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Uli Hoeneß begann seine Manager-Karriere als damals jüngster Manager der Bundesliga © getty

Der neue Bayern-Präsident Uli Hoeneß spricht in seiner Antrittsrede über die Ziele seiner Amtszeit und gesteht Fehler ein.

Von der FCB-Jahreshauptversammlung berichtet Mathias Frohnapfel

München - Noch klingt es gewöhnungsbedürftig: FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

30 Jahre lang war ja Hoeneß als findiger Manager stets präsent, um neue Transfers und Sponsorenverträge einzufädeln.

Und immer wieder gab er Mannschaft, Fans und Gegner die Richtung vor.

"Uli ist Chef der Abteilung Attacke", sagte Karl-Heinz Rummenigge am Freitagabend anerkennend, als Hoeneß den bisherigen Präsidenten Franz Beckenbauer im Amt ablöste.

Minutenlang Standing Ovation

"Er ist Vorbild, Ratgeber, Retter", schwärmte Rummenigge "und im Hintergrund guter Engel, der vielen Menschen in Not geholfen hat und immer noch hilft."

Minutenlang feierten die Mitglieder klatschend Beckenbauer und den neu gewählten Präsidenten.

Hoeneß selbst hat sich für seine Amtszeit etliche Ziele gesetzt, will die Quote in der Transferpolitik verbessern und zugleich für die Fans da sein.

Der neue Klub-Präsident gesteht aber auch Fehler ein. Sport1.de hat die erste Rede von Uli Hoeneß als FCB-Präsident zusammengefasst:

Solide Basis

"Ich glaube, Sie alle und wir alle haben erkannt, was das Präsidium, der Vorstand, aber auch die Spieler und der Trainer hier in den vergangenen Jahren geleistet haben.

Wir haben alle gemeinsam die Basis gelegt für ein gutes Fundament des Klubs. Und das in einer Zeit, in der es auf den Finanzmärkten und in der Wirtschaft in vielen Branchen drunter und drüber geht."

Herausforderung Allianz Arena

"Wir haben es in fünf Jahren geschafft, 163 Millionen Euro Verbindlichkeiten der Allianz Arena abzubauen.

Als wir 2005 die Allianz Arena eröffnet haben, hatten wir einen Partner (1860 München, Anm. d. Red.), der eigentlich für 170 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen sollte. Jetzt müssen wir die ganze Last tragen.

Wir hatten im Vorstand einige schlaflose Nächte angesichts von 345 Millionen Euro Schulden für die Arena. Dass wir das einigermaßen geschafft haben, darauf bin ich stolz.

Und nach den Vertragsabschlüssen mit der Deutschen Telekom und der Audi AG können wir uns nun wieder mehr den sportlichen Zielen des FC Bayern widmen."

"Fehler gemacht"

"In der Transferpolitik haben wir sicher den einen oder anderen Fehler begangen. Aber dort, wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht.

Spieler sind keine Maschinen, die man ein- und ausschaltet. Wenn Sie einen Profi holen, wissen Sie nie, ob er hier auch so gut spielt, wie er dort gespielt hat.

Trotzdem werden wir darauf achten, die Quote bei den Transfers besser zu machen. Ich möchte aber auch um etwas Geduld bitten."178760(DIASHOW: Das ist die Bayern-Führung)

Bayern als Marke

"Der FC Bayern ist eine riesige Marke geworden: Er hat in der Öffentlichkeit, in den Medien einen Stellenwert bekommen, der beinahe wehtut.

Wenn bei uns heute ein Spieler mit dem Trainer Probleme hat, hat man ja in den Medien das Gefühl, eine Welt bricht zusammen.

Als Franz und ich gespielt haben, habe ich im Training mit Schienbeinschoner gespielt und in der Bundesliga ohne. Da hat es auch gekracht, wenn einer übers Ziel hinausgeschossen ist. Der lag dann eben auf der Aschenbahn. 81256(DIASHOW: Uli Hoeneß - seine besten Sprüche)

Damals war nur ein Journalist beim Training an der Säbener Straße, heute sind es 150. Das ist der große Unterschied."

"Gemeinsam sind wir stark"

"Deshalb möchte ich bitten, dass wir alle Gelassenheit zeigen. Die Aufgeregtheit, die uns immer begleitet, müssen wir abstellen.

Wir werden alle unsere Kräfte bündeln, um den FC Bayern auch sportlich dahin zu bringen, wo er wirtschaftlich schon ist, nämlich ganz weit nach vorne in Europa.

Gemeinsam sind wir stark! Wir müssen dieses Motto 'Mia-san-Mia' wieder leben. Wir müssen wieder der Klub werden, der seine Ziele gnadenlos anstrebt und sie auch verwirklicht."

Versöhnung mit "Schickeria"

"Ich werde versuchen, für die Mitglieder einmal im Monat einen Tag einzurichten, an dem sie ihre Sorgen bei mir loswerden können.

Ich möchte auch der "Schickeria" (Fangruppe, Anm. d. Red.) die Hand zu reichen. Ich werde sie verteidigen, auch wenn es nicht immer einfach ist.

Aber jeder, der für den FC Bayern ist, muss die Gesetze dieses Landes hundertprozentig einhalten.

Lassen Sie es uns gemeinsam anpacken, damit wir im Dezember die Italiener in Turin schlagen."

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