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Per Mertesacker (2.v.r.) erzielte sein zweites Saisontor © getty

Die Bremer setzen ihre Serie fort und bleiben ungeschlagen. Doch nach dem 2:2 gegen Wolfsburg gibt es Aufregung um ein Handspiel.

Von Mathias Frohnapfel

München - Tim Wiese stürmte mit nach vorne.

Der Ausflug des Torhüters hatte etwas von einer Verzweiflungstat - beim Stand von 1:2 für Wolfsburg und der verrinnenden Nachspielzeit.

Werders Superserie von 21 Pflichtspielen ohne Niederlage war in höchster Gefahr.

Doch am Ende jubelten die Bremer, weil Per Mertesacker doch noch der Treffer zum 2:2-Ausgleich gelang.

Und Wiese machte wohl zum ersten Mal seit langem per "Diver" beim Torjubel seiner Kameraden mit.

Mit dem kurz vor Schluss erbeuteten Punkt war sogar die vorübergehende Tabellenführung eingetütet, die Leverkusen am Sonntag durch ein 4:0 gegen Stuttgart zurückeroberte.. (DATENCENTER: Bundesliga)

Wolfsburger stocksauer

"Wir wollten den Ausgleich unbedingt, das hat man gespürt", berichtete Mertesacker glücklich nach dem Schlusspfiff.

Derweil konnten die Wolfsburger gar nicht aufhören, sich über das Bremer Tor aufzuregen.

Aus ihrer Sicht war der Ecke von Werder ein absichtliches Handspiel von Mesut Özil vorausgegangen.

Edin Dzeko sah sich daher um den gerechten Lohn betrogen.

Der Bosnier hatte kaltschnäuzig zwei Konter einer ansonsten ziemlich defensiven VfL-Elf abgeschlossen.

"Der Schiedsrichter muss abpfeifen"

"Das war klares Hand vor der Ecke!", schimpfte Dzeko. "Das Tor darf nicht passieren, der Schiedsrichter muss das abpfeifen."

Noch nicht mal über seinen Doppelpack konnte sich der Stürmer freuen, der zuvor zwei Monate in der Liga ohne Treffer geblieben war.

"Die Enttäuschung ist riesengroß", gab er zu.

Schließlich hätten die "Wölfe" nach der 2:3-Niederlage in Nürnberg und dem 1:2 bei ZSKA Moskau endlich wieder gewinnen können.

Veh genervt

Das nervte auch Trainer Armin Veh, der von "einem richtig guten Auswärtsspiel" seines Teams sprach.

"Im Moment werden wir da ziemlich gebeutelt. Da wurde ein klares Handspiel nicht gesehen. Ich hoffe nur, es gleicht sich irgendwann aus", meinte Veh.

Schiedsrichter Günter Perl wollte die Kritik indes nicht auf sich sitzen lassen.

Schiedricher verteidigt Entscheidung

Die entscheidende Szene vor Werders Ecke analysierte er so: "Für mich war schwer zu bewerten, ob Özil den Ball an die Hand oder ins Gesicht bekommt."

Selbst wenn Özil den Ball mit der Hand berührte, war es für Perl kein absichtliches Handspiel. Die Begründung: "Der Ball kam aus so naher Entfernung, dass es nicht Absicht sein konnte."

Den Bremern war die Debatte ohnehin egal. Doch Trainer Thomas Schaaf war trotzdem unzufrieden.

"Wir waren zu nachlässig in der Abwehr und haben es dadurch dem Gegner zu leicht gemacht", mäkelte er.

Frings findet Titelträume verfrüht

Und Torsten Frings, der nach vierwöchiger Verletzungspause wieder spielte, hatte keine Lust angesichts des Ergebnisses über Titelträume zu sprechen.

"Es ist Schwachsinn, jetzt schon von der Meisterschaft zu fabulieren", maulte Frings die Reporter an.

Zugleich war die Aussage des Werder-Kapitäns womöglich auch eine Reaktion auf den Optimismus von Klaus Allofs.

Der Geschäftsführer war zuletzt durchaus optimistisch mit dem Thema umgegangen und erklärte nun:

"Wenn man nicht über seine Ambitionen redet, wird einem fehlender Mut nachgesagt. Wenn man es doch tut, nimmt man den Mund angeblich zu voll. Man kann es keinem recht machen."

Pizarro fehlt

Dabei hatte Bremen in der ersten Hälfte sehr dominant gespielt, phasenweise das Wolfsburger Tor mit schönen Kombinationen bestürmt.

Doch der verletzte Stürmer Claudio Pizarro wurde erneut schmerzlich vermisst.

Was Frings nach der Partie mit Blick auf Wolfsburgs Dzeko deutlich machte: "Die haben einen Stürmer, der die beiden Chancen reinmacht."

Derweil konnte sich Wiese ein Grinsen nicht verkneifen.

"Schade, dass Merte da war, sonst hätte ich ihn rein gemacht", meinte der Werder-Keeper.

Denn für ihn war klar: "Wir können momentan nicht verlieren."

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