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Verzweifelter Portugiese: Petit ließ die mit Abstand größte Chance des Spiels aus © getty

Der entmachtete FC-Kapitän und sein Nachfolger lassen gegen Bochum große Chancen aus. Aufregung gibt es um den Schiedsrichter.

Bochum - Der 1. FC Köln hat nach den jüngsten Chaos-Tagen und dem Zoff um den entmachteten Kapitän Milivoje Novakovic ein wenig Wiedergutmachung betrieben.

Die Geißböcke kamen in einem äußerst schwachen West-Duell zu einem 0:0 beim VfL Bochum und konnten sich zumindest teilweise für die 0:4-Heimpleite gegen 1899 Hoffenheim rehabilitieren.

Der VfL wartet seit fünf Heimspielen auf einen Sieg und bleibt mit nun zwölf Punkten als Tabellen-16. genauso wie der nur einen Zähler besser dastehende FC im Tabellenkeller.

Herrlich verärgert über Schiedsrichter

"Die Mannschaft hat die Antwort gegeben auf alles, was in der letzten Woche geschrieben wurde. So müsste die Einstellung eigentlich immer sein", stellte Kölns Trainer Zvonimir Soldo trotzdem zufrieden fest.

Gegenüber Heiko Herrlich haderte vor allem mit einem ausgeblieben Pfiff des Schiedsrichters: "Es ist normal und menschlich, dass die Verunsicherung groß ist. Aber Respekt vor der Mannschaft, wie sie gekämpft hat. Wir hätten wie im letzten Heimspiel einen klaren Elfmeter kriegen müssen."

Allerdings blieb die Pfeife von Schiedsrichter Deniz Aytekin nicht nur nach der Ringer-Einlage von Geromel gegen Diego Klimowicz, sondern auch nach einem Tackling von Bochums Shinji Ono gegen Kölns Adel Chihi zu Unrecht stumm.

Wenig Offensivaktionen

Abgesehen von der ebenfalls mäßigen Leistung des Referees legten beide Mannschaften, speziell der VfL, vor 29.102 Zuschauern spielerisch aber kaum noch Bundesliga-Niveau an den Tag.

Viel Ballgeschiebe, viele Fehlpässe und viele taktische Unzulänglichkeiten prägten das Spiel auf beiden Seiten. So hatten gelungene Offensivaktionen Seltenheitswert. Zumindest von der großen Verunsicherung im Spiel der Kölner war zunächst weniger zu sehen als in der Vorwoche.

Die Mannschaft war im ersten Durchgang trotz des Fehlens von Nationalspieler Lukas Podolski (Gelbsperre) die aktivere Mannschaft, wenngleich die zündenden Ideen in der Offensive fehlten.

Novakovic von Beginn an dabei

Auch der unter Beobachtung stehende Novakovic, der am Donnerstag als Kapitän abgesetzt worden war, war deutlich präsenter als noch in der Vorwoche.

Seit dem WM-Qualifikationsspiel der Slowenen vor einer Woche hatte es Ärger um den Torjäger gegeben; angefangen mit der verspäteten Rückkehr nach Köln, dann der schwachen Leistung gegen Hoffenheim und schließlich der internen Streitereien mit Soldo.

Immerhin zeigte der 30-Jährige eine Reaktion. Bei einer Kopfballchance stand er allerdings im Abseits (2.), in der 33. Minute setzte der Slowene einen Freistoß aus 18 Metern deutlich über das Tor.

Da war schon der Schuss von Adil Chihi Mitte der ersten Halbzeit aus gut 30 Metern gefährlicher (19.).

Herrlich mit Doppelwechsel

Auf der Gegenseite musste FC-Keeper Faryd Mondragon nur bei einem Kopfball von Stanislav Sestak eingreifen (14.). Mehr gab es in der ersten Hälfte nicht zu bestaunen.

Insbesondere VfL-Trainer Heiko Herrlich war gar nicht von der Leistung seiner Mannschaft angetan. So brachte er nach der Pause in Diego Klimowicz und Joel Epalle zwei weitere Offensivakteure ins Spiel.

Die Bochumer begannen auch gleich engagierter und konnten mehr Druck erzeugen. In der 65. Minute hatte Sestak die große Chance zur Führung, der Angreifer traf allerdings den Ball nicht richtig.

Petit und Novakovic vergeben Siegchance

Der FC agierte nun defensiver, war dabei aber nicht ungefährlich. Dabei hatte Petit die große Chance zum Führungstreffer. Nach feiner Vorarbeit von Novakovic traf der Portugiese nur den Innenpfosten, den Nachschuss setzte er über das leere Tor.

Sieben Minuten vor Ende vergab Novakovic aus zwölf Metern nur um Haaresbreite den Siegtreffer. Sein Schuss strich knapp am rechten Pfosten des Bochumer Tors vorbei.

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