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Der FC Bayern feierte in Bochum den fünften Pflichtspielsieg in Serie © imago

Gala in Turin, Kantersieg in Bochum - noch vor Wochen wankte der FC Bayern, jetzt ist er auf bestem Weg zurück zu alter Dominanz.

Von Daniel Rathjen

Bochum/München - Sie spielen wieder. Im wörtlichen Sinn.

Und sie treffen.

Der FC Bayern ist auf bestem Weg zurück zu alter Dominanz 183903(Die Bilder).

Mit dem Rückenwind des 4:1-Coup in der Champions League bei Juventus Turin überrollte der Rekordmeister den VfL Bochum mit 5:1 (3:0).

Mit dem dritten Bundesliga-Sieg in Serie setzen die Bayern die Aufholjagd fort und liegen nur noch zwei Punkte hinter Spitzenreiter Leverkusen (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle).

Es wird deutlich: Das System des lange Zeit offenbar missverstandenen Louis van Gaal greift immer besser, Mannschaft und Coach haben sich angenähert.

Hoeneß rundum zufrieden

Gerade auch, weil der nach außen knorrige Niederländer zuletzt ein wenig von seiner extrem autoritären Art abrückte, wie es intern heißt.

"Nach einem 4:1 in Turin und einem 5:1 in Bochum kann ein Trainer nur zufrieden sein", resümierte der Trainer jetzt und sprach von seiner "schönsten Woche" bei Bayern.

Sogar die Herbstmeisterschaft ist wieder drin.

"Ich habe die Hoffnung darauf nie aufgegeben. Wir haben mehr Selbstvertrauen und so spielen wir auch Fußball", sagte der rundum zufriedene Präsident Uli Hoeneß.

Er glaubt auch das Schlüsselerlebnis für die neue Münchner Herrlichkeit zu kennen:

Besserer Fußball

"Das war die Jahreshauptversammlung. Da haben alle gemerkt, wie groß der Rückkhalt der Fans ist. Das hat auch der Trainer gemerkt. Seitdem spielen wir besseren Fußball."

Die Zahlen geben dem langjährigen Manager Recht: Seit jenem Tag am 27. November gab es ausschließlich Siege.

"Wir strotzen momentan vor Selbstvertrauen", fand daher Bastian Schweinsteiger: "Dominant haben wir auch schon vorher gespielt, aber jetzt schießen wir auch die Tore."

Mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatte der FC Bayern bei der einseitigen Partie in Bochum. Fast ehrfürchtig ergab sich der VfL in sein Schicksal.

Herrlich: "Hatten keine Chance"

"In der Verfassung, in der sich die Bayern befinden, hatten wir keine Chance. Wir können uns mit den Bayern nicht messen. Das ist ein anderes Kaliber", gestand Trainer Heiko Herrlich.

Der erneut überragende Ivica Olic traf zweimal (43. und 50.), sein Sturmpartner Mario Gomez war einmal erfolgreich (23.).

"Ich denke, es war heute sehr wichtig für uns zu gewinnen. Die ganze Mannschaft hat mit hoher Intensität gespielt, eine gute Leistung gezeigt und fünf Tore geschossen. Ich hoffe, so sieht unser Fußball in Zukunft aus", frohlockte Olic.

Ein Eigentor des Bochumers Mergim Mavraj (33.) sowie das erste Bundesliga-Tor von Daniel Pranjic (56.) rundeten den Bayern-Sieg ab, für den VfL reichte es nur zum Ehrentreffer durch Christian Fuchs (76.).

Konstant 4-4-2

"Uns fehlte ein Stück Herz. Es waren dumme Fehler von uns und dumme Tore", urteilte Bochums Keeper Philipp Heerwagen, der beim FC Bayern ausgebildet wurde.

Ein Grund für den Aufschwung seines Ex-Klubs ist auch die Konstanz beim System.

Das 4-4-2 funktioniert und mit Olic und Gomez hat sich dabei auch ein Top-Sturm herauskristallisiert.

"Der Sieg und vor allem die Art des Siegs in Turin hat neue Kräfte freigesetzt. Jetzt hat sich eine Stammformation herausgebildet", lobte Sportdirektor Christian Nerlinger.

"Unser Ziel ist die Schale"

Angesichts der derzeitigen Form und der zurückkehrenden Stars Arjen Robben und Franck Ribery besteht momentan kein Grund zur Sorge.

Mit großen Schritten bewegen sich die Bayern konsequent Richtung Platz eins. Da standen sie letztmals am 17. Mai 2008 bei ihrem letzten Meistertitel.

"Die Herbstmeisterschaft ist nicht unser Hauptziel, das ist die Schale", stellte Kapitän Mark van Bommel klar.

Auch Philipp Lahm dachte weiter: "Wenn wir gegen Hertha gewinnen, ist der Rückstand so gering, dass alles möglich ist."

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