vergrößernverkleinern
Mainz' Nikolce Noveski foult den 22-jährigen Eljero Elia © getty

In Mainz verliert der HSV erst verletzungsbedingt Elia und kassiert dann ein spätes Gegentor. Entsprechend groß ist der Frust.

Mainz - Der Hamburger SV schreit nach Hilfe:

Nach dem sechsten Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg und der Fortsetzung der beispiellosen Verletzungsserie beschwörte HSV-Kapitän David Jarolim die Fußball-Götter.

"Das ist der absolute Wahnsinn. Erst trifft der Schiedsrichter eine furchtbare Fehlentscheidung und pfeift Eckball anstatt Abstoß. Dann schießen wir uns den Ausgleich so gut wie selbst ins Tor," sagte Jarolim.

"Und nach dem Foul an Elia hätte der Schiedsrichter sofort die Rote Karte zeigen müssen. Im Moment läuft alles gegen uns", schimpfte er weiter.

Referee Manuel Gräfe hatte tatsächlich beim 1:1 (1:0) bei Überraschungs-AufsteigerMainz 05 nicht seinen besten Tag erwischt.

Labbadia selbstkritisch

Allerdings hatte sich der HSV den verpassten Sieg in der erneut ausverkauften Mainzer Arena eher selbst zuzuschreiben. Das sah auch Hamburgs Trainer Labbadia so.

Die Verletzung von Eljero Elia, der nach einem bösen Foul von FSV-Verteidiger Nikolce Noveski mit Verdacht auf Bänderriss vom Platz getragen werden musste und die schier endlose Verletztenliste der Hamburger verlängerte, wollte er denn auch nicht als Entschuldigung gelten lassen.

"Wir haben uns von der Verletzung auch nicht beirren lassen. Unser Manko war viel mehr, dass wir dem FSV nicht den entscheidenden K.o.-Stoß versetzen konnten", sagte Labbadia.

"Wir haben nicht genügend Souveränität ausgestrahlt, um den Sieg über die Zeit zu bringen."

Labbadia muss wie schon in den vergangenen beiden Jahren als Trainer der SpVgg Greuther Fürth sowie von Bayer Leverkusen nach einem starken Start eine Negativserie verkraften.

Ideenlose Mainzer

Dabei hatten die 20.300 Zuschauer in Mainz ihre Hoffnungen auf das siebte Heimspiel in Folge ohne Niederlage fast schon aufgegeben.

Gegen die ordentlich spielenden Hamburger fiel den Gastgebern bis auf zwei gute Chancen von Stürmer Aristide Bance (2./ 48.) vor allem in der Offensive kaum etwas ein.

Doch dann entschied Referee Gräfe kurz vor dem Ende auf Eckball für den FSV, obwohl der eingewechselte Mainzer Eugen Polanski den Ball über die Torauslinie gedrückt hatte.

Zu allem Überfluss leitete David Rozehnal im Fünfmeterraum den Ball auch noch direkt zu dem frei vor dem HSV-Tor stehenden Tim Hoogland, der in der 84. Minute aus kurzer Distanz die frühe Führung des Hamburger Youngsters Tunay Torun (3.) ausglich.

Mathijsen sucht Schuld nicht beim Schiedsrichter

"Wenn man ein Spitzenteam sein will, dann darf man so ein Spiel nicht mehr aus der Hand geben", meinte HSV-Abwehrchef Joris Mathijsen, der die Schuld aber nicht bei Gräfe suchen wollte.

Ebenso wenig wie sein Trainer: "Wir haben in den letzten Wochen sicher nicht viel Glück gehabt. Ein nicht gegebenes Tor, davor ein Elfmeter gegen uns in letzter Minute", meinte Labbadia.

"Nun soll es kein Eckball gewesen sein. Aber diese Ausreden lasse ich nicht gelten. Wir hätten in einigen Situationen einfach eiskalt sein müssen."

Torun macht den Vater froh

Eiskalt vor dem Tor war zumindest der 19 Jahre alte Torun, der sein erstes Bundesligator seinem Vater widmete.

"Mir wären drei Punkte zwar lieber gewesen als mein erstes Bundesligator, meinem Vater habe ich aber trotzdem eine große Freude bereitet. Er wird über das Tor sicher besonders glücklich sein."

Glücklich war auch FSV-Coach Tuchel, nachdem die Festung am Mainzer Bruckweg auch vom HSV nicht gestürmt wurde.

Der Blick beim Trainer und seinen Spielern ging aber bereits zum Rhein-Main-Derby am Samstag bei Eintracht Frankfurt.

Der erneut starke Keeper Heinz Müller wird besonders motiviert sein: "Da gewinne ich als gebürtiger Frankfurter natürlich besonders gerne".

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel