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Stefan Kießling (r.) erzielte gegen Stuttgart seine Saisontore zehn, elf und zwölf © getty

Bayer erteilt schwachen Stuttgartern eine Lehrstunde. Kießling erzielt drei Treffer. VfB-Sportchef Heldt ist außer sich vor Wut.

Leverkusen - Zauberfußball und Tore zum Genießen: Spitzenreiter Bayer Leverkusen marschiert mit großen Schritten in Richtung Herbstmeisterschaft.

Die Elf von Trainer Jupp Heynckes besiegte nach einer Gala-Vorstellung und einem Dreierpack von Nationalstürmer Stefan Kießling den VfB Stuttgart mit 4:0 (2:0) und baute den Vorsprung an der Tabellenspitze auf drei Punkte aus.

Zugleich blieb Bayer auch im 14. Saisonspiel ohne Niederlage und ist damit als einziges Profiteam noch ungeschlagen.

Stuttgarts Vorstellung glich fünf Tage nach dem 2:0 bei den Glasgow Rangers in der Champions League einer Bankrotterklärung.

"Dämlich, Vollkatastrophe, das geht überhaupt nicht", hatte Sportvorstand Horst Heldt bereits in der Halbzeitpause geschimpft und seiner Mannschaft ein schlimmes Zeugnis ausgestellt.

"Wir spielen großen Mist zusammen. Was einige Leute abliefern, habe ich in so einer Situation noch nie gesehen. Der Trainer sollte am besten alle elf auswechseln", fügte Heldt mit hochrotem Kopf hinzu.

Druck auf Babbel wächst

Der VfB, der seit nun sieben Ligaspielen auf einen Sieg wartet, findet sich dagegen mit nur elf Punkten auf dem vorletzten Platz wieder.

Der Druck auf Trainer Markus Babbel wird nach der Niederlage und der längsten Negativserie seit zehn Jahren immer größer.

"Wir haben einfach nur Scheiß gespielt, von Anfang bis Ende", sagte ein konsternierter Stuttgarter Nationalspieler Serdar Tasci nach dem Abpfiff.

Zwei Pfostentreffer durch Kroos

Kießling mit seinen Saisontoren Nummer zehn bis zwölf (22./59./87., Foulelfmeter) sowie der Schweizer Eren Derdiyok (38.) machten den achten Leverkusener Saisonerfolg perfekt.

Der VfB war mit der Höhe der Niederlage noch gut bedient. So traf Youngster Toni Kroos, der als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld brillierte, noch zweimal den Pfosten (19. und 31.).

Einbahnstraßen-Fußball

Was Bayer den Zuschauern vor allem in der ersten Halbzeit bot, war allerdings auch Fußball der Extraklasse.

Technisch, taktisch und kämpferisch waren die Leverkusener dem VfB in allen Belangen überlegen. Bayer spielte quasi Einbahnstraßen-Fußball und erarbeitete sich Chance um Chance.

Dies war umso beachtlicher, da Trainer Heynckes erneut auf seine Stammspieler Simon Rolfes, Renato Augusto und Michal Kadlec verzichten musste.

Helmes feiert Comeback

Immerhin gab Torjäger Patrick Helmes nach überstandenem Kreuzbandriss sein Comeback.

Der Nationalstürmer kam in der 89. Minute für den frenetisch gefeierten Kießling und damit zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison.

Der VfB fand bis auf eine Chance von Pawel Pogrebnjak, der an Nationaltorhüter Rene Adler scheiterte (44.), quasi gar nicht statt.

Kroos glänzt als Vorbereiter

Sehenswert waren aber die Tore: Nach einer feinen Ballstafette über Kroos und Hyypiä brauchte Kießling den Ball nur noch aus kurzer Entfernung über die Linie zu drücken.

Der 19-jährige Kroos, der nächste Saison wohl wieder zurück zu Bayern München muss, war auch Ausgangspunkt des zweiten und dritten Treffers, als er den Ball jeweils mustergültig auf Derdiyok und Kießling spielte.

Babbel reagiert zur Pause

Babbel reagierte zur Pause und brachte Roberto Hilbert und Julian Schieber ins Spiel. Chancen ergaben sich aber zunächst nur auf Leverkusener Seite.

Erst setzte Arturo Vidal den Ball frei vor Jens Lehmann stehend über das Tor (48.), dann scheiterte Kroos am Stuttgarter Keeper.

Stuttgarter Fans haben genug

Während die Bayer-Fans die Welle durch das Stadion schwappen ließen, verschaffte der Stuttgarter Anhang nach dem dritten Bayer-Treffer seinem Unmut Luft. "Wir haben die Schnauze voll", schallte es aus dem VfB-Block.

Bei Bayer waren in einer durchweg starken Mannschaft Mittelfeldstratege Kroos, Kießling und Manuel Friedrich die herausragenden Akteure. Auf Stuttgarter Seite erreichte kein Spieler Normalform.

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