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Ivica Olic (l.) wurde mit ZSKA Moskau 2005 UEFA-Cup-Sieger © imago

Ivica Olic symbolisiert die Hoffnung des FC Bayern auf den Aufschwung. Doch nicht nur sportlich ist er eine große Bereicherung.

Von Matthias Becker

München - Die Hoffnung hatte zu Saisonbeginn schon einmal kurz vorbeigeschaut in der Startelf des FC Bayern.

Sie hatte im ersten Saisonspiel in Hoffenheim eine Hereingabe von Neuzugang Daniel Pranjic zum ersten Treffer der Spielzeit verwandelt, stand bis zum 7. Spieltag viermal in der Startelf der Münchner, überzeugte und wurde von den Fans gefeiert.

Doch dann verletzte sich die Hoffnung schwer - und der Rekordmeister rutschte immer tiefer in die Krise. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Nun ist sie zurück. Ihr Name: Ivica Olic.

Symbol für den erhofften Aufschwung

Millionen haben sie in diesem Sommer ausgegeben in München, um zu alter Dominanz zurückzufinden. Nach stürmischen Wochen ist es nun aber Schnäppchen-Profi Ivica Olic, der den erhofften Aufschwung symbolisieren soll.

Ablösefrei kam der Kroate im Sommer vom Hamburger SV. Dort war er Publikumsliebling. Gleiches dürfte er schon sehr bald in München sein.

Auf dem Höhepunkt der Bayern-Krise schoss er gegen Maccabi Haifa den 1:0-Siegtreffer. Beim 3:0 in Hannover bereitete er das 1:0 vor und erzielte das 2:0 selbst - auf Vorlage von Danijel Pranjic. Erinnerungen an den Saisonstart wurden wach.

Besonderes Privileg bei van Gaal

Olic rennt, er kämpft, er schießt Tore - und er bleibt dabei bescheiden. Trainer Louis van Gaal lobt den "Geist" des 30-Jährigen und rühmt: "Ivica war lange verletzt. Aber er macht Tore und legt auch noch Treffer für die Kollegen auf. Außerdem hat er eine positive Ausstrahlung. Das gefällt mir.".

In Zeiten wo die Ballzauberer Ribery und Robben immer noch verletzt sind, belebt Olic nach seiner Rückkehr vom Krankenlager das ermattete Angriffsspiel der Bayern. Mit dem ebenfalls immer besser werdenden Mittelstürmer Mario Gomez harmoniert Flügelflitzer Olic prächtig.

Seinem hohen Standing bei den Münchnern wird auch dadurch Ausdruck verliehen, dass er bei van Gaal spielen darf, obwohl er nach seinem Muskelbündelriss in der Wade noch nicht wieder ganz fit ist.

"Ich habe hart gearbeitet"

Für Olic selbst ist das alles überhaupt nicht verwunderlich. "Mein Kopf war auch während meiner Verletzung ganz ruhig. Ich habe nicht viel nachgedacht, sondern hart gearbeitet", sagte er der Münchner "tz".

In seinen bisherigen elf Bundesliga-Einsätzen erreichte der Kroate die Sport1.de-Durschnittsnote 2,86. Stand er in der Startelf, haben die Bayern nur ein einziges Spiel verloren - das bei Olic' Ex-Verein Hamburger SV.

Rost: Solche Charaktere sind selten

In Hamburg vermissen sie Olic nicht nur, weil momentan beinahe alle Stürmer den Krankenschein eingereicht haben. Auch die menschlichen Qualitäten des neuen Bayern-Hoffnungsträgers sind kaum zu ersetzen.

"Charaktere wie Ivica sind im Fußballgeschäft selten zu finden. Ich habe dreieinhalb Jahre mit ihm das Zimmer geteilt. Und ganz ehrlich: Das ist schwer zu toppen", sagte HSV-Torhüter Frank Rost der "Süddeutschen Zeitung".

Die Vergleiche mit dem in München heiß und innig geliebten Hasan "Brazzo" Salihamidzic, weiland ebenfalls ablösefrei aus Hamburg gekommen, liegen auf der Hand.

"Finale" in Turin steht an

Mit Salihamidzic feierten die Bayern 2001 den letzten großen internationalen Triumph und wurden Champions-League-Sieger.

Davon sind sie eine Woche vor dem "Gruppenfinale" bei Juventus Turin zwar noch weit entfernt.

Dank Ivica Olic ist aber zumindest die Hoffnung zurückgekehrt.

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