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Milivoje Novakovic (vorn) konnte bisher nur zwei Saisontore erzielen © imago

Nur sieben Treffer hat der FC auf dem Konto. Im Kellerduell gegen Nürnberg müssen Punkte her. Soldo spricht von einem "Endspiel".

Von Thorsten Mesch

München - Kölner "Keintorhasen", "1. Flaute Club" Köln und ein Star, der schlechter ist als "Laslandesliga":

Der 1. FC Köln erntet mit seiner Ladehemmung vor dem gegnerischen Tor Hohn und Spott, die Journaille erfindet immer neue Wortspiele.

Dass der Rheinländer an sich zu Extremen neigt, ist hinlänglich bekannt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Paradoxe an der Situation des FC: Der an Harmlosigkeit kaum zu übertreffenden Offensive steht eine Defensive gegenüber, die für die Gegner nur äußerst schwer zu überwinden ist.

Vorne flop, hinten top

Vorne flop, hinten top: In 16 Bundesligaspielen hat Köln nur sieben Tore erzielt - so schlecht war bisher nur Eintracht Frankfurt vor 21 Jahren.

"Natürlich haben wir insgesamt zu wenige Tore geschossen, aber wir haben mit sieben Toren 15 Punkte geholt, das hat, glaube ich, bisher auch noch keiner geschafft", sagt Defensivmann Kevon Pezzoni.

Abwehr ist spitze

Richtig: Der FC holte mit diesen 7 Treffern 15 Punkte, das sind pro Tor 2,1 Zähler und Ligabestwert.

Spitze ist auch die Kölner Abwehr: In neun Spielen blieb sie ohne Gegentor. Das schaffte sonst nur Tabellenführer Leverkusen.

Sechs Mal in Folge blieb die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo auswärts ohne Gegentor - das gab es in der Geschichte der Bundesliga noch nie.

Tore gegen den Abstieg

"Wir machen das als Mannschaft gut mit der defensiven Arbeit. In unserer Situation ist es wichtig, dass wir stabil sind, dann kommen auch die Tore", sagt Soldo und glaubt: "Wenn du gegen den Abstieg spielst, kann das entscheidend sein."

Doch ohne eigene Treffer dürfte die Klasse kaum zu halten sein. "Wir haben die Schnauze voll", riefen enttäuschte FC-Fans nach der erneuten Nullnummer in Freiburg.

Novakovic und Podolski in der Kritik

Besonders das Sturmduo Milivoje Novakovic und Lukas Podolski steht in der Kritik.

Novakovic (2 Tore) läuft seiner Form der vergangenen Saison hinterher, Podolski hat sogar erst einen Treffer erzielt und wartet seit mittlerweile 971 Spielminuten auf ein Erfolgserlebnis.

Podolski schlechter als "Laslandesliga" spottete am Sonntag der "Express" und erinnerte an Lilian Laslandes.

Schlechter als "Laslandesliga"

Der französische Nationalspieler war im Winter 2001/02 als großer Hoffnungsträger im Abstiegskampf verpflichtet worden und im FC-Trikot 602 Minuten ohne Tor geblieben.

In jener Saison herrschte bei den Kölnern eine unfassbare Torflaute, die insgesamt 1034 Minuten andauerte.

Am Ende stieg Köln mit 26 erzielten Toren ab.

"Endspiel" gegen Nürnberg

Vor dem Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg am Sonntag (ab 17.15 Uhr LIVE) haben die Domstädter drei Punkte Vorsprung die Franken und somit auf einen Abstiegsplatz.

Ein Erfolg gegen den direkten Konkurrenten würde Soldos Mannschaft Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschaffen.

"Das ist ein Endspiel, ein Sechs-Punkte-Spiel, und da kann man mit einem Sieg viel Gutes machen", glaubt der Coach.

"Müssen Knoten durchschlagen"

"Wir müssen jetzt endlich mal den Knoten durchschlagen", fordert Manager Michael Meier. "Wenn wir gegen Nürnberg gewinnen, haben wir 18 Punkte und alles ist gut", glaubt Podolski.

Ein weiteres torloses Unentschieden, es wäre das vierte in Folge, wäre für Köln zu wenig.

Nürnberg macht Hoffnung

Nürnberg verlor zuletzt dreimal in Folge, dreimal zu Null - das sollte Hoffnung machen. Doch seit 318 Minuten warten die Kölner auf einen Treffer im eigenen Stadion - ein Tor muss her.

"Wir brauchen Glück", sagt Podolski, der in Freiburg zweimal die Latte traf: "Dann geht auch mal wieder ein Ball rein."

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