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Frankfurts Christoph Spycher (l.) im Zweikampf mit Herthas Raffael © getty

Nach der Niederlage gegen Frankfurt rückt das rettende Ufer für Berlin in weite Ferne. Bei der Eintracht brilliert ein Abwehrspieler.

Berlin - Die Lage für Hertha BSC Berlin wird immer hoffnungsloser.

Das Team von Trainer Friedhelm Funkel unterlag nach einer äußerst schwachen Vorstellung vor eigenem Publikum gegen Funkels Ex-Klub Eintracht Frankfurt 1:3 (0:1) und taumelt nach der elften Saisonniederlage dem fünften Abstieg in die zweite Liga entgegen.

Mit nur fünf Punkten aus 14 Spielen bleibt die Hertha abgeschlagenes Tabellen-Schlusslicht, der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt für die seit knapp vier Monaten sowie 13 Ligapartien auf einen Sieg wartenden Berliner nun schon sieben Zähler. (DATENCENTER: Der 14. Spieltag)

Dennoch wollte Funkel trotz des erneuten Rückschlags von eigener Ratlosigkeit nichts wissen: "Ich bin nicht ratlos. Wir haben schlecht gespielt, dennoch war es kein Offenbarungseid."

Allerdings musste auch der Hertha-Coach zugeben: "Wir haben nicht das umgesetzt, was wir wollten. Die Mannschaft ist mit der Situation einfach nicht klar gekommen. Wir waren nervös und hatten daher viele Abspielfehler."

Ochs macht ersten Treffer

Patrick Ochs (11.) mit seinem ersten Treffer nach über drei Jahren, Maik Franz (70.) und Alex Meier (76.) sorgten für den klaren Sieg der Hessen, für Hertha verkürzte Adrian Ramos mit seinem zweiten Bundesligator (81.).

Ochs gab sich nach dem Spiel aber zurückhaltend: "Meinem Tor geht ein sensationeller Pass von Liberopoulos voraus. Deswegen geht mein Kompliment an die gesamte Mannschaft. Man sollte jetzt aber bescheiden bleiben, denn ich habe auch schon schlechtere Spiele abgeliefert."

Verunsicherte Hertha

Funkel muss auch nach dem siebten Spiel weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg als Coach des Hauptstadt-Klubs warten. Die Hessen etablierten sich dagegen mit ihrem fünften Saison-Erfolg im Liga-Mittelfeld.

Vor 50.000 Zuschauern im Olympiastadion war Hertha die Verunsicherung durch die Negativ-Erlebnisse der letzten Wochen deutlich anzumerken. 178794(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Die Gastgeber hatten Probleme im Spielaufbau und wurden gleich bei der ersten Gäste-Chance kalt erwischt.

Nikos Liberopoulos spielte mit einem schönen Pass Ochs frei, und der völlig allein vor Hertha-Torwart Jaroslav Drobny auftauchende Mittelfeldspieler hatte keine Mühe den Ball einzuschieben (11.). Für den 25-Jährigen war es das erste Bundesliga-Tor seit dem 17. September 2006.

"Müssen um unser Leben kämpfen"

Berlin wirkte geschockt und leistete sich zu viele Ballverluste. Einen davon hätte die Eintracht zum 2:0 nutzen müssen, doch der freistehende Alexander Meier traf nach einer Ochs-Flanke (18.) den Ball nicht richtig und verzog.

Hertha-Verteidiger beklagte die mangelnde Einstellung: "Wir können es noch schaffen, aber wir müssen jetzt um unser Leben kämpfenen, denn es geht hier schließlich um den ganzen Verein."

Frankfurt mit besserer Spielanlage

Die Gastgeber, bei denen Funkel auf den kranken Mittelfeldspieler Patrick Ebert verzichten musste, wachten erst spät auf und hatten eine gute Möglichkeit durch Maximilian Nicu.

Doch der Deutsch-Rumäne scheiterte an Gäste-Schlussmann Oka Nikolov (31.). Insgesamt zeigten die Frankfurter, bei denen Angreifer Liberopoulos nach dem Tod seines Vaters wieder in die Startelf zurückkehrte, aber die deutlich reifere Spielanlage.

Nach dem Seitenwechsel brachte Funkel den kolumbianischen Stürmer Adrian Ramos und Hertha erhöhte anfangs den Druck.

Ochs und Meier beste Eintracht-Kicker

Der Hauptstadt-Klub spielte jedoch zu umständlich, produzierte weiter zu viele Fehlpässe und sorgte nur selten für Torgefahr.

Bundesliga-Niveau war bei den Berlinern kaum zu erkennen. Die Eintracht blieb bei ihre Kontern gefährlich und erhöhte nach einer Hereingabe von Ochs durch Rechtsverteidiger Franz.

Auf Seiten der Berliner, die im nächsten Spiel bei Schalke 04 auch noch auf Kapitän Arne Friedrich (5. Gelbe Karte) verzichten müssen, gefiel nur Torhüter Drobny. Bei Frankfurt waren die Torschützen Meier und Ochs sowie der fleißige Liberopoulos die besten Akteure.

Funkel weiß, dass in den nächsten Tagen eine Menge Arbeit auf ihn wartet: "Ich muss diese Situation jetzt analysieren und mir für das Spiel gegen Schalke einiges einfallen lassen."

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