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Marko Marin wechselte vor der laufenden Saison aus Mönchengladbach nach Bremen © imago

Marko Marin wird in Köln hart rangenommen und fordert Schutz vom Schiedsrichter. Coach Thomas Schaaf macht sich Sorgen.

Köln - Dreckig von Kopf bis Fuß und mit unzähligen blauen Flecken am ganzen Körper schlurfte Marko Marin in die Kabine.

90 Minuten lang hatten die Spieler des 1. FC Köln beim 0:0 gegen Werder Bremen eine Hetzjagd auf den Nationalspieler veranstaltet, und es war fast schon ein Wunder, dass er nicht ernsthaft verletzt wurde.

"Ich spüre meine Knochen, aber ich hoffe, das alles heil geblieben ist", sagte der schmächtige "Zauberzwerg" zermürbt und forderte mehr Schutz:

"Ich wurde viel getreten, extremer als sonst. Jeder, der wollte, durfte mal. Das darf in der Bundesliga nicht sein. In so einem Spiel muss ich auf jeden Fall besser geschützt werden, aber der Schiedsrichter hatte leider keine klare Linie."

Allofs fordert Schutz der Spieler

Bremens Manager Klaus Allofs merkte mit Blick auf den allzu großzügigen Referee Jochen Drees süffisant an, dass man flinke und leichtfüßige Dribbler wie Marin nicht besser schützen müsse, "es würde schon reichen, die bestehenden Regeln anzuwenden".

Als Christopher Schorch Marin wegen eines fragwürdigen Fallers auch noch verhöhnte, wurde aber auch Allofs sauer: "Marko wird hier 20 Mal gefoult, und dann wird er auch noch beschimpft."

Keine Schwalbe gegen Schorch

Schorch hatte erklärt, es mache "Spaß, so einen Kleinen auch mal wegzudrücken. Aber Marko lässt sich auch gerne mal fallen. Dabei hat er das doch gar nicht nötig."

Damit spielte der Außenverteidiger auf eine Szene eine Viertelstunde vor Schluss an, als Marin nach einem Körperkontakt zunächst weiterlief und dann weit entfernt vom Gegenspieler hinfiel. 181285(die Bilder)

"Es gab eine Berührung, und ich wollte eigentlich weiterlaufen, aber ich habe es nicht geschafft", sagte Marin entschuldigend und wollte von einer Schwalbe nichts wissen.

Schaaf: "Ich war besorgt um ihn"

Bei einem halben Dutzend weiterer Aktionen war das Urteil ohnehin eindeutig.

Genervt von den sehenswerten Tricks des 20-Jährigen und angeheizt durch die eigenen Fans, die das Eigengewächs des Erzrivalen Borussia Mönchengladbach von der ersten Sekunde an auspfiffen, traten die FC-Profis Marin gleich mehrfach rüde um.

"Mit normalen Mitteln ist Marko eben nicht zu halten", meinte Bremens Trainer Thomas Schaaf und gab zu: "Das eine oder andere Mal waren wir schon besorgt um ihn."

Fortsetzung der Serie nur ein schwacher Trost

Da dem stärksten Spieler auf dem Platz so die Effektivität genommen war und durch die Ausfälle von Mesut Özil (Grippe) und Claudio Pizarro (Haarriss im Fuß) die entscheidende Kreativität und Kaltschnäuzigkeit fehlten, verlor Werder zwei wichtige Punkte im Kampf um die Herbstmeisterschaft.

Das 23. Pflichtspiel in Folge ohne Niederlage war da ein schwacher Trost. "Mit Claudio hätten wir hier 2:0 oder 3:0 gewonnen", meinte Kapitän Torsten Frings.

Kölns Offensiv-Misere hölt an

Die Kölner wussten am Ende nicht so recht, ob sie sich über den Punkt gegen den Tabellenzweiten freuen sollten.

"Der Ärger ist schon da", meinte der nun seit 881 Minuten auf einen Bundesliga-Treffer wartende Lukas Podolski. "Das Spiel nach vorne ist unser Manko, darunter leidet auch mein Spiel", sagte der Nationalspieler.

Dies lässt sich nach dem fünften 0:0 der Kölner in dieser Saison mit vielen Zahlen belegen. Erst sieben Tore hat der FC in 15 Spielen geschossen, ganze drei davon in acht Heimspielen.

Und die meisten Ballkontakte gegen Bremen hatte Torhüter Thomas Kessler.

Meier korrigiert Hinrunden-Ziel

Trainer Zvonimir Soldo sowie Manager Michael Meier sahen trotzdem "einen Schritt nach vorne".

Meier korrigierte aber schon das Hinrunden-Ziel von 20 Punkten. "Sie sind noch möglich, aber mit 17 wären wir voll im Soll", meinte er: (DATENCENTER: Die Tabelle)

"Ein Sieg gegen Bremen wäre die Basis gewesen, um ruhig Weihnachten feiern zu können. Aber solange unsere Defensive so stabil ist, habe ich keine Angst."

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