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Danijel Pranjic erzielte im letzten Jahr 16 Ligatore für seinen Ex-Verein Heerenveen © getty

Der Mittelfeldspieler hofft, dass Bayern die Wende gelungen ist. Mit guten Leistungen will er jetzt die Fans überzeugen.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Das deutsche Wort "Buhmann" hat Danijel Pranjic noch nicht gehört. Was es bedeutet, weiß der Mittelfeldspieler des FC Bayern aber allzu gut.

Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete während der Münchner Talfahrt fast jede seiner Auswechslungen.

Für viele Fans war der Neue vom SC Heerenveen schon nach vier Monaten ein Fehleinkauf.

Auf der linken Abwehrseite überzeugte er nicht. Jetzt scheint er zumindest auf seiner Lieblingsposition im linken Mittelfeld langsam Fuß zu fassen.

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Endlich auf gewohnter Position

In der Champions League gegen Haifa unterliefen dem Kroaten weniger Fehler als in den Partien zuvor.

"Ich habe ihn geschützt, ich habe mit ihm geredet und mit ihm trainiert", erklärt Louis van Gaal gegenüber Sport1.de Pranjics Leistungsanstieg.

Für den Bayern-Trainer ist die Erfolgsformel für den 1,70 Meter kleinen, drahtigen Spieler einfach.

"In Kroatiens Nationalelf hat Pranjic auf dieser Position im Mittelfeldmann gespielt. Das ist seine Position, die hat er auch in Herrenveen übernommen."

Gegen Haifa brachte er Pranjic, obwohl der zwei Tage zuvor krank war, eine Erkältung mit sich rumschleppte.

Pfiffe der Fans taten weh

Und beim 3:0-Sieg gegen Hannover bereitete Pranjic, der am Mittwoch 28 wird, sogar den Treffer von Ivica Olic mit einer gut getimten Flanke vor. Noch eine Streicheleinheit fürs angekratzte Selbstbewusstsein.178794(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

"Ich habe mir gesagt: Konzentrier dich völlig auf das Spiel, höre nicht auf das Publikum", berichtet Pranjic im Gespräch mit Sport1.de.

Er beantwortet die Fragen auf Englisch, achtet darauf, dass das, was er sagt, genau beim Gegenüber ankommt. Dass ihm die Pfiffe wehgetan haben, versteht sich bei dem ehrgeizigen Kroaten von selbst.

Teil der Ablöse zahlte er selbt

Für sieben Millionen Euro wollte der FCB ihn im Sommer auf Wunsch von van Gaal aus der niederländischen Liga verpflichten.

Doch Heerenveen verlangte 7,7 Millionen. Verhandlungsspielraum? Gab es so gut wie keinen.

Also zahlte Pranjic die Differenzsumme von 700.000 Euro selbst, um den Sprung zum deutschen Rekordmeister machen zu können.

Ein Wagnis. Noch dazu bekam er beim zwischenzeitlichen Absturz des FCB gemeinsam mit Edson Braafheid besonders häufig den Unmut des enttäuschten Anhangs zu spüren.

Pranjic hofft auf Unterstützung

Selbst auf der Jahreshauptversammlung gab es neben Applaus auch Pfiffe, als Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ihre Namen nannte.

Pranjic wirbt jetzt um die Unterstützung der Fans. "Das erleichtert einem auch das Spielen ungemein." Aus seiner Sicht bringt es eben nichts, "wenn sich 70.000 Zuschauer beschweren, wie schlecht Bayern ist."

Stattdessen plädiert er mit Blick auf die kommenden Partien: "Die Zuschauer und die Spieler müssen wie ein Team zusammenhalten, damit wir so das Vertrauen zurückbekommen."

Wette mit Landsmann Olic

Bereits gegen Borussia Mönchengladbach (Fr., ab 20 Uhr LIVE) folgt in der Allianz Arena die nächste Probe aufs Exempel.

Als Abnehmer für mögliche Flanken dürfte Pranjic wieder Olic suchen, mit dem er sich auch außerhalb des Platzes bestens versteht.

Den Kollegen aus der Nationalelf schätzt er für dessen "mutige Spielweise".

"Ich freu mich, dass er ein so tolles Comeback gefeiert hat", sagt Pranjic.

An Heilig Abend könnte Pranjic bei Familie Olic Weihnachtsmann spielen - wenn er bis dahin kein Tor für den FC Bayern erzielt.

So haben die Kroaten gewettet und Pranjic muss bis zum nächsten Treffer obendrein noch den Bart sprießen lassen.

Im Team festgespielt?

Aller Voraussicht nach werden beiden Teamkollegen gegen Mönchengladbach einen Einsatz von Anfang an bekommen.

Trainer van Gaal hat sich zumindest im Mittelfeld für die Variante mit Mark van Bommel auf der Sechserposition und Bastian Schweinsteiger und Danijel Pranjic auf Außen entschieden.

Für den 11-Millionen-Einkauf Anatoliy Tymoshchuk ist im Moment kein Platz.

Zur Topform fehlt noch ein Stück

Die Zentrale hält Kapitän van Bommel besetzt, auf rechts arbeite Schweinsteiger besser nach vorn und auch Pranjic spielt laut van Gaal, wenn "er fit und in Form ist".

Von dieser Form ist Pranjic noch immer ein gutes Stück entfernt, wie die erste Halbzeit in Hannover zeigte.

Doch der Kroate dürfte alles dafür tun, den Anforderungen zu genügen. Auch damitdemnächst bei seiner Auswechslung statt Pfiffen mal Beifall kommt.

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