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Kevin Kuranyi (l.) erzielte gegen Hertha BSC sein siebtes Saisontor © getty

Der Hertha-Coach ist nach der 0:2-Pleite gegen Schalke angefressen. Magath bleibt gelassen und freut sich über den Erfolg.

Gelsenkirchen - Friedhelm Funkel wetterte gegen den Schiedsrichter, doch Felix Magath konterte gelassen.

"Jeder hat seine Sichtweise, besonders, wenn man betroffen ist. Für mich war der Treffer in Ordnung", sagte der Schalker Erfolgscoach nach dem mühsam erkämpften 2:0 gegen Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC Berlin.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand der Schalker Führungstreffer in der 59. Minute.

Dabei traf Kevin Kuranyi mit seinem 100. Bundesliga-Treffer per Kopf aus stark abseitsverdächtiger Position 181285(die Bilder).

Funkel stinksauer

Doch der Pfiff blieb aus, die Schalker Fans durften jubeln.

"Das war klar Abseits. Schalke hätte nie ein Tor geschossen, wenn das Abseitstor nicht gegeben worden wäre. Solche Entscheidungen sind sehr fragwürdig", ereiferte sich Herthas Trainer Funkel.

Der Coach fügte ironisch an: "Ich habe dem Schiedsrichter zu seiner Leistung gratuliert."

Der 2:0-Endstand durch Rafinha per Strafstoß nach einem klaren Foul von Berlins Steve von Bergen in der Nachspielzeit spielte in der Nachbetrachtung keine Rolle.

Magath feiert Jubiläum

Schalke verkürzte damit den Rückstand auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen auf vier Punkte und zog mit dem Tabellen-Zweiten Werder Bremen nach Zählern gleich (DATENCENTER: Die Tabelle).

Magath, der zum 300. Mal als Bundesligatrainer auf der Bank saß, durfte sich also über sein erfolgreiches Jubiläum freuen.

Höchststrafe für Altintop

Ganz bitter endete der Abend trotz des Sieges aber für den Schalker Halil Altintop. Der Türke wurde von Magath zur Pause für den schwachen Joel Matip eingewechselt. In der 82. Minute kassierte Altintop die Höchststrafe und wurde durch Sanchez ersetzt.

"Ich erwarte von meinen Stürmern auch Defensivarbeit", begründete Felix Magath seine Entscheidung.

Schalke-Keeper machte sich trotzdem keine Sorge um den Mannschaftskameraden. Der werde sich von dem Schock "schnell wieder erholen".

Relegationsplatz in weiter Ferne

Für die Berliner wird die Situation im Tabellenkeller immer prekärer, wenn das überhaupt noch möglich ist. Mit fünf Punkten nach 15 Spieltagen ist die Hertha der schlechteste Bundesliga-Klub, seit die legendäre Tasmania Berlin 1965 im gleichen Zeitraum nur vier Zähler holte.

Nach 14 Spielen in Folge ohne Sieg beträgt der Rückstand zum Relegationsplatz bereits sieben Punkte.

Funkel lobt sein Team

Friedhelm Funkel war mit der Leistung seines Teams dennoch zufrieden. "Wir haben hervorragend gespielt. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sich keineswegs aufgegen hat", lobte der Coach seine Elf.

Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger sah dies ähnlich: "Wir wollten kompakt stehen und haben das sehr gut umgesetzt."

Erleichterter Magath

Dementsprechend erleichtert reagierte Magath. "Ich bin froh, dass die Mannschaft das Spiel noch gewonnen hat, denn die Berliner haben das gut gemacht und wir lange kein Mittel gefunden", sagte er.

Kuranyis umstrittenes Tor nach Kopfballvorlage von Abwehrchef Marcelo Bordon überdeckte allerdings große spielerische Mängel bei den Schalkern, die sich gegen ganz auf die Defensive bedachte Berliner sehr schwer taten.

Rakitic enttäuscht erneut

Wie schon beim 0:1 vor einer Woche bei Borussia Mönchengladbach fehlten Ideen und Kreativität im Mittelfeld.

Ivan Rakitic, der einmal mehr von Magath eine Chance auf der Spielmacherposition erhielt, enttäuschte erneut und konnte keine Akzente setzen.

So fiel den "Königsblauen" vor 60.801 Zuschauern gegen die massive Abwehr der Berliner wenig ein, Torchancen hatten Seltenheitswert.

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