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Armin Veh erziehlte in 65 Bundesliga-Spielen für Borussia Mönchengladbach 3 Tore © getty

Nach der Niederlage wird die Kritik am Coach lauter. Die Fans fordern Konsequenzen. Bei den Westfalen steht ein Jubiläum an.

Wolfsburg - Als die Spieler des VfL Wolfsburg am Sonntagabend zur vereinsinternen Weihnachtsfeier im Kunstmuseum der Stadt erschienen, wirkte das Lächeln bei einigen noch sehr gequält.

Zwei Stunden nach der herben 1:3 (0:3)-Heimpleite gegen Borussia Dortmund fiel es den Profikickern des deutschen Meisters sichtlich schwer, gute Miene zum schlechten Spiel zu machen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Statt festlicher Stimmung und vorweihnachtlicher Besinnlichkeit gab es für Mannschaft und Trainer sogar Schmährufe von vereinzelt erschienenen Fans.

VfL-Geschäftsführer Jürgen Marbach war schon vorher die Lust aufs Feiern vergangen. "Mir ist weder nach Weihnachten noch nach Feiern zumute", erklärte der 51-Jährige angesichts der schlechtesten Saisonleistung der Niedersachsen und sprach aus dem ersten Frust heraus sogar von einer Absage der Veranstaltung.

"Armin raus!"

Davon wollte Wolfsburgs Trainer Armin Veh allerdings gar nichts wissen. "Ich sage doch keine Weihnachtsfeier ab. Das wäre ja ein Armutszeugnis", erklärte der Coach, der zuvor den ganzen Unmut der Anhänger zu spüren bekommen hatte.

"Armin, raus!" schallte es durchs Stadion, und rund um die Arena wurde laut über den "Niedergang der Meister-Mannschaft unter dem neuen Trainer" geschimpft.

Auch wenn die Trainerfrage intern noch kein Thema ist, steht Veh nach dem Ausscheiden aus DFB-Pokal und Champions League sowie dem Absturz ins Mittelfeld der Liga zunehmend unter Druck.

"Das ist für uns eine unheimlich schwierige Hinrunde", räumte der 48-Jährige ein, blockte aber alle Fragen zu seiner Person ab: "Natürlich fühle ich mich nach einer Niederlage nicht gut, aber das ist doch normal - ich will schließlich gewinnen."

Sechs Pflichtspiele ohne Sieg

Doch was Veh in diesen Wochen auch anstellt, Erfolg will sich nicht einstellen. Seit sechs Pflichtspielen sind die Niedersachsen inzwischen sieglos, der letzte Heimsieg liegt sogar schon acht Wochen zurück.

"Nach den Nackenschlägen der letzten Wochen sind wir mental im Moment einfach nicht da. Das wirkt sich dann auch physisch aus", erklärte der Coach.

Gegen Dortmund probierte es Veh zunächst mit einer Systemänderung von der gewohnten Raute zu einem fünf Mann starken Mittelfeld mit nur einer Spitze, um dann allerdings nach dem schnellen 0:2-Rückstand durch einen Doppelpack von BVB-Torjäger Lucas Barrios (8./10. Minute) die Rolle rückwärts zu machen.

"Ich wollte der Defensive so eigentlich mehr Sicherheit geben, aber die taktische Umstellung war nach den schnellen Gegentoren über den Haufen geworfen."

Marbach: Der absolute Tiefpunkt

Ein Tor von Patrick Owomoyela (ab 18.30 zu Gast im DSF bei Bundesliga aktuell) sorgte sogar für eine 3:0-Führung der Gäste zur Pause, was Marbach zu einem vernichtenden Urteil brachte: "Das ist der absolute Tiefpunkt."

Damit dürfte es nun auch für Veh ungemütlicher werden: "Im Umfeld des Vereins war es zuletzt immer noch sehr ruhig, aber das dürfte sich nun ändern", mutmaßte Marbach.

Dortmund schon auf Rang sechs

Ganz anders sieht es dagegen bei der Borussia kurz vor der 100-Jahr-Feier aus. Mit dem neunten Spiel in Folge ohne Niederlage rückten die Dortmunder auf Rang sechs der Tabelle vor und gehören nach der gezeigten Leistung mehr denn je zu den Anwärtern auf einen Europacup-Platz.

"Die erste Hälfte war herausragend. Wir waren giftig, gierig und vor dem Tor absolut zielstrebig", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Allerdings warnt der BVB-Coach davor, das letzte Spiel vor der Winterpause gegen den SC Freiburg auf die leichte Schulter zu nehmen:

"Zum 100-jährigen Jubiläum ist in Dortmund alles auf Feiern eingestellt. Das Spiel ist mehr oder weniger eingebettet in das Rahmenprogramm. Das sind schwierige Voraussetzungen. Aber wir wollen unbedingt auch noch diese drei Punkte holen."

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