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Michael Skibbe ist seit der Saison 2009/10 Trainer von Eintracht Frankfurt © getty

Michael Skibbe wünscht sich im DSF-Doppelpass Winter-Transfers für Eintracht Frankfurt. Maik Franz nimmt er in Schutz.

München - Trainer Michael Skibbe liegt mit Eintracht Frankfurt wieder im Soll.

Nach einer Schwächephase hat sich die Eintracht mit 22 Punkten an die oberen Tabellenregionen herangepirscht.

Das 2:0 im Rhein-Main-Derby gegen den FSV Mainz 05 sorgte für vorweihnachtliche Stimmung bei den Fans.

Als Gast im DSF-Doppelpass äußerte sich Skibbe über sein Verhältnis zu Heribert Bruchhagen, Neuverpflichtungen bei Eintracht Frankfurt und Verteidiger Maik Franz.

Michael Skibbe über...

sein Verhältnis zu Heribert Bruchhagen:

"Wir haben einen sehr guten Kontakt, ich finde sogar, dass wir nicht mal richtige Reibungspunkte haben. Natürlich reiben wir uns und ich bin sicherlich nicht immer ganz bequem.

Aber ich habe eben auch eigene Idee, die ich schon vorgestellt habe, als ich verpflichtet wurde. Deswegen will ich immer in der Diskussion mit ihm die Eintracht verbessern. Das ist ja auch der Anspruch, weswegen Eintracht Frankfurt mich verpflichtet hat.

Dementsprechend fühle ich mich sehr wohl und arbeite gerne mit Heribert Bruchhaben zusammen. Wir kennen uns ja schon seit zwanzig Jahren und wissen also, auf was wir uns eingelassen haben."

mögliche Neuverpflichtungen:

"Ein Spieler wie zum Beispiel Lincoln würde der Eintracht in der Offensive sehr gut tun, weil uns genau so ein kreatives Element fehlt. Das ist die Tradition und die Sehnsucht, die die Eintracht-Fans haben.

Man kann das aber nur dann - gerade in der Offensive - umsetzen, wenn man die richtigen Spieler dafür hat. Das muss nicht Millionen kosten, aber die ein oder zwei Schüsse, die wir in der Winterpause oder im nächsten Sommer haben, müssen dann sitzen.

Lincoln oder Theofanis Gekas wären solche Spieler. Beide Spieler habe ich schon trainiert, da weiß ich, welche Qualität sie haben und dass sie in der Bundesliga für mehr als einen mittelmäßigen Platz ausreichen."

die Sparsamkeit von Heribert Bruchhagen:

"Ein klare Absage an teure Spielerverpflichtungen ist das nicht, aber wir wissen alle, dass Heribert Bruchhagen sehr maßvoll, mit viel Sachverstand und mit viel Weitblick seine Entscheidungen trifft.

Das ist richtig so, das soll er bei Eintracht Frankfurt so machen und deswegen ist der Verein auch wieder solide, was er vor sechs, sieben oder acht Jahren nicht gewesen ist.

Und dennoch, das ist mein Anspruch, muss die Handschrift des Trainers zu sehen sein. Deswegen will ich auch eine Umgestaltung des Kaders für die kommende Saison und die Zeit, die ich bei Eintracht Frankfurt bin, vornehmen, die uns dann spielerisch besser werden lässt."

Eintracht-Verteidiger Maik Franz:

"Maik Franz lässt sich nichts gefallen. Er hat sich auch schon mit Jürgen Klopp (Trainer von Borussia Dortmund, Anm. d. Red.) angelegt, als er etwas vom draußen reingerufen hat. Er lebt seine Emotionalität natürlich auch auf dem Feld aus und rasselt auch mit Gegenspielern aneinander.

Er ist aber kein Spieler, der überhart spielt und hat wirklich ganz selten Problem auf Grund von überharten Fouls. Er hat sicherlich oft Zweikampfkontakt und kriegt auch selbst auf die Mütze, aber er setzt sich durch.

Er ist also genau das, was wir im Sport auch gerne haben, er ist jemand der seinen Mann auf dem Platz steht und deswegen tut er Eintracht Frankfurt richtig gut. Diese Eigenschaften, die in so wertvoll für Karlsruhe gemacht haben, soll er auch in Frankfurt zeigen. Und jetzt ist er auch noch torgefährlicher geworden."

das Derby gegen Mainz:

"Ein Derby zu gewinnen ist immer etwas Besonderes. Es ist zwar nicht das gleiche wie gegen Offenbach, aber es war trotzdem ein hochintensives Spiel und wir haben am Ende etwas glücklich, aber nicht unverdient gewonnen.

Ich finde es ganz wichtig, dass man so ein Derby auslebt, das wollen wir ja auch sehen. Deswegen bin ich auch über viele Emotionen, die auf dem Platz sind, sehr glücklich."

das Fanverhalten in den Stadien:

"Ich finde, Fan zu sein, bedeutet vor allem dieses "You'll never walk alone". Den Spielern die Unterstützung zu geben, wenn sie schlecht spielen, fehlt dann oft. Das liegt vielleicht daran, dass die Fans sagen, "wir sind mehr der Verein als die Spieler" oder "die Spieler reißen sich nicht den Hintern auf".

Aber das ist Blödsinn. Die Spieler stehen unter enormem Druck. Die Unterstützung einer Fanschar muss über die neunzig Minuten da sein. Wenn die Mannschaft dann schlecht gespielt hat, dann haben die Fans das Recht zu pfeifen. Aber vor dem Spiel schon zu pfeifen... Welchem Spieler soll das denn helfen?"

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