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Sejad Salihovic (l.) bekam von Schiedsrichter Perl seine fünfte Gelbe Karte dieser Saison © getty

Nach dem Remis Hoffenheims kritisiert Trainer Ralf Rangnick den Schiedsrichter. Frankfurt-Coach Skibbe zieht ein positives Fazit.

Hoffenheim - Die Heimstärke verloren, die Spielkunst auf der Strecke geblieben und vom Schiedsrichter im Stich gelassen:

Ausgerechnet einen Tag vor der Weihnachtsfeier herrschte bei 1899 Hoffenheim alles andere als friedfertige Besinnlichkeit.

Besonders Trainer Ralf Rangnick ärgerte sich nach dem enttäuschenden 1:1 (1:0) der Kraichgauer gegen Eintracht Frankfurt über die Schlüsselszene:

Das nicht geahndete Handspiel von Gästeakteur Marco Russ im eigenen Strafraum (72.).

"Einen klareren Elfmeter als diesen habe ich in dieser Saison noch nicht gesehen. Nur zwei Personen haben es nicht als Strafstoß gesehen. Das waren der Schiedsrichter und sein Assistent", kritisierte Rangnick Referee Günter Perl aus Pullach.

"Das ist unglaublich"

Noch deutlicher wurde Kapitän Sejad Salihovic: "Das ganze Stadion hat gesehen, dass er mit der Hand gespielt hat. Ich verstehe so etwas nicht, ich kann so eine Entscheidung nicht akzeptieren", schimpfte er.

"Das ist unglaublich, dass man das nicht sehen kann. Das hat uns den Sieg gekostet. Die Schiedsrichter werden ja nie bestraft, wenn sie Fehler machen, sondern nur wir Spieler."

Heimkomplex hält an

Nach zuvor zwei Pleiten in der Rhein-Neckar-Arena konnten die Hoffenheimer aber nicht nur wegen dieser Szene ihren Heimkomplex auch gegen die Eintracht nicht ablegen.

Im Gegenteil: Einen Spieltag vor der Winterpause relativieren sich die Saisonziele der Rangnick-Elf, die von den Topteams mittlerweile die schwächste Heimbilanz hat (zwölf Punkte aus acht Spielen).

"Wir dürfen uns da keinen Sand in die Augen streuen. Wir stehen da, wo wir hingehören. Nicht ganz oben", sagte Außenverteidiger Christian Eichner nach dem kraftlosen Auftritt.

Bezeichnend für die spielerische Durststrecke der ehemaligen "Kraichgau-Brasilianer", dass ein Elfmeter der einzige Treffer der Gastgeber blieb.

Ausgerechnet der frühere Hoffenheimer Selim Teber hatte Vedad Ibisevic gefoult, Salihovic (9.) sorgte im Anschluss für die laut Tangnick zur Pause "sehr schmeichelhafte" 1899-Führung, die Pirmin Schwegler mit einem leicht abgefälschten 25-m-Schuss ausglich (61.).

Eduardo auf der Bank

Die Entscheidung von Rangnick, Ideengeber Carlos Eduardo bis zur 64. Minute auf der Bank zu lassen, erwies sich als falsch.

Ohne den brasilianischen Nationalspieler wirkte das Hoffenheimer Spiel blutleer. Der Coach rechtfertigte seine Maßnahme mit dem körperlichen und mentalen Zustand Eduardos.

"Carlos hat im Laufe der Woche den Eindruck erweckt, dass er am Limit und müde ist", meinte Rangnick.

Für Jan Schindelmeiser kommt die "Konsolidierungsphase" beziehungsweise "kleine Stagnation" nicht überraschend.

"Wir müssen nur unsere richtigen Schlüsse daraus ziehen. Dann greifen wir in der Rückrunde nochmal an", sagte der 1899-Manager mit Blick auf den Sieben-Punkte-Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen und mahnte:

"Wir müssen sehen, dass sich die gestiegene Erwartungshaltung auf einem vernünftigen Niveau stabilisiert."

Skibbe gibt länger frei

Eintracht-Trainer Michael Skibbe indes konnte bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Meister VfL Wolfsburg ein positives Fazit ziehen - und seinen Profis die in Aussicht gestellte Urlaubsverlängerung bestätigen.

Skibbe hatte beim Erreichen von 23 Zählern nach der ersten Halbserie versprochen, den Trainingsauftakt vom 28. Dezember 2009 auf den 2. Januar 2010 zu verschieben.

Den noch nötigen Punkt holten die seit drei Spielen unbezwungenen Hessen durch eine starke Leistung.

"Wir waren spielerisch kompakter als Hoffenheim. Wir sind mit dem Ergebnis hochzufrieden", meinte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

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