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Die beiden Kölner Stürmer erzielten zusammen 85 Tore für den 1.FC © getty

Podolski und Novakovic sollten die Liga aufmischen, doch bisher kann das Sturm-Duo die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Köln - Nach der Rückkehr des verlorenen Sohnes Lukas Podolski träumten die Fans des 1. FC Köln von rosigen Zeiten, doch der vermeintliche Traumsturm mit "Prinz Poldi" und Milivoje "Novagol" Novakovic entpuppte sich bislang als laues Lüftchen.

Erst sieben Tore brachten die "Geißböcke" in 15 Spielen zustande, gerade mal zwei davon in den letzten neun Partien. Ginge das in dieser Form weiter, wackelt sogar der Uralt-Negativrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 mit insgesamt nur 15 Saisontoren.

"Wir müssen Geduld haben und diszipliniert spielen, dann kommen irgendwann auch die Tore", meinte FC-Trainer Zvonimir Soldo vor dem Auswärtsspiel am Samstag bei Aufsteiger SC Freiburg (ab 15 Uhr LIVE).

Aber besonders die fehlende Harmonie zwischen seinen beiden Stürmerstars macht dem Kroaten das Leben nicht gerade leicht.

Kreatives Loch im Mittelfeld

Auf der einen Seite Novakovic, der vor zwei Jahren großen Anteil an der Rückkehr ins Oberhaus hatte und mit 16 Toren in der vorigen Saison fast allein Garant für den Klassenerhalt war.

Der Slowene war Kapitän und auch bei den Fans der Platzhirsch - bis Podolski von Bayern München zurückkehrte und bei den Anhängern eine riesige Euphorie entfachte.

Zehn Millionen Euro investierte der FC in den Nationalstürmer, vergaß dabei aber, auch das kreative Loch im offensiven Mittelfeld zu stopfen. So hängen Podolski und Novakovic oft in der Luft und kommen kaum zu Chancen. Erst 36 Torgelegenheiten sind Negativwert in der Liga.

Während Novakovic in den letzten Wochen wenigstens die Siegtore gegen den FSV Mainz 05 und Hertha BSC Berlin (jeweils 1:0) erzielte, wartet Podolski, den Soldo öffentlich in Schutz nimmt ("Wir müssen Geduld mit ihm haben, das kann die ganze Hinrunde dauern") seit 881 Minuten auf sein zweites Saisontor.

Beide Stürmer mit schlechten Noten

Auf persönlicher Ebene finden die beiden Torjäger kaum einen Draht zueinander. Podolski ist ehrgeizig, diszipliniert und trainingsfleißig, Novakovic dagegen schlägt gerne mal über die Stränge, sorgte bereits für zahlreiche Eskapaden oder beklagte sich auch schon mal öffentlich über mangelnde Wertschätzung seitens des Klubs.

"Reibungen waren programmiert", sagt FC-Manager Michael Meier, der aber wohl nicht gedacht hätte, dass unter dem fehlenden Verständnis die Leistung beider Stürmer leiden würde.

Ärger um Länderspieleinsätze

Dazu kam bei dem Slowenen noch Ärger um Länderspieleinsätze für sein Heimatland, obwohl er zuvor beim Verein wegen einer Verletzung gefehlt hatte, sowie der Krach nach der WM-Qualifikation der Slowenen, die Novakovic und Klub-Kollege Miso Brecko eigenmächtig länger feiern wollten als vom Verein genehmigt.

Nachdem der FC das Duo extra mit einem Privat-Jet zurück nach Köln geholt hatte, "bedankten" sie sich mit einer grottenschlechten Leistung beim 0:4 gegen Hoffenheim.

Novakovic verweigerte Entschuldigung

Als Novakovic sich danach noch weigerte, sich bei Trainer und Mannschaft zu entschuldigen und stattdessen noch Soldo kritisierte, setzte ihn der Coach Ende November als Kapitän ab.

"Sein Verhalten war gegenüber Mannschaft und Trainer respektlos", sagte Meier seinerzeit. Seine Hoffnung, dass Novakovic mit Toren antworten würde, hat sich seitdem noch nicht erfüllt.

Podolski meint unterdessen mit Blick auf die Partien in Freiburg und gegen Nürnberg: "Wir haben noch zwei Spiele, die wollen wir gewinnen. Dafür müssen wir offensiver spielen und Tore schießen."

Gelingt das nicht, macht Köln Jagd auf einen selbst gehaltenen Bundesliga-Rekord: In der Saison 2001/2002 blieb der FC einmal 1033 Minuten ohne Tor.

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