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Jupp Heynckes erzielte in 369 Bundesliga-Spielen 220 Tore © getty

Der Coach möchte den Start-Rekord ausbauen. Doch vor der Partie gegen Schlusslicht Hertha BSC sieht er keinen Grund zur Euphorie.

Von Olaf Mehlhose

München - Auf dem Weg zur Herbst-Meisterschaft soll Bayer Leverkusens Freitagsspiel (ab 20 Uhr LIVE) gegen Hertha BSC der nächste Schritt sein.

Das wäre ganz im Sinne von Trainer Jupp Heynckes, der mit seiner Mannschaft nicht nur einen neuen Vereins-Startrekord aufgestellt hat, sondern auch der erste Trainer, der in seiner ersten Saison mit einer Mannschaft 15 Spiele in Folge unbesiegt blieb.

Damit brach der 64 Jahre alte Trainer den bisherigen Rekord, der bei 14 Spielen ohne Niederlage stand, gehalten übrigens von Klaus Toppmöller, ebenfalls in Leverkusen (2001/2002) und dem damaligen Lauterer-Coach Karl-Heinz Feldkamp (1978/1979).

(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Abwehr rekordverdächtig

Obwohl die Leverkusener mit Stefan Kießling den mit Abstand besten Torschützen (12 Tore) der Liga in ihren Reihen haben, macht die gute Abwehr der Werkself bisher den Unterschied.

Nur neun Gegentore in 15 Spielen sind Liga-Spitze. Eine gute Defensive war auch früher schon Heynckes Markenzeichen: Als er mit den Bayern 1989 und 1990 den Titel gewann, kassierten die Münchener nur 54 Gegentore in 68 Spielen.

Für das Hertha-Spiel, findet der Coach, sind Zahlenspieler jedoch nicht von Belang.

"Die Tabellensituation hat überhaupt keinen Einfluss auf unsere Vorbereitung gehabt", meinte er. "Es gibt ein Gesetz im Fußball, das besagt, dass man nie ein Spiel verloren gibt genauso wie man nie im Vorhinein gewonnen hat."

Alterspräsident der Liga

Heynckes, der seine Trainer-Karriere 1979 bei Borussia Mönchengladbach begann, ist mittlerweile der Senior unter den Trainern in der deutschen Eliteklasse.

Selbst Bayern-Coach Louis van Gaal ist sechs Jahre jünger:

Als van Gaal noch zur Schule ging, spielte Heynckes schon in der Bundesliga.

Völler glaubt nicht an Einbruch

Während van Gaals Münchner darauf hoffen, dass Bayer wie bislang immer seinen Durchhänger erlebt, ist Rudi Völler zuversichtlich.

Gerade die Art und Weise wie Trainer und Mannschaft mit Rückschlägen wie dem Aus im DFB-Pokal gegen Kaiserslautern umgegangen sind, machen dem Sportdirektor Mut:

"Wir werden nicht mehr einbrechen, selbst wenn wir irgendwann einmal verlieren. Die Mannschaft hat ja schon gezeigt, wie sie mit solch einer Enttäuschung umgeht."

Raffael hält Sieg für möglich

Die Berliner gehen mit dem Mut der Verzweiflung in die letzten beiden Vorrunden-Spiele. Gegen Tabellenführer Leverkusen und den Rekordmeister Bayern München erwartet sowieso keiner etwas. Punkte werden dennoch dringend benötigt.

"Wir brauchen einen Sieg.", sagt Ersatz-Kapitän Raffael, einer der wenigen, die in den letzten Wochen mit guten Leistungen aufwarteten. "Das würde es in der Rückrunde leichter machen eine Serie zu starten. Die Leverkusener sind Erster, aber gespielt werden muss trotzdem."

Funkel gerät unter Druck

Der als "Retter" verpflichtete Trainer bekommt die Lage bei Hertha bislang nicht in den Griff. Außer den Erfolgen in der Europa League hat er nicht viel vorzuweisen: Zwei Punkte aus acht Spielen, Berlin ist mit acht Punkten Rückstand aufs rettende Ufer Tabellenletzter.

Doch Funkel glaubt noch an den Verbleib in der Bundesliga: "Wenn wir in der Rückrunde 28 Punkte holen, könnte das reichen."

Innenverteidigung fällt aus

Der verletzte Kapitän Arne Friedrich und Christoph Janker wegen seiner gelb-roten Karte in Schalke werden gegen Leverkusen mit Sicherheit fehlen.

Daher wird wahrscheinlich der Brasilianer Kaka in die Abwehrzentrale rücken.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Berlin: Drobny - Piszczek, Kaka, von Bergen, Pejcinovic - Ebert, Lustenberger, Kacar, Cicero - Raffael - Ramos

Leverkusen: Adler - Schwaab, Hyypiä, Sinkiewicz (Kadlec), Castro - Vidal, Reinartz - Barnetta , Kroos - Kießling, Derdiyok

Schiedsrichter: Rafati (Hannover)

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