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Jens Lehmann (r.) spielt seit 2008 für den VfB Stuttgart © getty

Der VfB Stuttgart hat den Sieg gegen Mainz in der Hand. Dann leistet sich Lehmann eine Tätlichkeit, auf die ein Strafstoß folgt.

Mainz - Enfant Terrible Jens Lehmann hat dem VfB Stuttgart mit einer Unbeherrschtheit einen Bärendienst erwiesen und den möglichen Befreiungsschlag verhindert.

Der 40-Jährige leistete sich drei Minuten vor dem Ende des Punktspiels beim FSV Mainz 05 eine Tätlichkeit im Strafraum gegen Aristide Bance und sah von Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) die Rote Karte (87.). 183903(Die Bilder des Spiels)

Den fälligen Foulelfmeter zum 1:1 (1:0)-Endstand verwandelte Eugen Polanski und machte zugleich einen optimalen Bundesliga-Einstand des neuen VfB-Trainers Christian Gross zunichte.

Gross gab am vergangenen Mittwoch mit dem 3:1 gegen Unirea Urziceni und dem Einzug ins Champions-League-Achtelfinale sein Debüt.

Stürmer Pawel Pogrebnjak (11.) hatte Stuttgart in Führung gebracht.

"Er steigt ihm auf den Fuß"

"Er steigt ihm auf den Fuß. Aber ich muss erstmal mit dem Jens darüber sprechen" sagte Horst Heldt.

"Er hat klasse gehalten, und es ist bitter, dass das so zustande gekommen ist. Damit müssen wir halt jetzt leben", erklärte Stuttgarts Sportvorstand weiter, der mit Lehmann nach dessen öffentlicher Kritik am Vorstand ohnehin schon im Clinch lag.

Lehmann hatte eine Abmahnung und eine Geldstrafe von angeblich 40.000 Euro erhalten, die der Ex-Nationalkeeper nicht akzeptierte.

Möglicherweise war es nun das letzte Spiel von Lehmann im VfB-Dress.

Lehmann legt sich mit Fan an

Jens Lehmann legte sich nach dem Spiel dann auch noch mit Fans an.

Der Keeper verließ wenige Minuten nach Spielende fluchtartig und wortlos das Stadion und geriet dann mit einem VfB-Anhänger aneinander.

Lehmann riss dem Anhänger die Brille vom Kopf, gab diese aber zurück, nachdem er dazu aufgefordert wurde.

Dann versuchte der Torhüter, der sich auch noch mit einem Kameramann anlegte, vergeblich ein Taxi zu bekommen und stieg schließlich in den Mannschaftsbus des VfB.

Stuttgart dominiert in Hälfte eins

Zuvor konnten die mutig aufspielenden Stuttgarter in einer unterhaltsamen Begegnung vor allen Dingen in der ersten Halbzeit Akzente setzen.

In die Karten spielte den Gästen nach der Gala am Mittwoch gegen Urziceni die frühe Führung.

Eine Hereingabe von Arthur Boka nutzte der Russe Pogrebnjak und bugsierte den Ball mit der Hüfte aus kurzer Distanz zu seinem dritten Saisontor über die Linie.

Mainz mit Ballverlusten

Auch in der Folge wussten die zuvor in acht Ligaspielen sieglosen Gäste zu überzeugen, während sich die über weite Strecken enttäuschenden Mainzer viele Ballverluste leisteten.

Im Vergleich zum Sieg gegen Urziceni hatte der Schweizer Gross sein Team auf einer Position umstellen müssen - und taktisch glänzend eingestellt.

VfB trotzt Ausfällen

Für Serdar Tasci (Gelbsperre) rückte Georg Niedermeier in die Innenverteidigung, zudem fehlte erneut Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (Muskelfaserriss).

Die Ausfälle machten sich aber nicht bemerkbar.

Im Gegenteil: Die Mainzer konnten sich bei Keeper Heinz Müller bedanken, dass sie nicht schon zur Halbzeit höher zurücklagen.

Vor allen Dingen nach einem Kopfball von VfB-Stürmer Ciprian Marica bot Müller sein ganzes Können auf und drehte den Ball in Weltklassemanier noch um den Pfosten (40.).

Lehmann pariert gut

Auf der Gegenseite war bei den wenigen Mainzer Chancen Jens Lehmann auf dem Posten.

Der Ex-Nationaltorhüter, der zuletzt wegen Kritik am Stuttgarter Vorstand eine Geldstrafe und Abmahnung erhalten hatte, klärte gegen Aristide Bance (17.) und Tim Hoogland (38.).

Auch nach dem Wechsel wirkte das Anrennen der Gastgeber oftmals hilflos, nicht zuletzt, weil Spielmacher Ivanschitz nicht wie gewohnt souverän schaltete und waltete.

Dennoch kamen Andre Schürrle (57.) und Bance (73.) zu guten Gelegenheiten, vergaben aber.

Schwaben lauern auf Konter

Die Stuttgarter indes zogen sich angesichts der Führung immer weiter in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter.

Bei Mainz konnten Noveski und Miroslav Karhan überzeugen. Boka sowie Timo Gebhart waren die auffälligsten Gästespieler.

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