vergrößernverkleinern
Arm in Arm - auch noch nächste Saison? Franck Ribery und Uli Hoeneß © imago

Gegen Berlin mischt der Franzose wieder mit. Spätestens im Frühjahr soll er verlängern, wünscht Hoeneß. Sonst wird Ribery verkauft.

Von Thorsten Mesch

München - In der Bundesliga hat der FC Bayern in den vergangen Wochen das Feld von hinten aufgerollt.

International haben die Münchner durch den 4:1-Sieg in der Champions League bei Juventus Turin ein Ausrufezeichen gesetzt.

Und das alles ohne Franck Ribery. Am Samstag nun gegen Hertha BSC kehrt der Franzose nach seiner Verletzungspause zurück. 30 Minuten soll Ribery gegen Berlin spielen, kündigte Trainer Louis van Gaal an.

Im neuen Jahr soll der Franzose dann wieder voll angreifen, die Bayern zum Titel führen ? und die Frage nach seiner Zukunft beantworten.

Neuer Vertrag - oder Verkauf im Sommer

"Wenn Ribery im Frühjahr seinen Vertrag nicht verlängert, wäre es wirtschaftlich unverantwortlich, ihn noch zu behalten", sagte Präsident Uli Hoeneß der "Abendzeitung". Schließlich sei Ribery 2011 ablösefrei, und "dann würden wir 50 bis 60 Millionen Euro verschenken."

Sollte Ribery nicht vorzeitig verlängern, müssten die Münchner ihren Superstar also im Sommer verkaufen, um die angestrebte Ablöse zu erhalten.

Doch am liebsten würden sie mit Ribery verlängern - und die Bundesliga wieder so beherrschen, wie sie es in der Premieren-Saison des Vizeweltmeisters vor zwei Jahren getan hatten und Meister wurden.

Auf dem Weg zu alter Stärke

"Wenn Ribery spielt, ist der Wettbewerb in der Bundesliga nicht mehr spannend. Wir gewinnen ja schon ohne ihn 5:1 in Bochum", sagte van Gaal zuletzt auf einem Treffen mit einem FanKlub.

Ein Scherz des Niederländers, doch Fakt ist: Der Rekordmeister ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke.

Nach fünf Pflichtspiel-Siegen in Folge ist der Rückstand auf die Tabellenspitze auf zwei Punkte geschrumpft, nur noch Leverkusen und Schalke liegen vor den Münchnern. Das berühmte "Mia-san-mia"-Gefühl ist zurückgekehrt. (Datencenter: Ergebnisse und Tabelle)

"Wollen immer die Nummer eins sein"

"Bayern München ist Erfolg. Das ist kein zweiter Platz in der Bundesliga. Das sind Titel. Wir wollen immer die Nummer eins sein", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger in einem "Bild"-Interview.

Zum Abschluss der Vorrunde könnte der FC Bayern mit einem Sieg gegen Hertha und bei Ausrutschern der Konkurrenten aus Leverkusen und Gelsenkirchen erstmals seit dem Titelgewinn am Ende der Saison 2007/08, nach 51 Spieltagen oder 19 Monaten wieder die Tabellenführung übernehmen.

Doch noch Herbstmeister?

"Das wäre ein schönes Gefühl, aber nicht das Entscheidende", sagte Nerlinger. Wichtig sei vielmehr die Entwicklung der Mannschaft, die ihn "sehr optimistisch" stimme.

"Spätestens wenn Ribery zurückkommt und Arjen Robben sich stabilisiert hat, wird es wieder großen Spaß machen, dem FC Bayern zuzuschauen."

Man sei auf einem "sehr guten Weg", die Philosophie des neuen Trainers und die des FC Bayern zusammenzuführen.

Stürmische Zeiten mit van Gaal überstanden

Nerlinger, der für den Winter Einkäufe ausschloss, räumte nach dem Fehlstart aber ein, "dass die Erleichterung schon groß ist. Wir hatten sehr stürmische Zeiten. Aber seit dem Turin-Spiel sehen wir: Der Prozess findet tatsächlich statt, wir machen große Schritte nach vorne." Daran habe van Gaal "großen Anteil".

Auf die Frage, was passiert wäre, wenn der wochenlang umstrittene Coach nicht die Kurve bekommen hätte, wich der Hoeneß-Nachfolger aus.

"Ich wünsche mir, dass mit dem Sportdirektor Christian Nerlinger ein Begriff einhergeht: Kontinuität. Das heißt: Wenn wir überzeugt sind von einem Trainer, müssen wir auch mal stürmische Zeiten miteinander durchstehen", sagte Nerlinger.

Barcelona als Beispiel

Der Ex-Profi hofft nun, dass van Gaal auch in München ähnlich wie einst in Barcelona Talente weiter entwickelt.

Bei Barca war dies dem Niederländer mit Xavi und Andres Iniesta gelungen. Die beiden seien momentan "das Nonplusultra", sagte Nerlinger:

"Barcelona ist, was Ausbildung und Integration junger Spieler betrifft, vorbildlich. Ich sehe darin für uns eine große Chance - und zugleich ein Argument pro Louis van Gaal.

Müller und Badstuber machen Sprung

Ohne ihn hätten es auch Thomas Müller und Holger Badstuber hundertprozentig nicht so schnell nach oben geschafft."

Spätestens am 8. Mai, dem letzten Spieltag, will der FC Bayern wieder dort stehen, wo er nach seinem Selbstverständnis hingehört: auf Platz eins.

Die Schale in der Hand und Ribery Vertragsverlängerung in der Tasche ? das wäre dann wohl auch ganz nach dem Geschmack von Uli Hoeneß.

Sport1 Adventskalender: Preise im Wert von über ? 15.000!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel