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Ze Roberto lief insgesamt 74 Mal für die brasilianische Auswahl auf © getty

Ohne den Kreativkopf geht beim HSV kaum etwas, die Hanseaten sehnen die Winterpause herbei. Dann soll auch ein neuer Stürmer her.

Von Christian Paschwitz

München - Die eigentliche Hoffnung trägt Krücken, noch mindestens drei Wochen.

Erst kurz vor Weihnachten kommt der Gips ab bei Ze Roberto, der danach wegen seines operierten Knöchels einen Spezialschuh tragen muss und "nicht sagen kann, wann ich zurückkomme".

Vor Mitte Februar dürfte es jedenfalls nichts werden mit dem Comeback des Brasilianers in Diensten des Hamburger SV.

Die Hanseaten sehnen bereits die Rückrunde herbei, wenn ihr dann gesundheitlich wiederhergestellter Kreativkopf sie zu dem Spiel zurückfinden lassen soll, das sie bis Anfang Oktober durch die Liga wirbeln ließ.

Letzter Liga-Sieg im Oktober

So lange ist es schon her, dass die Elf von Trainer Bruno Labbadia zuletzt ein Erfolgserlebnis eingefahren hat. Die Serie der sieglosen Liga-Partien hat sich mittlerweile auf sieben ausgedehnt.

Beim damaligen 3:1 gegen Hertha BSC war es auch Ze Roberto, der (wie auch David Jarolim) mit einem schrägen Distanzschuss ins verwaiste Berliner Gehäuse für den besten HSV-Saisonstart aller Zeiten sorgte.

Keine Spielwitz, keine Punkte

Dass in der Gegenwart Spielwitz und Positiv-Ergebnisse gen Null tendieren, ist nicht zuletzt Ze Robertos Abwesenheit geschuldet.

Wenngleich den HSV noch sieben weitere Ausfälle plagen - wie unter anderem die von Paolo Guerrero und Alex Silva, ist vor allem auffällig: Seit der Brasilianer fehlt, ist auf dem Platz die ordnende Hand im Mittelfeld abhanden gekommen.

Trochowski taucht ab

Das wurde auch bei der Nullnummer gegen 1899 Hoffenheim deutlich: Nationalspieler Piotr Trochowski tauchte völlig ab, zentral wirkte Robert Tesche überfordert.

David Jarolim wiederum war nach einer Stunde wegen eines Magen-Darm-Infekts platt, als alleiniger Anführer ist er kaum geeignet.

Allein Jansen gibt Impulse

Allenfalls Marcell Jansen auf dem linken Flügel weiß derzeit Impulse nach vorn zu setzen - und übernimmt Verantwortung. An Ze Robertos Rolle und Aktionsradius trotz dessen schon 35 Jahren kommt aber auch er nicht ganz heran.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die Hamburger vom Titelaspiranten zum Wackelkandidaten mutiert sind.

Zwei Zähler hinter den Bayern

Nur noch drei Punkte beträgt der Abstand zu Rang zehn, und aus zeitweise acht Zählern Vorsprung auf den FC Bayern sind zwei Punkte Rückstand geworden. "Wir dominieren, aber wir punkten nicht", kommentiert Labbadia den Sog in die Ergebnis-Krise beim Tabellenfünften, der aus den letzten sieben Spielen nur fünf Zähler holte.

Der Coach weiß, was er an Ze Roberto hat (?Ein Spieler mit seiner Qualität hilft jeder Mannschaft?).

Petric gibt neue Hoffnung

Labbadia begründet den schleichenden Niedergang, der die Konkurrenz um die Europa-League-Plätze den Hamburgern bedrohlich nah heranrücken lässt, aber auch mit der fehlenden Durchschlagskraft an vorderster Front:

"Man sieht ja, dass uns im Offensivbereich was fehlt", sagt er. Ändern soll sich das immerhin schon mal durch die Rückkehr von Mladen Petric, der gegen Hoffenheim eine halbe Stunde ran durfte.

Neuer Stürmer im Winter?

Im Winter soll trotzdem ein neuer Angreifer her - auch wenn die Kassen dafür eigentlich leer sind. Denn: Nach Guerreros Ausfall ist Marcus Berg noch nicht über gute Ansätze hinausgekommen.

Eljero Elia ist eher Flügelstürmer als Torjäger und die Youngster Tunay Torun und Tolgay Arslan brauchen noch Reifezeit.

Aber kein Schnellschuss

Einen Schnellschuss auf dem Transfermarkt schließt Labbadia allerdings genauso aus wie eine halbgare Lösung. Auch deshalb platzte unlängst der Deal mit dem vereinslosen Ex-Dortmunder Ebi Smolarek, dem der HSV-Coach nicht zutraute, eine Soforthilfe zu sein.

Beim 1. FC Nürnberg am Samstag und danach zum Jahresabschluss gegen Werder Bremen (20. Dezember) muss es noch mal so gehen. Um dann in der Rückrunde mit Ze Roberto und frischen Kräften wieder richtig durchzustarten.

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