vergrößernverkleinern
Beängstigende Quote: Gegen Bochum netzte Patrick Helmes bereits zum siebten Mal ein © getty

Das Leverkusener Offensiv-Spektakel setzt sich gegen VfL Bochum nahtlos fort. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Bochum - Freude über den Sprung auf Platz zwei, aber Ärger über gefährlichen Leichtsinn und den fast noch verschenkten Sieg:

Bayer Leverkusens Trainer Bruno Labbadia hatte Mühe, seine Gefühle nach dem 3:2 (2:0)-Sieg beim VfL Bochum zu ordnen.

In einem Punkt war sich der ehemalige Klassestürmer allerdings absolut sicher: "Wir werden trotz Platz zwei garantiert nicht in Euphorie verfallen. "

Bayer lässt Zügel schleifen

Der 41-Jährige braucht seinen Spielern nur die letzten 15 Minuten der Begegnung auf Video zu zeigen, um sie auf dem Boden der Tatsachen zu halten.

Bayer führte nach Treffern von Arturo Vidal (6. ), des überragenden Renato Augusto (21.) und Torjäger Patrick Helmes (61.) sicher mit 3:0.

Doch statt souverän den Vorsprung zu verwalten, verlor das Team völlig den Faden.

Nach dem Doppelschlag von Stanislav Sestak (79.) und Sinan Kaloglu (81.) zitterte sich die Werkself ins Ziel, obwohl Bochum nach der Roten Karte gegen Anthar Yahia wegen groben Foulspiels (84.) die Begegnung mit nur neun Feldspielern beendete.

Labbadia: "Müssen noch viel arbeiten"

"Nach dem 3:0 waren wir fahrlässig, das war sehr ärgerlich. Die Gegentreffer nerven. Da haben wir gesehen, dass wir noch viel arbeiten müssen", sagte Labbadia, der aber auch das Positive hervorhob:

"Es war wichtig, ein Spiel auch mal dreckig zu gewinnen."

Der Bayer-Coach ist überzeugt, dass alle in Leverkusen die Situation gut einschätzen können.

Die Mannschaft habe Potenzial, aber man wisse auch um die Qualität der Teams, die in der Tabelle schlechter platziert seien.

Interessanterweise hat Sportdirektor Rudi Völler in diesem Punkt offenbar nicht Werder Bremen, Schalke 04 oder Bayern München ganz oben auf dem Zettel.

"Wir müssen aufpassen, dass uns nicht plötzlich Mannschaften wie Hoffenheim oder Wolfsburg überholen", sagte der ehemalige DFB-Teamchef.

Leichte Aufgaben vor der Brust

Doch allein wegen der 18 Tore nach sechs Spieltagen (Vereinsrekord eingestellt) dürfte das Selbstvertrauen vorhanden sein, um auch die nächsten Aufgaben erfolgreich zu bestreiten.

Zumal die Gegner nicht gerade Furcht erregend sind: Am kommenden Samstag ist Hertha BSC Berlin in der BayArena zu Gast, eine Woche später folgt das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt.

Peinlichkeit der VfL-Fans

Den VfL Bochum bläst derweil nach der ersten Heimniederlage der Saison und nur fünf Punkten aus sechs Spielen der Wind mal wieder scharf ins Gesicht.

Doch die Tabellensituation war das Letzte, um das sich die Verantwortlichen sorgten.

Als Kapitän Thomas Zdebel in der 54. Minute verletzt vom Platz musste, brachte Trainer Marcel Koller den von den Fans ungeliebten Oliver Schröder.

Was folgte, waren ein gellendes Pfeifkonzert gegen Mittelfeldspieler und Trainer sowie sogar vereinzelte "Koller raus"-Rufe.

Bayer-Stürmer Theofanis Gekas, 2007 im VfL-Dress Torschützenkönig, wurde bei seiner Einwechslung in der 73. Minute dagegen lautstark gefeiert.

Auch Koller im Fadenkreuz der Fans

Koller fehlte zumindest für die Pfiffe gegen Schröder jegliches Verständnis. Er könne nicht verstehen, "dass einer unserer Spieler, der niemandem etwas zu Leide getan hat, so ausgepfiffen wird."

Die Rufe gegen seine Person will Koller nicht gehört haben.

VfL-Manager Thomas Ernst forderte von den Fans mehr Solidarität:

"Wir haben nur eine Chance, wenn wir alle zusammenstehen. Ich wünsche mir Fans, die uns bedingungslos unterstützen, so lange wir so spielen wie gegen Leverkusen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel