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Peter Peters ist hauptberuflich Geschäftsführer bei Schalke 04 © getty

Um die Bundesliga für die Fernseh-Vermarktung attraktiver zu machen, erwägt die DFL eine weitere Streuung der Anstoßzeiten.

Frankfurt - Die Fußball-Fans müssen nach dem geplatzten Drei-Milliarden-Deal mit der Sportrechteagentur Sirius mit einer weiteren Zersplitterung der Spieltage rechnen.

Die Aufstockung der Bundesliga und der zweiten Liga auf je 20 Teams ist dagegen wohl frühestens ab der Spielzeit 2012/13 ein Thema.

"Wir schreiben jetzt die TV-Rechte bis 2012 auf der Basis zweier 18er-Ligen aus. Eine Änderung kann es meiner Meinung nach erst danach geben", sagte Peter Peters, Vizepräsident des Ligaverbandes.

"Es müsste ja auch der Grundlagenvertrag mit dem DFB geändert werden", so Peters weiter: "Wir sollten da nichts übers Knie brechen, sondern erstmal die Fakten auf den Tisch legen. Den Daumen in den Wind zu halten, bringt nichts."

Spagat mit Salami-Spieltagen

Ab der kommenden Spielzeit schon sind dagegen neue Anstoßzeiten an den Bundesliga-Wochenenden und Salami-Spieltage wahrscheinlich.

Bei der von der DFL nun in Eigenregie ausgeführten Ausschreibung der TV-Rechte-Pakete soll der Fan allerdings nicht überlastet werden.

"Die Pakete, die wir anbieten, werden anders aussehen als bisher - mit Spielplanänderungen, die aber vertretbar sein müssen, nicht nur für die Fernsehsender, sondern auch für die Zuschauer in den Stadien. Diesen Spagat müssen wir schaffen", sagte Peters.

Samstagabend-Spiel in der Diskussion

Laut Peters besteht die Möglichkeit, dass ab der kommenden Saison ein drittes Sonntagsspiel fest in den Spielplan integriert wird, einige Partien könnten dann bereits früher beginnen.

Auch ein Samstagabend-Spiel steht zur Diskussion. "Zudem könnte die Zweite Liga auch samstags vor der ersten Liga spielen. Aber das sind nur mögliche Elemente der Ausschreibung, noch keine Fakten. Die DFL wird voraussichtlich Ende Oktober einen Spielplan sowie entsprechende TV-Pakete präsentieren", erklärte Peters.

Mit der weiteren Zersplitterung will die DFL die Bundesliga für die TV-Sender attraktiver machen. Derzeit befürchten zahlreiche Klubs, in Zukunft nicht einmal mehr die aktuelle Summe von 409 Millionen Euro pro Jahr für die Inlandsvermarktung zu erzielen.

10 Bundesligisten für Ligapokal-Rückkehr

Ursprünglich sollten aus dem nun geplatzten Deal mit der Kirch-Tochter Sirius in den kommenden sechs Jahren bis 2015 im Schnitt garantierte 500 Millionen Euro in die Kassen fließen.

Die Einführung eines Ligaballs, die Verpflichtung eines Ligasponsors sowie das Comeback des Ligapokals waren im Ligavorstand in den vergangenen Wochen diskutiert worden, um mögliche Verluste aufzufangen.

Einer "kicker"-Umfrage zufolge sprachen sich auch 10 der 18 Erstligisten für eine Wiedereinführung des Ligapokals aus.

Rummenigge: Höchstens "Ligapokal light"

In den Mittelpunkt ist nach dem geplatzten Milliarden-Deal nun allerdings die Aufstockung der 1. und 2. Bundesliga auf je 20 Teams gerückt.

"Bevor wir den Ligapokal aus dem Boden stampfen, sollten wir lieber über eine Ausweitung des bestehenden Spielsystems diskutieren", erklärte Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen.

Vehement gegen eine Aufstockung der Bundesliga ist weiterhin Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Auch dem Ligapokal würde Rummenigge nur in einer "Light-Version" zustimmen.

"Entweder den Supercup in einem Spiel zwischen Meister und Pokalsieger oder den Ligapokal in der bis 2008 praktizierten Form mit den ersten Fünf der Bundesliga und dem Pokalsieger", meinte Rummenigge.

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