Partie gehen. Beide sind laut dem FCB-Coach verletzt und noch nicht einsatzfähig.

"Vielleicht, vielleicht" werde das Team daher mit dem gleichen Kader und der Aufstellung wie gegen Haifa beginnen.

Trainingsfreier Tag für Stammspieler

Den Spielern, die in der Champions League aufliefen, gestattete der Niederländer am Freitag einen trainingsfreien Tag.

Lediglich Danijel Pranjic und Ivica Olic absolvierten derweil Sonderschichten, um einen Trainingsrückstand aufzuholen.

Pranjic hatte sich kurz vor dem Match gegen Maccabi eine Erkältung eingefangen, Olic musste nach seiner Wadenverletzung sieben Wochen aussetzen.

"Wer Ivica kennt, weiß, dass er immer 100 Prozent gibt", zollte van Gaal dem kroatischen Stürmer und Matchwinner gegen Haifa ein Sonderlob.

Geringe Chancen für Tymoshchuk

Schlechte Karte hat beim Bayern-Coach indes Anatoliy Tymoshchuk.

Der Ukrainer muss sich bei der gegenwärtigen Konstellation im Mittelfeld darauf gefasst machen, weiter nur Ergänzungsspieler zu sein.

"Tymoshchuk ist nicht derselbe Typ wie Schweinsteiger, der mehr nach vorne spielt", erklärt der Trainer.

"Van Bommel spielt, er ist Kapitän"

"Also muss ich wählen zwischen Tymoshchuk und Mark van Bommel. Und van Bommel ist mein Kapitän."

Luca Toni dürfte derweil in Hannover nicht im Kader stehen. "Sie kennen meine Meinung zum Thema", kommentierte van Gaal die Nachfrage zum Stürmer streng.

Und fügte hinzu, dass er nun mal Probleme mit Spielern habe, "die den normalen Anforderungen von Bayern nicht genügen."

"Dann muss Toni sich einen anderen Klub suchen"

Bereits am Donnerstag hatte van Gaal dem abwanderungswilligen Stürmers süffisant mit auf dem Weg gegeben: "Der Spieler hat selbst angegeben, dass er weg will. Okay, dann muss er sich einen anderen Klub suchen, denke ich."

Im Moment wird Toni mit dem AS Rom und dem FC Valencia in Verbindung gebracht.

Laut "Corriere dello Sport" hat sich Toni schon in der vergangenen Woche mit Sportdirektor Daniele Prade getroffen. Der Torjäger könnte in der Winterpause wechseln.

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