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Felix Magath hatte seine erste Station als Trainer beim FC Bremerhaven © getty

Aus aktuellem Anlass denkt der Trainer und Manager von Schalke 04 über eine neue Form der Bestrafung im Profifußball nach.

München - Nach Ansicht von Felix Magath könnte eine Reform des Sanktionssystems für mehr Gerechtigkeit im Fußball sorgen.

"Ich plädiere seit Jahren zusätzlich zur Gelben und Roten Karte für die Grüne. Die soll eine Bestrafung signalisieren, jedoch nicht den Ausschluss vom Spiel. Das sollte, wenn möglich, immer mit elf gegen elf Mann beendet werden", erklärte der Trainer und Manager des FC Schalke 04 in einem Gastbeitrag für das "Hamburger Abendblatt".

Geldstrafen das richtige Sanktionsmittel

"Ich halte Geldstrafen, meinetwegen auch hohe - als Folge der Grünen Karte - ohnehin im Profifußball prinzipiell für das richtige Sanktionsmittel. Mit ihr wird ein individuelles Fehlverhalten geahndet, ohne dass die ganze Mannschaft oder im Extremfall der ganze Verein darunter zu leiden hat".

Als aktuelles Beispiel führte Magath den Platzverweis für den Hoffenheimer Maicosuel am vergangenen Samstag gegen Borussia Dortmund an.

Rot gegen Maicosuel war zu hart

Der Brasilianer hatte vor seiner Roten Karte BVB-Torhüter Roman Weidenfeller den Ball aus der Hand geschlagen.

"Natürlich war das eine unsportliche Aktion, und sie gehört bestraft, aber bitte nicht mit einem Platzverweis. Schließlich ist niemand zu Schaden gekommen, selbst der Ball konnte weitermachen", erklärte Magath und nannte weitere Vorteile der möglichen Grünen Karte.

"Fehlentscheidung kann Existenzen vernichten"

"Es würde damit auch ein Stück Gerechtigkeit hergestellt. Eine Fehlentscheidung im Fußball kann Existenzen vernichten, Trainer werden nach Niederlagen entlassen, Klubs steigen ab oder nicht auf", erklärte Magath.

"Wie oft stellen wir im Nachhinein fest, dass eine Gelbe oder Rote Karte überzogen war oder eine andere gar nicht erst gegeben wurde."

Keine Überlastung der Sportgerichtsbarkeit

Er will dabei auch eine vermeintliche Überlastung der Sportgerichtsbarkeit durch Einführung der Grünen Karte nicht gelten lassen.

"Das halte ich für vorgeschoben. Gerechtigkeit ist aller Mühen wert. Und dass damit der Videobeweis durch die Hintertür eingeführt würde, auch das würde ich begrüßen. Es wäre ein Akt des Fairplay", meinte Magath.

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