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Jens Lehmann wurde 2002 mit Borussia Dortmund Deutscher Meister © getty

Wird der Keeper in Mainz sein letztes Spiel für den VfB bestreiten? Oder kommt es zur Einigung mit dem Klub? Wolfsburg empfängt Dortmund.

Von Thorsten Mesch

München - Zahlen will er nicht, spielen wird er aber dennoch: Wenn der VfB Stuttgart am Mainzer Bruchweg (ab 15 Uhr LIVE) antritt, wird Jens Lehmann trotz der Querelen der vergangenen im Tor der Schwaben stehen.

Die Frage ist also nicht, ob Lehmann in Mainz spielt, sondern vielmehr, ob der 40-Jährige vielleicht zum letzten Mal für den VfB antritt.

"Provoziert Lehmann seinen Rauswurf?", fragt die "Bild am Sonntag", die "Welt am Sonntag" geht noch weiter und schreibt: "Lehmann provoziert seinen Rauswurf."

Äußerungen "extrem vereinsschädigend"

Nach Lehmanns öffentlicher Kritik an der Art und Weise der Trennung vom ehemaligen Teamchef Markus Babbel und der durch den Verein verhängten Abmahnung und Geldstrafe hängt der Haussegen mehr als schief.

"Ich akzeptiere die Geldstrafe nicht. Den Grund dafür habe ich dem Vorstand dargelegt. Ich werde darüber nicht in der Öffentlichkeit sprechen", sagte Lehmann der "Bild".

Der Vorstand fand die Äußerungen des Torhüters "extrem vereinsschädigend", erklärte Präsident Erwin Staudt die deutliche Reaktion des Klubs.

Zu Lehmanns Weigerung, die spekulierten 40.000 Euro zu zahlen, wolle der VfB bis auf Weiteres keine Stellungnahme abgeben, hieß es am Samstag.

Gang vor das Arbeitsgericht?

Bleibt die Frage, wie es nach dem Spiel in Mainz weitergeht.

"Wenn Herr Lehmann die Strafe nicht akzeptieren will, kann er vor das Arbeitsgericht ziehen. Das muss dann entscheiden, ob Abmahnung und Geldstrafe gerechtfertigt sind", erklärt Dr. Martin Hirschmüller, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Stuttgart, der "Bild am Sonntag".

Sollte es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit dem Verein kommen, wäre eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nur schwer vorstellbar.

VfB braucht Lehmann im Abstiegskampf

Lehmann muss sich entscheiden, ob er seine Karriere in Stuttgart fortsetzen will, der VfB muss überdenken, ob er sich einen Rauswurf des Schlussmanns sportlich leisten kann.

Mit den Nachwuchskeepers Sven Ulreich (21) und Alexander Stolz (26) in den Abstiegskampf zu gehen, erscheint äußerst riskant.

Der Klassenerhalt ist für Lehmann kein sportliches Ziel, die Champions League aber doch. Am Freitag werden in Nyon die Achtelfinalspiele ausgelost.

Verlockende Aufgaben in der Champions League

Zum Ende seiner Karriere noch einmal gegen Barcelona, Madrid, Manchester United, Chelsea oder Arsenal zu spielen, dürfte dem ehemaligen Arsenal-Keeper sicher gefallen.

"Ich erwarte eine hungrige Mannschaft", erklärte der neue VfB-Coach Christian Gross am Freitag. Damit meinte er auch Jens Lehmann. Nun muss sich zeigen, wie hungrig Lehmann noch ist.

"Wölfe" treten in Dortmund an

Der Trainer des VfL Wolfsburg hebt vor dem Gastspiel von Borussia Dortmund (ab 17 Uhr LIVE) mahnend den Zeigefinger.

"Auf jeden Fall ist die Partie ein Richtung weisendes Spiel", versichert Armin Veh.

Der VfL ist nach nur einem Sieg in den vergangenen sechs Spielen und drei Heimspielen nacheinander ohne "Dreier" auf Rang acht abgerutscht, die Dortmunder dagegen haben sich auf Rang sieben hochgearbeitet. Veh weiß:

"Der BVB hat in den letzten Wochen sehr auf sich aufmerksam gemacht."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart (15.30 Uhr)

Mainz: Müller - Heller, Bungert, Noveski, Löw - Svensson, Polanski - Hoogland, Ivanschitz, Schürrle - Bance

Stuttgart: Lehmann - Celozzi, Niedermeier, Delpierre, Boka - Träsch, Khedira - Gebhart, Hleb - Marica, Pogrebnjak

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund (17.30 Uhr)

Wolfsburg: Benaglio - Riether, Ricardo Costa, Barzagli, Schäfer - Josue - Ziani (Hasebe), Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko

Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin - Blaszczykowski, Zidan, Großkreutz - Barrios

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