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Bayerns Thomas Müller (l.) im Zweikampf mit Gladbachs Arango © getty

Die Münchner tun sich lange schwer gegen Gladbach. Torhüter Butt muss mehrmals eingreifen. Doch der Youngster stellt den Sieg sicher.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Nein, für die "Fohlen" gab es wieder nichts zu holen.

In 41 Spielen beim FC Bayern gab es erst einen Sieg für Borussia Mönchengladbach. Es war ein 2:1 am 14. Oktober 1995. Gegen keine andere Mannschaft haben die Münchner zuhause so oft gewonnen (31).

Auch am Freitagabend entschieden sie das Spiel für sich. 2:1 (1:1) hieß es am Ende nach einer durchschnittlichen Partie für den Rekordmeister. Bemerkenswert: Es war wettbewerbsübergreifend der dritte Sieg in Folge.

Mario Gomez hatte die Gastgeber in Führung gebracht (19.), ehe Roel Brouwers den Ausgleich markierte (28.). Holger Badstuber erzielte per Freistoß-Hammer den Siegtreffer (75.).

"Gladbach hat ein sehr gutes Spiel gemacht"

"Borussia Mönchengladbach hat ein sehr gutes Spiel gemacht. In der ersten Halbzeit war Gladbach sogar besser, aber in der zweiten waren wir besser", sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal:

"Ich habe schnell gewechselt, dann haben wir das Problem gelöst. Wir spielen so wie vorher, der große Unterschied ist, dass wir jetzt Tore schießen."

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck war deutlich unglücklicher:

"Wir haben den Platz als unverdienter Verlierer verlassen. Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt. Da hat Jörg Butt die Bayern mit zwei großartigen Paraden im Spiel gehalten. Bei der Qualität der Bayern fällt dann eben mal einer rein, diesmal durch einen wunderschön geschossenen Freistoß."

Toni aus Kader gestrichen

Beide Trainer vertrauten zunächst den Teams, die am vergangenen Wochenende erfolgreich waren. Van Gaal strich jedoch Luca Toni, der mit dem Trainer seit Wochen im Clinch liegt, aus dem Kader.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

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Nebenbei: Für den abwanderungswilligen Stürmer gibt es offenbar einen weiteren Kaufinteressenten.

Nach Informationen des "Guardian" befindet sich West Ham United bereits in "fortgeschrittenen Verhandlungen", um den italienischen Weltmeister in der Winterpause zu verpflichten.

Dafür kehrten der lange Zeit verletzte Arjen Robben und der zuletzt angeschlagene Miroslav Klose zurück in den Kader. Beide saßen aber zunächst auf der Bank

Erste Chancen für die Bayern

Vier Tage vor dem entscheidenden Gruppenspiel in der Champions League bei Juventus Turin (8.12.) hatte van Gaal seine Mannschaft davor gewarnt, schon zu sehr auf diese Partie zu schauen.

Und seine Spieler schienen ihm zugehört zu haben.

Sie starteten gegen ihren Lieblings-Heimspielgegner konzentriert und beherrschten zunächst das Geschehen. Mario Gomez (4.) und Danijel Pranjic (10.) hatten dann auch gleich die ersten Chancen.

Gladbach, das mit drei Siegen und zwei Unentschieden in den letzten fünf Spielen auf sich aufmerksam gemacht hatte, legte danach jedoch seine Zurückhaltung ab.

Gomez feiert mit extravaganter Jubel-Choreographie

So musste Bayern-Keeper Jörg Butt bei einem Freistoß von Juan Arango (14.) und einem Alleingang von Michael Bradley (16.) sein ganzes Können aufbieten. Doch dann schlugen die Bayern eiskalt zu: In der 19. Minute erzielte Gomez mit einem platzierten Linksschuss von der Strafraumgrenze das 1:0.

Für den Nationalspieler war es der sechste Bundesliga-Treffer in dieser Saison, der dritte im dritten Spiel in Folge. Damit unterstrich der 35-Millionen-Einkauf seine ansteigende Form. Erst feierte er sein Tor mit dem "Torero", dann folgte ein kurioser Kollektivjubel an der Eckfahne.

Das komplette Team verfolgte offenbar einen imaginären Ball in der Luft, der im hohen Bogen auf die Eckfahne zu fliegen schien.

Dort angekommen, hob Philipp Lahm die Eckfahne hoch - eingelocht wie beim Golf. Bayern und die Hole-in-one-Heiterkeit.

Butt unter Beschuss

Die Gladbacher zeigten sich davon aber keineswegs beeindruckt. Butt verhinderte zuerst gegen Karim Matmour (22.), dann gegen Arango (27.) den Ausgleich bravourös.

Vor allem beim Schuss aus 18 Metern von Arango hatte der Keeper sein ganzes Können aufbieten müssen. Mit einem Übergriff lenkte er den Ball, der sonst im Winkel gelandet wäre, am Pfosten vorbei.

In der 28. Minute hatte Butt keine Chance mehr: Nach Traumpass von Bradley stand plötzlich Brouwers alleine vor dem Tor und schob souverän rechts unten zum 1:1 ein.

Die zweite Hälfte begann mit wenig Schwung. Die Gäste standen gut, die Bayern verfielen phasenweise wieder ins Rückpass-Muster und wirkten ideenlos.

Es wurde erst wieder lauter in der Arena, als Robben in der 58. Minute für den emsigen Ivica Olic eingewechselt wurde und sogleich mit einem schönen Dribbling auf der rechten Seite auf sich aufmerksam machte.

Van Buyten muss verletzt runter

Torchancen waren allerdings rar gesät. Der finale Pass oder Abschluss - irgendetwas hakte immer bei den Bayern. Die Borussia beschränkte sich etwas zu sehr auf Konter.

In der 70. Minute musste Bayerns Abwehrchef Daniel van Buyten verletzt vom Feld. Rob Friend erwischte hatte den Belgier mit dem Ellbogen erwischt, dessen Auge schwoll sofort an.

"Jetzt wird gekühlt, am Samstag zur Sicherheit geröngt. Eine Fraktur war nicht tastbar. Ich bin sehr zuversichtlich für die Partie in Turin", sagte Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zu Sport1.de.

"Schön, dass es mal im Spiel geklappt hat"

Es folgte das Highlight der Partie und die Entscheidung: Robben wurde von Dante am rechten Strafraumeck zu Fall gebracht.

Und Badstuber hämmerte den Freistoß direkt mit links ins lange Eck zum 2:1 (75.).

"Ich habe gesehen, dass der Torwart zu zentral steht, da habe ich gedacht, ich versuche es mal. Im Training schieße ich auch die Freistöße und Ecken, schön, dass es mal im Spiel geklappt hat." Der Sieg sei "wichtig, jetzt bleiben wir auf jeden Fall dran."

Gladbachs Mittelfeldspieler Thorben Marx meinte: "Wir haben ein sehr gutes Spiel abgeliefert, deshalb ist die Niederlage sehr bitter."

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