Die Rotation ist ein umstrittener Begriff. Am 6. Spieltag setzten Klinsmann und Luhukay auf die Taktik. Und verspekulierten sich.

"Der Begriff der Rotation findet vor allem Verwendung in der Physik und hier im Speziellen in der Mechanik bzw. Kinematik", erklärt "Wikipedia".

"Anwendungen aus dem Alltag und oft zur anschaulichen Erklärung genutzte Beispiele, in der die Rotation eine wichtige Rolle spielt", sind, so die freie Internet-Enzyklopädie weiter, zum Beispiel der Kreisel, das Karussell und das Steinehüpfen.

Im Fußball fristete die Rotation lange Zeit eher ein Schattendasein. Bis sie im vergangenen November einen Popularitätsschub bekam.

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Ottmar Hitzfeld hatte im UEFA-Pokal-Spiel des FC Bayern gegen die Bolton Wanderers einige seiner Stars geschont. Nach dem enttäuschenden 2:2 erntete der Trainer heftige Kritik von Karl-Heinz Rummenigge.

Fußball sei keine Mathematik und Hitzfelds Rotation unangebracht, grollte der Vorstandschef. "Ich hoffe, dass ich das Fußball-Einmaleins kann. Und ich versuche, es auch so anzuwenden", entgegnete Hitzfeld damals gelassen.

Jürgen Klinsmann ist kein gelernter Mathematik-Lehrer, sondern gelernter Bäcker, aber Hitzfelds Nachfolger verbindet mit seinem Vorgänger ein Faible für besagte Rotation. Nur hat es Klinsmann bisher ziemlich versemmelt.

Ohne Lucio, Ze Roberto und Bastian Schweinsteiger kassierten die Münchner beim 0:1 in Hannover bereits die zweite Saisonniederlage. So viele wie in gesamten letzten Meister-Spielzeit.

"Hoffentlich verrechnen sich die Bayern nicht mit ihrer Rotation", schwante dem ehemaligen Bayern-Kapitän und "Premiere"-Experten Stefan Effenberg nach der Pleite in Hannover, die den schlechtesten Saisonstart seit 31 Jahren bedeutete, nichts Gutes.

Die Mannschaft müsse sich erst einmal "auf den wichtigen zentralen Positionen in der Abwehr und im Mittelfeld um im Sturm finden", so Effenberg. Dann könne man "dieses Gebilde auf den Außenpositionen verändern."

Dass Rotation kein Allheilmittel ist, musste auch Jos Luhukay erfahren. Der Mönchengladbacher Trainer veränderte sein Team gegenüber dem Pokalspiel in Cottbus (0:3) auf sechs Positionen - und kassierte die fünfte Niederlage im sechsten Bundesligaspiel.

Für die Borussia ist es der schlechteste Saisonstart aller Zeiten. Luhukays Glück könnte sein, dass der nächste Gegner Mitaufsteiger Köln ist, gegen den die "Fohlen" auch in schlechten Zeiten zu gewinnen pflegen. Klar ist: Gegen den rheinischen Rivalen zählt für Luhukay nur ein Sieg - auch wenn Sportdirektor Christian Ziege dies nicht explizit erklärte.

"Wir müssen eine Serie starten", forderte hingegen Bayern-Manager Uli Hoeneß. Bochum, Karlsruhe, Wolfsburg, Frankfurt und Bielefeld heißen die nächsten Gegner der Münchner.

Die Rechnung ist einfach: Fünf Spiele, fünf Siege, wären 15 Punkte. Doch bekanntlich ist Fußball keine Mathematik.

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