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Stefan Kießling feierte im November seine Rückkehr in die Nationalmannschaft © getty

Bayer marschiert Richtung Herbstmeisterschaft. Heynckes lobt sein Team, Stuttgarts Babbel nimmt seine Spieler in die Pflicht.

Leverkusen - Die Bayer-Fans feierten enthusiastisch ihre Mannschaft und vor allem den dreifachen Torschützen Stefan Kießling, dagegen verabschiedeten die Stuttgarter Anhänger ihr Team mit gellenden Pfiffen.

Spitzenreiter Leverkusen blieb auch im 14. Saisonspiel ohne Niederlage.

"Über weite Strecken haben wir erstklassigen Fußball gespielt", zeigte sich Bayer-Trainer Jupp Heynckes zufrieden.

Heldt macht seinem Ärger Luft

Nach dem achten Saisonsieg marschiert Leverkusen mit großen Schritten in Richtung Herbstmeisterschaft, für den VfB und dessen Teamchef Markus Babbel wird die Lage hingegen immer dramatischer.

"So eine Mannschaftsleistung habe ich nicht erwartet", sagte Teamchef Markus Babbel nach dem 0:4 (0:2) am Sonntagnachmittag. "Das ist absolut enttäuschend, vor allem die Art und Weise, wie wir das Spiel verloren haben."

Sportvorstand Horst Heldt hatte bereits in der Halbzeitpause seinem Unmut freien Lauf gelassen. "Wir spielen großen Mist zusammen. Was einige Leute abliefern, habe ich in so einer Situation noch nie gesehen. Der Trainer sollte am besten alle elf auswechseln..."

Babbel sagt Trainer-Lehrgang ab

Der VfB, der unter der Woche in der Champions League 2:0 bei den Glasgow Rangers gewann, wartet in der Bundesliga seit nun sieben Spielen auf einen Sieg, findet sich mit nur elf Punkten auf dem vorletzten Platz wieder.

"Es muss jetzt jeder erkannt haben, dass wir im Abstiegskampf angekommen sind", sagte Babbel, der seine Teilnahme am DFB-Trainer-Lehrgang in der kommenden Woche absagen wird.

Er wolle ab Montag mit der Mannschaft weiter arbeiten und hochkonzentriert in die Woche starten.

Heynckes lobt Kießling und Kroos

Derweil feierten die Leverkusener den Ausbau der Tabellenführung. Bayer 04 hat nach der Gala-Vorstellung drei Punkte Vorsprung gegenüber Verfolger Werder Bremen.

Entsprechend zufrieden war Heynckes: "Ich bin sehr zufrieden, einige Spieler waren heute überragend, wie zum Beispiel Kroos oder Kießling."

Kießling mit seinen Saisontoren Nummer zehn bis zwölf (22./59./87., Foulelfmeter) sowie der Schweizer Eren Derdiyok (38.) machten den achten Leverkusener Saisonerfolg perfekt, der noch höher hätte ausfallen können.

So traf Kroos, der als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld brillierte, noch zweimal den Pfosten (19. und 31.).

Bayer in allen Belangen überlegen

Bayer bot vor allem in der ersten Halbzeit Fußball der Extraklasse. Technisch, taktisch und kämpferisch waren die Leverkusener dem VfB in allen Belangen überlegen.

"Wir haben 15 Minuten gebraucht um ins Spiel zu kommen, aber danach hat man gesehen, wie wir Fußball spielen können", sagte Dreifach-Torschütze Kießling.

"Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein paar kleine Fehler drin, aber im Großen und Ganzen haben wir überhaupt nichts zugelassen. Das zeichnet uns im Moment aus."

Helmes nach Kreuzbandriss zurück

Bayer spielte quasi Einbahnstraßen-Fußball und erarbeitete sich Chance um Chance.

Dies war umso beachtlicher, da Heynckes erneut auf seine Stammspieler Simon Rolfes, Renato Augusto und Michal Kadlec verzichten musste.

Immerhin gab Torjäger Patrick Helmes nach überstandenem Kreuzbandriss sein Comeback. Der Nationalstürmer kam in der 89. Minute für den frenetisch gefeierten Kießling und damit zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison.

"Wir haben ein Riesenspiel gezeigt, von daher war es für mich kein Problem, so lange draußen zu warten", sagte Helmes.

VfB-Spieler selbstkritisch

Der VfB kam in der zweiten Halbzeit kaum noch vor das Leverkusener Tor.

"Wir haben die Schnauze voll", sangen die Stuttgarter Fans nach dem 0:3, und die Spieler gaben sich einsichtig.

"Wir haben einfach einen Scheiß gespielt", sagte Verteidiger Serdar Tasci.

"Heute haben wir alles falsch gemacht, was wir in Glasgow richtig gemacht haben", meinte Christian Träsch.

Babbel und Heldt nehmen Team in die Pflicht

Babbel und Heldt nahmen die VfB-Spieler in die Pflicht.

"Ich erwarte, dass die Spieler einfach wissen, dass es hier um die Existenz des Vereins geht und nicht um ihre eigene Existenz. Und wenn sie so weitermachen, dann steigt der Verein ab", sagte Heldt.

"Man kann sich nicht immer nur schützend vor die Mannschaft stellen, sondern es muss auch was von der Mannschaft zurückkommen", betonte Babbel.

"Wir müssen die Ärmel hochkrempeln um Siege einzufahren, die jetzt unbedingt notwendig sind, um uns schnellstmöglich wieder aus dieser Situation zu befreien."

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