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Dortmunds Felipe Santana (l.) foult Stuttgarts Torwart Jens Lehmann beim 2:0 © getty

Der BVB zeigt eine starke Leistung, erzielt aber gegen Stuttgart ein irreguläres Tor. Lehmann übt harte Schiedsrichterkritik.

Von Christian Stüwe

München - Nach den bitteren Pleiten gegen Hoffenheim in der Liga und Udinese Calcio im Uefa-Cup scheint Borussia Dortmund wieder in die Erfolgsspur gefunden zu haben.

War schon beim mühsamen Erfolg in DFB-Pokal gegen Berlin ein Aufwärtstrend zu erkennen, spielte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp beim 3:0 (2:0) gegen den VfB Stuttgart groß auf und fuhr den ersten Heimsieg ein.

War zwischenzeitlich schon über ein Verpuffen des Klopp-Effekts spekuliert worden, bewies die Borussia gegen die Schwaben, dass sie sich Einiges vorgenommen hatte.

"Die Mannschaft wollte Charakter zeigen und das hat sie auch getan", freute sich Tamas Hajnal, der in der 11. Minute mit einem wuchtigen Schuss die Führung erzielte.

Felipe Santana (20.) und der eingewechselte Alex Frei (73.) erzielten die weiteren Tore.

"Müssen immer am Limit spielen"

"Wir müssen immer am Limit spielen, damit wir solche Leistungen bringen können", verkündete Torschütze Frei die Erkenntnisse der letzten Tage: "Wir können uns nicht erlauben, dass einer nur 80 Prozent bringt."

Für Frei lief zunächst Jakub Blaszczykowski als zweite Sturmspitze auf, da sich der Schweizer noch nicht für 90 Minuten fit fühlte.

Eine Maßnahme, die sich bezahlt machte. Blaszczykowski spielte stark auf und Joker Frei stach.

Klopp hochzufrieden

Jürgen Klopp hatte dementsprechend auch wenig auszusetzen. "Es war ein verdienter Sieg", freute sich der Coach: "Die Mannschaft hat dort weitergemacht, wo sie gegen Hertha aufgehört hat. Sie hat alles toll umgesetzt, aggressiv gespielt und auch schöne Tore geschossen."

Auch die zuletzt viel gescholtene Innenverteidiung mit Neven Subotic und Santana zeigte eine starke Leistung. Santana erzielte sogar das vorentscheidende 2:0, was allerdings zu wilden Protesten beim Gegner sorgte.

Santana foult Lehmann

Santana attackierte Torwart Jens Lehmann heftig im Fünfmeterraum und erwischte den Keeper mit dem Ellbogen im Gesicht.

"Ich glaube, dass wir ein wenig benachteiligt wurden", ärgerte sich Lehmann nach dem Spiel: "Ich habe mich selber dafür ausgesprochen, dass nicht so kleinlich gepfiffen werden soll. Aber wenn jemand einem den Ellbogen ins Gesicht haut, ist das ein Foul", sagte der frühere Nationaltorwart und schimpfte weiter: "Die Situation war spielentscheidend."

Harte Kritik am Unparteiischen

Opfer seiner Attacken war Schiedsrichter Dr. Felix Brych. "Der Mann gibt sein Bestes. Aber wenn ich immer mein Bestes gebe und es nicht reicht, bin ich irgendwann weg", kritisierte Lehmann: "Schade, dass man mit solchen Leuten konfrontiert wird."

Auch Manager Horst Held attackierte Brych: "Er hat gesagt, dass der Ball frei ist. Aber ich habe mir das noch mal im Fernsehen angeschaut, das muss er abpfeifen. Da muss er den Torwart schützen."

Interessanterweise wurden die Stuttgarter in der vergangenen Woche gegen Karlsruhe durch eine nicht gepfiffene Abseitsstellung von Mario Gomez bevorteilt.

Damals vermutete Gomez, dass sich im Fußball alles ausgleiche. Manchmal geht es eben schneller als man denkt.

"Ich bin sehr unzufrieden"

Denn die Schwaben müssen sich selber an die Nase fassen, zeigten sie doch eine schwache Leistung.

"Wir haben die erste Hälfte verpennt. Das war der ausschlaggebende Punkt", erkannte Roberto Hilbert.

Auch Trainer Armin Veh haderte mit seinem Team: "Ich bin mit der Vorstellung sehr unzufrieden. Wir haben unsere Leistung nicht annähernd gebracht. Deshalb geht der Dortmunder Sieg in Ordnung."

In der Tabelle überholte die Borussia (Platz fünf, elf Punkte) die Stuttgarter (Platz sieben, zehn Punkte). Den Kontakt zur Tabellenspitze haben aber beide gehalten.

BVB vor schwerer Aufgabe

Am Donnerstag bereits wird der BVB im Uefa-Cup gegen Udinese Calcio versuchen, eine 0:2-Niederlage aufzuholen. Am gleichen Tag empfängt der VfB Cherno More Varna, geht allerdings mit einem 2:1-Auswärtssieg ins Rückspiel.

Während der VfB trotz der schwachen Leistung schon mit einem Bein in der nächsten Runde steht, dürfte die Borussia nach der Leistung gegen Stuttgart zumindest etwas optimistischer in die ganz schwere Auswärtsaufgabe gehen.

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