Die Stuttgarter Geduld mit Teamchef Markus Babbel ist zu Ende gegangen. Ungünstiger könnte der Trainerwechsel allerdings kaum kommen.

Der 15. Spieltag wirft zum wiederholten Mal die Frage auf, wann der passende Zeitpunkt für eine Trainerentlassung ist ? wenn es ihn denn überhaupt gibt.

Die Führung des VfB Stuttgart hat nach dem erneut äußerst unbefriedigenden 1:1 gegen den VfL Bochum den Entschluss gefasst, sich von Teamchef Markus Babbel zu trennen. Der Zeitpunkt allerdings ist ganz sicher ein äußerst ungünstiger.

Schließlich haben die Schwaben schon am Mittwoch das entscheidende Champions-League-Heimspiel gegen Unirea Urziceni vor der Brust, am Wochenende darauf geht es zu den heimstarken Mainzern.

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Der neuer Mann Christian Gross hat in dieser Woche kaum Zeit, frische Impulse zu setzen. Läuft es schlecht - und das tut es beim VfB in dieser Saison ja gerne mal - ist er womöglich schon am kommenden Wochenende "verbrannt", wie es im Fachjargon heißt.

Gerne wird dann auch vom "verpufften Effekt" eines Trainerwechsels gesprochen. Den besagten passenden Zeitpunkt dazu hatte die VfB-Führung wohl bereits verpasst.

Es ist ja auch gar nicht so leicht, sich von einem Mann zu trennen, an dessen Arbeit prinzipiell nichts auszusetzen ist, der für die Fans ein Sympathieträger ist und der die Mannschaft vor ein paar Monaten erst in die Champions League geführt hat.

Irgendwann, so die bis Sonntag vorherrschende Ansicht in Stuttgart, würde Babbel schon wieder die Kurve kriegen. Ein vergleichbares Szenario hatte es im Herbst 2006 in Hamburg gegeben. Nachdem Thomas Doll den HSV in die europäische Eliteliga geführt hatte, lief es in der folgenden Saison nicht mehr.

Auch weil das Team mit Daniel van Buyten, Khalid Boulahrouz oder Sergej Barbarez wichtige Führungsspieler verloren hatte (der VfB muss dagegen aktuell "nur" Mario Gomez ersetzen).

Hamburg rutschte auf die Abstiegsplätze, die Frage nach Dolls Zukunft wurde Woche für Woche gestellt. Schließlich erhielt der Trainer eine letzte Gnadenfrist und die Chance, seine Mannschaft in der Wintervorbereitung wieder auf Kurs zu bringen.

Zwei 1:1 in Bielefeld und gegen Cottbus waren anschließend alles andere als die gewünschte Trendwende. Am 1. Februar 2007 endete die bisher längste Trainerentlassung der Bundesliga.

VfB-Sportchef Horst Heldt wollte - schlechter Zeitpunkt hin oder her - mit der Personalie Babbel offenbar nicht ähnlich lang herumlavieren.

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