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Das Team verfolgt einen imaginären Golfball - Bayerns extravaganter Torjubel © imago

Die Pflicht wird glanzlos erledigt, jetzt schaut der FC Bayern bereits auf das "Endspiel" gegen Juve. Robben macht Hoffnung.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Zur Belohnung gab es einen heftigen Schlag.

"Super, Junge!", rief Bastian Schweinsteiger und verpasste Holger Badstuber einen Klaps auf den Rücken.

Der Matchwinner, der mit seinem Freistoß-Hammer, das 2:1 (1:1) gegen Borussia Mönchengladbach erzielte, ließ vor den Journalisten da gerade die Partie Revue passieren (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Ich habe gesehen, dass der Keeper zu mittig stand, da habe ich gedacht: Ich probier's!"

Er erklärte auch gleichzeitig den kuriosen Torjubel, den er und seine Kollegen nach dem 1:0 durch Mario Gomez (19.) darboten.

"Jörg Butt hat so getan, als wenn er einen Golfball abschlägt, der ist dann bei uns im Eckfahnenloch gelandet."

Die Mannschaft habe sich das im Vorfeld ausgedacht. Die Minuten nach dem Spiel: Es war Badstubers Moment.

Allzu lange genießen konnte der 20-Jährige ihn aber nicht.

Denn nach der Pflicht in der Bundesliga, soll jetzt die Kür in der Champions League folgen.

Alle Bayern waren nach der Partie der Meinung, sie seien "auf einem guten Weg".

Die Blicke richten sich bei den Münchnern nun auf das Gruppen-Finale in der "Königsklasse" bei Juventus Turin.

"Turin ist superwichtig für uns. Das ist ein Endspiel", erkannte Trainer Louis van Gaal.

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Kapitän Mark van Bommel ist zuversichtlich: "Wir haben in dieser Saison immer unsere Chancen bekommen und werden die auch in Turin bekommen", glaubt er.

Mario Gomez sprach "vom wichtigsten Spiel der Hinrunde. Es geht für den Verein um sehr viel. Wir wollen dem gerecht werden, wofür der FC Bayern steht - und das ist sicherlich nicht ein Aus in der Vorrunde."

Die Ausgangslage für die Münchner ist klar: Sie müssen unbedingt gewinnen, um das Minimalziel Achtelfinale doch noch zu erreichen.

Erst einmal waren die Bayern in der Königsklasse schon in der Gruppenphase gescheitert, dies war in der Saison 2002/2003.

Doch so weit soll es nicht kommen. "Wir werden alles daran setzen, dass wir nicht ausscheiden", betonte Philipp Lahm.

"Wir werden "konzentriert da hinfahren und gewinnen", ergänzte Gomez.

Der Erfolg gegen Gladbach hat den Bayern offensichtlich das nötige Selbstvertrauen für die schwere Aufgabe in Turin gegeben, wie auch Bastian Schweinsteiger verdeutlichte: "Wir können mit breiter Brust auftreten."

Auch wenn die Bayern großen Optimismus zur Schau stellten, war die Leistung gegen die zuletzt fünfmal ungeschlagenen Gladbacher nicht gerade dazu angetan, große Töne zu spucken.

Einmal mehr blieben vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena ohne Franck Ribery spielerisch viele Wünsche offen.

Der Franzose hat nach seiner Knieverletzung das Training zwar wieder aufgenommen, ein Einsatz in Turin kommt aber wohl zu früh.

Hoffnung machte den Münchnern jedoch das gelungene Comeback des ebenfalls lange Zeit am Knie verletzten Stareinkaufs Arjen Robben.

Als der Niederländer in der 58. Minute für Ivica Olic eingewechselt wurde, kam wenigstens etwas Schwung in das bis dahin oft uninspirierte Bayern-Spiel.

"Wir wissen, dass wir mit Ribery und Robben mehr Kreativität haben", meinte van Gaal.

"Er reißt Löcher in eine Abwehr, das kann gerade in der Champions League sehr wichtig sein", lobte der starke Torwart Jörg Butt die Qualitäten Robbens, der maßgeblich am Siegtreffer beteiligt war.

Dass es überhaupt zu einem "Dreier" reichte, hatten die Münchner vor allem aber Butt zu verdanken, der in der ersten Hälfte etliche gute Chancen der Borussia zunichte machte.

"Er hat überragend gehalten", würdigte van Gaal die Leistung des 35-Jährigen.

Mit dem Rest seiner Truppe war der Coach in der ersten Hälfte dagegen gar nicht zufrieden.

"Wir haben Mühe gehabt, man kann den Sieg nicht verdient nennen. Wir spielen so wie vorher, der große Unterschied ist, dass wir jetzt Tore schießen", musste er gestehen.

Arme Borussia. "Die erste Hälfte war fantastisch von uns", urteilte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck.

Die Gäste konzentrierten sich im zweiten Durchgang zu sehr auf die Defensive. "Etwas mehr Mut" und "gute Konter" hätte sich Frontzeck da gewünscht.

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