DSF-Experte Udo Lattek erklärt die Fortschritte beim FC Bayern und empfiehlt Schalkes Kevin Kuranyi für die Nationalelf.

Hallo Fußball-Freunde,

beim FC Bayern muss irgendwas passiert sein.

Die Mannschaft kann auf einmal Fußball spielen. In Turin hat sie wirklich überzeugt - und das nicht, weil der Gegner so schwach war!

Aus meiner Sicht muss eine Annäherung zwischen Louis van Gaal und der Mannschaft stattgefunden haben.

Der Trainer ist eventuell etwas von seinem, für mich seltsamen, Gehabe runtergekommen. Und er hat auf die Mannschaft gehört. Das Team spielte inzwischen zum fünften Mal in derselben Formation.

Außerdem vertraut van Gaal auch Gomez wieder. Da scheint es einen Schulterschluss gegeben zu haben.

Es könnte auch sein, dass ein sanfter Druck von oben stattgefunden hat.

Laut Gomez ist van Gaal ja zu ihm gekommen und hat gesagt: "Ich vertraue jetzt auf dich. Du hast jetzt volle Rückendeckung."

Das ist ein Spielchen, das ich nicht ganz nachvollziehen kann.

Gomez stand am Anfang der Saison auch auf dem Platz, hat Tore gemacht und ist trotzdem ausgewechselt worden.

Jetzt hat er nichts anderes getan und auf einmal ist er van Gaals Mann. Aber im Endeffekt ist das alles egal, denn Hauptsache es läuft. Gomez hat wieder Selbstvertrauen und macht seine Tore.

Interessant ist auf die Situation zu schauen, wenn Ribery und Robben zurückkehren.

Dann geht das Theater wieder los, dann wird wieder um die Plätze gekämpft. Irgendjemand muss ja dann raus. Olic und Gomez kann man in ihrer derzeit bestechenden Form nicht einfach rausnehmen. Dann haben die Bayern wieder ein Luxusproblem.

Luca Toni wird aus meiner Sicht die Münchner verlassen, wenn ein Verein bereit ist, eine entsprechende Ablöse zu zahlen und eventuell einen Teil des Gehalts zu übernehmen. Die Zeichen stehen eindeutig auf Abschied.

Die Bayern können ihn dann von der Gehaltsliste streichen und Luca Toni bekommt bei einem anderen Klub vielleicht wieder Spielpraxis für die italienische Nationalelf. Dann wären auch alle zufrieden.

Krach gibt es Im Moment auch zwischen Jens Lehmann und dem VfB Stuttgart.

Soweit ich das aus der Distanz beurteilen kann, hat Lehmann die Wahrheit gesagt. Wahrscheinlich stehen Dinge in seinem Vertrag, die der VfB nicht erfüllt hat. Deswegen will auch er jetzt nicht die Geldstrafe zahlen.

Ich habe ihn lange trainiert. Er ist abseits des Platzes ein sehr angenehmer Mensch. Das ändert sich, sobald er auf dem Platz steht. Dann ist er ein anderer Mensch, er hat zwei Gesichter.

Aber er sollte jetzt mal Ruhe bewahren. Der VfB hat viel für ihn getan. Vielleicht können sich die beiden Parteien ja einigen.

Kevin Kuranyi hat mittlerweile acht Mal für Schalke getroffen. Felix Magath sei dank.

Der Schalker Trainer kannte Kevin ja bereits aus seiner Zeit aus Stuttgart. Damals hat er den Stürmer hochgebracht und gefördert.

Dementsprechend besteht zwischen den beiden bereits eine persönliche Beziehung.

Kuranyi ist ein sehr sensibler Fußballer. Wenn man ihn zu hart anfasst, dann zieht er sich zurück wie eine Schnecke ins Schneckenhaus.

Wenn ich Bundestrainer wäre, würde ich übrigens meine Entscheidung nochmal überdenken. Kuranyi hat ja ein paar Mal schon gesagt, dass es ihm Leid tut, was damals passiert ist.

Euer Udo Lattek

Der Sport1.de-Adventskalender: Preise im Wert von über 15.000 Euro!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel