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Sascha Riether spielte von 2002 bis 2007 beim SC Freiburg © getty

Sascha Riether ist die Stütze in der Wolfsburger Abwehr. Der Außenverteidiger spricht über die VfL-Defensive und neue Ziele.

Von Mathias Frohnapfel

München/Wolfsburg - Die Defensive ist der wunde Punkt beim Deutschen Meister.

Schon 25 Gegentore hat der VfL Wolfsburg kassiert.

Große Stütze in dieser oft wackligen Abwehr ist Sascha Riether. Der Verteidiger verpasste auf der rechten Außenbahn in der aktuellen Spielzeit noch keine Minute.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Und das obwohl Riether eigentlich lieber im Mittelfeld spielt, wie er im Sport1.de-Interview verrät.

Genau analysiert Riether vorm Wiedersehen mit seinem Heimatverein SC Freiburg (Sa., 15 Uhr LIVE), warum die Abwehr der "Wölfe" noch immer durchlässig ist.

Zudem spricht er über das große Ziel Nationalelf und die neue Spielphilosophie des VfL.

Sport1.de: Herr Riether, Sie haben in Freiburg den Sprung in den Profifußball geschafft. Wie sehr kribbelt es vorm Wiedersehen am Samstag?

Sascha Riether: Für mich ist es ein ganz besonderes Spiel, wenn der Ex-Klub kommt und das hat auch eine besondere Brisanz. Darauf freut man sich natürlich.

Sport1.de: Welche Kontakte gibt es noch nach Freiburg?

Riether: Ich bin immer mal wieder unten, hauptsächlich wenn Länderspiel-Pause ist. Ich besuche dann meine Familie, schau auch mal beim Training zu. Die Spieler, mit denen ich gespielt habe, sind zwar mittlerweile weg. Aber ein paar der Verantwortlichen kenne ich noch. Und ich habe in Freiburg viel gelernt, dem Klub einiges zu verdanken.

Sport1.de: Sie sind mit Wolfsburg Meister geworden, überzeugen derzeit als Außenverteidiger. Gleichzeitig wächst die Zahl der Schulterklopfer...

Riether: Natürlich gibt es immer viele Schulterklopfer, wenn man Erfolg hat. Aber ich bin ein bodenständiger Typ, weiß, wo ich herkomme. Das bleibt auch so. Ich hebe nicht ab.

Sport1.de: Dabei sind Sie für die Nationalmannschaft im Gespräch. Beeinflusst Sie das?

Riether: Es wird viel geschrieben über die Nationalelf: Ich mache mir darüber keine Gedanken. Ich weiß, dass ich mich im internationalen Geschäft zeigen kann: Ich muss mich auf mich konzentrieren, beim VfL in der Liga und in der Champions League gute Leistungen zeigen. Mehr liegt nicht in meinen Händen beziehungsweise Füßen (lacht).

Sport1.de: Der VfL hat in der Bundesliga schon 25 Treffer kassiert. Woran liegt diese Abwehrschwäche?

Riether: Es ist so, dass wir offensiver spielen als in der Vorsaison. Es wäre fatal, der Abwehr die Hauptschuld zu geben. Wir haben bisher insgesamt Probleme mit der Kompaktheit. Die Defensivarbeit beginnt vorne und umgekehrt. Deshalb muss man da die ganze Mannschaft ansprechen.

Sport1.de: Könnte auch ein Grund sein, dass das Team weiß, dass vorne Stürmer sind, die viel möglich machen können?

Riether: Klar wissen wir, dass wir eine richtige gute Offensivabteilung haben. Aber auch, wenn wir das wissen, dürfen wir die Defensivarbeit nicht vernachlässigen.

Sport1.de: Ist der VfL zu offensiv ausgerichtet?

Riether: Wir sind mit Sicherheit offensiv ausgerichtet, so will der Trainer ja auch spielen. Aber Spiele gewinnt man, wenn man hinten keine Tore bekommt, das müssen wir in den nächsten Partien besser machen.

Sport1.de: Andrea Barzagli ist gegen Werder wieder in die Innverteidigung zurückgekehrt. Kann er den "Wölfen" jetzt helfen?

Riether: Andrea ist ein erfahrener Spieler und Weltmeister. Letzte Saison hat er die Truppe richtig gut geführt. Es ist ganz normal, dass auch so ein Spieler mal ein Tief hat. Ich hoffe, er hat es jetzt überwunden und geht nun mit alter Stärke an die Sache ran.

Sport1.de: Trainer Armin Veh hat in der Innenverteidigung einige Wechsel vorgenommen. Welchen Einfluss hatte das aus Ihrer Sicht auf die Defensive?

Riether: Man sollte nicht immer nur auf die Aufstellung schauen. Die Abwehr hat es auch schwer, wenn im Mittelfeld die Spieler zu leicht durchkommen und die Pässe reinspielen können.

Sport1.de: Armin Veh hat auch mit dem Gedanken gespielt, Sie im Mittelfeld einzusetzen. Welche Rolle bevorzugen Sie?

Riether: Ich spiele lieber im Mittelfeld, aber klar ist: ich spiele dort, wo der Trainer mich braucht und mich als am wertvollsten ansieht. Wenn das die Viererkette ist, dann spiele ich dort und probiere meinen Job so gut wie möglich auszufüllen.

Sport1.de: Warum fühlen Sie sich im Mittelfeld wohler?

Riether: Ich denke, ich habe ein gutes Auge und im Mittelfeld ist man mehr am Spielgeschehen beteiligt als auf der Außenbahn. Ich habe in Freiburg auch schon gerne im Mittelfeld gespielt. Ich glaube, da kann ich meine Stärken noch besser einbringen.

Sport1.de: Spielt diese Überlegung bei einer möglichen Berufung in die Nationalelf eine Rolle?

Riether: Nein. Ich denke, man kann sich empfehlen, wenn man gute Leistungen bringt. Deshalb versuche ich das. Alles andere entscheidet letztlich der Bundestrainer.

Sport1.de: Ist die Gefahr da, dass der VfL am Samstag gegen Freiburg schon die große Champions-League-Partie gegen Manchester United im Kopf hat?

Riether: Das Risiko ist gar nicht groß. Wir wissen, dass wir am Samstag auch ein wichtiges Spiel haben. Wenn wir gewinnen, sind wir in der Bundesliga wieder oben mit dabei.

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