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Josip Simunic (l.) greift BVB-Torwart Roman Weidenfeller verbal an © getty

Auf und neben dem Spielfeld geht es zwischen Hoffenheim und Dortmund hoch her. 1899-Trainer Rangnick sucht die Schuld beim Referee.

Sinsheim - Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick nahm den Schiedsrichter ins Visier, Manager Jan Schindelmeiser attackierte Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke und unverbesserliche BVB-Fans beleidigten zum wiederholten Mal Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp:

Das Aufeinandertreffen von 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund, das die Westfalen nach turbulentem Spielverlauf mit 2:1 (1:0) für sich entscheiden konnten, scheint sich immer mehr zu einem Hass-Duell zu entwickeln.

Schindelmeiser gießt Öl ins Feuer

Vor allem Schindelmeiser goss nach der Partie, die im Vorfeld durch die verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Chefetagen der Klubs schon stark aufgeheizt war, zusätzlich Öl ins Feuer.

"Ein bisschen Brandstiftung war schon dabei", kommentierte der Manager die jüngsten Attacken von BVB-Geschäftsführer Watzke, die nach Ansicht Schindelmeisers eine Ursache für die Entgleisungen der BVB-Anhänger waren.

Erneute Beleidigungen gegen Hopp

Vor und während der Partie wurde Hopp von einem großen Teil der 3000 mitgereisten Dortmunder Fans erneut übel beschimpft.

Auf einem Plakat war die Aufschrift "Fahr zur Hölle, Hopp" zu lesen. 178794(DIASHOW: Die Bilder des 14. Spieltags)

"Dort kommen Dummheit und schlechtes Benehmen zusammen", sagte Schindelmeiser zum Verhalten der Gäste-Fans, die im vergangenen Jahr durch das Plakat mit Hopp im Fadenkreuz und der Aufschrift "Hasta la vista" bereits negativ aufgefallen waren.

Watzke sorgt für Ärger

Watzke, der in der vergangenen Woche zunächst die Anteile der Hoffenheimer an den TV-Geldern als zu hoch kritisiert und dann die Fans zur Besonnenheit aufgerufen hatte, distanzierte sich vom Verhalten der Fans.

"Es gibt immer ein paar Leute, denen man nicht helfen kann", sagte der Funktionär, der nach eigenem bekunden "kein Problem mit den handelnden Personen" der Hoffenheimer hat.

Rangnick kritisiert den Schiedsrichter

Ein Problem hatte dagegen Rangnick mit Schiedsrichter Michael Kempter.

Für Hoffenheims Coach war die Strafstoß-Entscheidung des Unparteiischen, die vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena zum Endstand durch den verwandelten Foulelfmeter von Nuri Sahin (79.) führte, eine absichtliche Fehlentscheidung.

"Herr Kempter wollte Elfmeter geben. Er hat versucht, mit einem zweiten Fehler, seinen ersten Fehler zu korrigieren. Wenn man in diesen Szenen immer Elfmeter geben würde, gäbe es sechs Elfmeter pro Spiel", bewertete Rangnick das Halten seines Abwehrchefs Josip Simunic gegen den Dortmunder Innenverteidiger Neven Subotic.

"Weidenfeller sollte Schauspieler werden"

Mit dem "ersten Fehler" bezog sich Rangnick auf eine Szene in der 76. Minute.

Dabei sorgte Kempter für Aufgregung, als er die Partie wegen der Verletzung des Hoffenheimer Stürmers Demba Ba unterbrach, obwohl der Dortmunder Mohamed Zidan in dieser Szene einen Treffer erzielte.

Doch damit nicht genug. In der 81. Minute zeigte Kempter dem sieben Minuten zuvor eingewechselten Hoffenheimer Maicosuel die Rote Karte, weil der Brasilianer dem Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller den Ball in überharter Manier aus der Hand schlug.

"Weidenfeller sollte Schauspieler werden", kommentierte Hoffenheims Torwart Timo Hildebrand die etwas theatralische Reaktion seines Gegenübers.

Hoffenheim verliert an Boden

Aufgrund all dieser strittigen Szenen gerieten die sportlichen Auswirkungen der Partie, in der neben Sahin der Pole Jakub Blaszczykowski (3.) und Ba (49.) trafen, fast in den Hintergrund.

"Die Ausgangsposition war da, um oben anzugreifen. Aber wenn man nur 45 Minuten guten Fußball spielt, dann kann man auf Dauer nicht erfolgreich sein", sagte Schindelmeiser, dessen Klub sich durch die Pleite nicht in der Spitzengruppe der Tabelle etablieren konnte.

Dagegen hat der stark ersatzgeschwächte BVB durch das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage seinen Platz im vorderen Mittelfeld gesichert.

"Für uns war das ein ganz großartiger und wichtiger Sieg", meinte Trainer Jürgen Klopp, der zum 150. Mal als Trainer bei einem Bundesligaspiel an der Seitenlinie stand.

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